James Bond

07. November 2008 13:59; Akt: 07.11.2008 14:43 Print

Die Lizenz zum ÖdenDie Lizenz zum Öden

von Oliver Baroni - «Quantum of Solace» - nun ist er endlich in den Kinos. Obwohl es hierzulande viel Vorschusslorbeeren für Regisseur Marc Forster gab, fällt das Verdikt des kritischen Zuschauers negativ aus. Teilen Sie, liebe User, diese Meinung? Werden Sie sich trotzdem den neuen Bond anschauen?

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Gleich vorweg: «Quantum of Solace» ist ein Kompromiss. Ein Arthouse-Regisseur soll ein Traditionsunternehmen umwälzen und liefert einen Action-Streifen ab. Klar, dass das Resultat durchzogen ist. Beginnen wir mal mit dem Guten. – Der Zürcher Schauspieler macht als Elvis, dem Schergen von Ober-Bösewicht Dominic Green, schlicht und einfach Spass. Der Status als Blickfang des 22. Bond-Films ist ihm bereits jetzt sicher. – Eine wahre Pracht, die ihrer etwas dünn geschriebenen Filmfigur erstaunlich viel Leben einhaucht. Schändlich, dass sie nach wenigen Minuten Leinwand-Zeit so früh abgemurkst wird. – Ja. Daniel Craig ist immer noch der grossartige Bond aus «Casino Royale». Trotz aller Härte hat er der Figur Einiges an Subtilität abgerungen. Und: Ausatmen, Mädels! Craig ist wiederum oben ohne zu sehen. – Die Toskana, Haiti, die Wüste von Bolivien: Die Location-Sets von QOS sind Filmhandwerk vom Feinsten. Jeder Shot ist ein Gemälde. Tja, das kann er, der alte Arthouse-Filmer ... – Die Grande Dame des britischen Theaters als MI6-Chefin «M» zu casten, war eine der besten Entscheidungen in der Geschichte der Bond-Franchise. Doch «Quantum of Solace» hat auch gröbere Schwächen, allen voran ... – Trotz ihrem sichtlichem Bemühen um Tiefgang bleibt ihre Filmfigur erstaunlich flach. Allzuoft wähnt man sich in den Szenen mit dem Ex-Model in einem aufwändigen postmodernen Modeclip. – Nichts dagegen, einen Neuanfang zu wagen und alte Zöpfe abzuschneiden. Doch dass man deswegen gleich auf klassische Elemente verzichtet, ist ebenso schade wie unnötig. - Aston vs Alfa am Gardasee: Eine grandiose Verfolgungsjagd! Bloss: Wegen dem allzu hektischen Schnitt bekommt man davon kaum was mit. – Kein schwimmendes Auto, kein Düsenrucksack. Nur Handy, Messer und Pistole. Dafür absurde Flash-Applikationen noch und noch in der MI6-Zentrale ... – Der kürzeste Bond-Film aller Zeiten leidet unter einer fragmentierten Storyline. Die Grenzen der Drehbuch-Adaption einer 15-seitigen Kurzgeschichte sind evident.

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Der mittlerweile 22. Bondfilm ist der bisher kürzeste – und fühlt sich an wie der längste. Binnen einer Stunde beschleicht den Zuschauer ein für Bond-Filme gänzlich neues Gefühl: Langeweile.

Hauptschuld an diesem Dilemma ist ein Drehbuch, das wenig bis gar keinen Sinn macht. Der Zuschauer versteht kaum, was Bond da genau tut und weshalb. Was ist seine Motivation? Und, bitte sehr: Wo ist das Quantum? Wo ist der Trost?

Die Storyline ist ebenso kryptisch wie die Handschrift von Regisseur Marc Forster, der anscheinend die Hauptarbeit dem Second-Unit-Regisseur Dan Bradley («The Bourne Ultimatum») überlassen hat. Nichts da mit Oscar-würdigem Arthouse-Kino! Nein, der Zuschauer wird von einem Glas - und Knochen brechendem Wirrwarr zum andern gehetzt.

So spektakulär die omnipräsenten Stunts auch sind, sie lassen den Betrachter kalt. Erinnern Sie sich an die WC-Schlägerei von «Casino Royale»? Das tat weh. In QOS sind die Action-Szenen noch schneller, noch brutaler … und doch kommen sie abgefedert daher. Nicht gerade «wie Teletubbies in einer Gummizelle», wie es der BBC-Filmkritiker formulierte, aber die Richtung stimmt. Der Grund ist offensichtlich: QOS geht jegliche Spanung ab.

«Quantum of Solace» hat etliche weitere Schwächen, die an dieser Stelle bereits thematisiert wurden (selbst Schergen-Darsteller Anatole Taubmann hat dies erkannt – 20 Minuten Online berichtete) und, ja, auch einige positive Aspekte. Doch nun ist es an Ihnen, liebe User, Ihre Meinung selbst zu bilden! Haben Sie den Streifen bereits gesehen? Geben Sie doch bitte Ihren Senf dazu! Werden Sie dieses Wochenende den neuen Bond anschauen? Teilen Sie danach ihre Meinung mit!

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  • renaultfan am 04.12.2008 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bond is back

    Schlichtweg der Beste Bond film allerzeiten und das ohne wenn und aber!!!!!!

  • capsloco am 27.11.2008 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    das ist kein bond

    Dieser film basiert ausser auf dem Namen auf nichts auf was die James Bond Ära aufgebaut hat. Weder "geschüttelt, nicht gerührt", noch die klassische Filmmusik war vorhanden. Und wo bitte bleibt der utimative Bösewicht der die Welt zerstören will?

  • Asterix am 23.11.2008 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gäähhn

    Vielleicht wird der nächste Bond endlich mal wieder ein echter Bond. Wo sind nur die 230 Millionen Euro geblieben? Etwa auf den Konten der Darsteller? Sicher nicht bei den Special Effects!