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24. Januar 2006 18:08; Akt: 24.01.2006 18:08 Print
Kältewelle in Europa: Schon 170 Todesopfer
Europa ächzt nach wie vor unter der extremen Kälte mit zweistelligen Minusgraden. Die Zahl der Kälteopfer, insbesondere in Osteuropa, steigt unaufhörlich an.
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Klirrende Kälte
In der Ukraine starben innert einem Tag weitere 26 Menschen.
(Bild: Keystone)
Nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums in Kiew erhöhte sich mit den neuen Kälteopfern die Zahl der Erfrorenen auf 77 seit der vergangenen Woche. 401 Menschen lagen mit zum Teil schweren Erfrierungen in den Spitälern. In der Ukraine herrschten zuletzt Temperaturen von bis zu minus 35 Grad.
Auch Rumänien und Polen meldeten neue Kälteopfer. In Rumänien sind laut dem Gesundheitsministerium seit Ende vergangener Woche 16 Menschen erforen. Am Dienstag wurden dort minus 28 Grad gemessen.
Viele Obdachlose
In Polen erhöhte sich die Totenzahl seit vergangenem Donnerstag auf 39. Nach Angaben der polnischen Behörden sind in diesem Winter bereits 161 Menschen erforen, fast die Hälfte davon Obdachlose. Über tausend Menschen wurden wegen Erfrierungen in Spitälern behandelt.
1200 Schulen blieben bei Temperaturen von bis zu minus 35 Grad geschlossen, der öffentliche Busverkehr kam zum grossen Teil zum Erliegen.
Auch aus Ungarn, Frankreich und Deutschland wurden am Dienstag weitere Todesopfer gemeldet. Im deutschen Bundesland Brandenburg starb ein 63-Jähriger Mann an den Folgen einer Unterkühlung. Es war das fünfte Opfer, das in Deutschland durch die Kälte ums Leben kam. Ein Nachbar hatte ihn in seinem baufälligen und nicht beheizten Haus gefunden.
In Deutschland war es in der Nacht auf Dienstag vielerorts noch kälter als in der Nacht zuvor. Am unbewohnten bayerischen Funtensee wurden 36,2 Grad unter Null gemessen, nach 34,8 Grad Frost in der Nacht auf Montag, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit.
Auf dem Main-Donau-Kanal, der Oberelbe und im Elbe-Seiten-Kanal wurde am Dienstag die Schifffahrt gestoppt. Auch auf der mittleren Elbe, dem Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal sollte die Schifffahrt wegen starken Eisgangs am Dienstagabend eingestellt werden.
Verkehrsprobleme
Eisige Temperaturen bis zu minus 13 Grad und Sturm sorgten auch in Griechenland für Probleme. Die verschneite Akropolis in Athen wurde wegen Glättegefahr für Besucher geschlossen. Inlandflüge wurden gestrichen, die Fährverbindungen auf der Ägäis eingestellt, vielerorts fiel der Strom aus.
Auch in der Türkei machten den Menschen starke Schneefälle und Glatteis zu schaffen. Dies führte zu hunderten Autounfällen sowie dem Ausfall des Luftverkehrs. Mindestens 6 Menschen starben bei Unfällen in Istanbul und Ankara, über 50 wurden dabei verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.
(sda)

























