18. März 2004 23:33; Akt: 19.03.2004 09:13 Print

Tierschutz wirbt mit Fotos von KZ-OpfernTierschutz wirbt mit Fotos von KZ-Opfern

Abgemagerte KZ-Opfer neben abgemagerten Kühen: Mit Plakaten, auf denen Massentierhaltung mit dem Massenmord an Juden im Zweiten Weltkrieg verglichen wird, wirbt die Tierrechtsorganisation Peta heute in Zürich in eigener Sache.

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«Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi»: Die Kampagne der internationalen Tierrechtsorganisation Peta kommt heute nach Zürich. Tierschützer und jüdische Organisationen sind empört.

Nach dem gestrigen Start in Stuttgart macht Peta mit ihrer Kampagne «Der Holocaust auf Ihrem Teller» heute um 12 Uhr auch am Zürcher Paradeplatz Halt. Mit acht Grossplakaten, Flugblättern und Videos wird die Massentierhaltung mit dem Massenmord der Nazis an den Juden verglichen. «Tiere werden auf ähnlich grausame Weise behandelt wie einst Holocaust-Opfer», so Harald Ullmann von Peta.

In Deutschland will der Zentralrat der Juden die Organisation Peta wegen Volksverhetzung anzeigen. Die Kampagne sorgt nun auch in der Schweiz für Empörung: «Wenn SS-Männer mit Fleischkonsumenten gleichgesetzt werden, ist das verleumderisch und diskriminierend», wettert Yves Kugelmann, Chefredaktor des jüdischen Wochenmagazins Tachles. Nicole Poell, Präsidentin der Jüdischen liberalen Gemeinde Zürich, ist überzeugt: «Die Menschen werden sicher selber merken, dass der Vergleich hinkt.» Jetzt müsse die Gesamtheit der Schweizer Juden etwas dagegen unternehmen. «Die Kampagne ist sehr provokativ und für den Tierschutz sogar kontraproduktiv», findet auch Mark M. Rissi vom Tierschutz STS.

Cornelia Stauffer