Komplementärmedizin
17. September 2008 14:39; Akt: 17.09.2008 16:05 Print
Schweizer vertrauen auf Homöopathie
Das Parlament berät über die Komplementärmedizin. Diskussionspunkt sind die Kosten. Dabei sind alternative Heilmethoden bei der Bevölkerung beliebt. 90 Prozent haben schon mehrmals darauf gesetzt, zeigt eine grosse Umfrage von 20 Minuten Online.
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Alle Ergebnisse der Umfrage im Überblick
Heute berät der Nationalrat über Komplementärmedizin. Er muss entscheiden, ob er dem Volk einen Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» vorlegen will. Die Initiative wurde eingereicht, nachdem Gesundheitsminister Pascal Couchepin 2005 die Komplementärmedizin aus der Grundversorgerung der Krankenversicherung gestrichen hatte. Sie verlangt eine «umfassende Berücksichtigung der Komplementärmedizin» durch Bund und Kantone. Und will damit alternative Behandlungsmethoden wieder krankenkassenpflichtig machen.
Insgesamt 7104 Internetnutzer haben sich an der Umfrage im Vorfeld der Herbstsession der Räte, bei der es auch um die Integration der Komplementärmedizin ins Gesundheitssystem geht, beteiligt. Davon 2604 Männer und 4505 Frauen. Insgesamt acht Fragen umfasste die Befragung, die vom 3. bis 17. September auf 20 Minuten Online aufrufbar war.Bei der Schweizer Bevölkerung sind alternative Heilmethoden wie traditionelle chinesische Medizin, Homöopathie und Akupressur beliebt. 70 Prozent glauben, dass die sogenannte Komplementärmedizin genauso wirksam ist wie die klassische Schulmedizin. Rund 90 Prozent haben selbst schon mehrfach bei der Schmerzbehandlung oder der Heilung auf Akkupunktur & Co gesetzt. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Internet-Umfrage von 20 Minuten Online.
Wirksame Alternativen
2005 wurde eine Initiative «Ja zur Komplementärmedizin» lanciert. Insgesamt 139.000 Unterschriften fand der Vorstoss und wird von Vertretern von Ärzte-, Patienten- und Pflegeorganisationen sowie von Politikern aus dem bürgerlichen und dem linksgrünen Lager unterstützt. Der Glaube an den Erfolg der alternativen Medizin ist gross in der Schweiz. So geben 84 Prozent der Befragten an, dass solche Behandlungsmethoden auf jeden Fall wirken - unabhängig davon, ob man daran glaubt oder nicht. Lediglich 12 Prozent gehen beim Behandlungserfolg mit Homöopathie und anderen Alternativ-Methoden von einem Placebo-Effekt aus. 3 Prozent sind sich unschlüssig.
Keine Allein-Herrschaft für Schulmedizin
Erstaunlich: Auch bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung würden 9 Prozent der Befragten auf gar keinen Fall chemische Medikamente zu sich nehmen, sondern ausschliesslich auf komplementäre Heilmethoden setzen. Dabei ist der Anteil der Männer, die zu keinerlei Kompromissen bereit sind, leicht höher. 86 Prozent würden Naturheilkunde mit schulmedizinischen Behandlungen kombinieren. Lediglich 4,9 Prozent würden im Falle eines Falles komplementäre Behandlungen gänzlich ablehnen. Allerdings geben 26 Prozent zu, sich noch nicht eingängiger mit Alternativen zu Pharmazeutika beschäftigt zu haben.
Homöopathie gefragt
Vor allem auf die Methode «Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt», wie sie die klassische Homöopathie zum Grundsatz hat, setzen viel Schweizer. 74 Prozent setzen bei Erkältung, Magenproblemen und Allergien auf Globuli. Auf Platz zwei der am meisten angewandten alternativen Methoden steht laut Umfrage Fussreflexzonen-Behandlung, noch vor der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Was halten Sie von alternativen Heilmethoden? Sollen Krankenkassen für diese Behandlungen aufkommen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

































von: Sepp am: 18.09.2008 13:49
von: @ Lisbeth Müller am: 18.09.2008 13:43
von: Lisbeth Müller am: 18.09.2008 11:40