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Jerusalem
02. Juli 2008 11:25; Akt: 02.07.2008 14:18 Print
Palästinenser rammt Bus -
mit Bulldozer
In der Jerusalemer Innenstadt hat ein Palästinenser mit einer Planierraupe einen voll besetzten Bus gerammt. Zwei Israeli überlebten die offenbar politisch motivierte Attacke nicht.
Etwa 40 weitere Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt. Der Fahrer stiess mit mehreren Fahrzeugen und Fussgängern zusammen, bis er von der Polizei erschossen wurde. Der Anschlag sei offenbar politisch motiviert gewesen, teilte die Polizei mit. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat. Örtliche Medien sprachen unterdessen von bis zu vier Toten.
Hunderte Menschen liefen unmittelbar nach dem Anschlag in Panik durch die Strassen der Innenstadt. Am Unglücksort lagen Verletzte zwischen Glassplittern und Blutlachen auf der Strasse. Ein Baby hatte Blut im Gesicht, eine Frau rief nach ihrem Kind. Etwa ein Dutzend Autos wurden von dem Bulldozer zerquetscht. «Das war ein Alptraum», sagte der 19 Jahre alte Soldat Ben Schimon. «Der rammte alles, was er gesehen hat. Er hatte eine Pistole und begann, auf einen Polizisten zu schiessen.»
Der Amoklauf ereignete sich vor einem Bürogebäude, in dem neben der Nachrichtenagentur AP auch zahlreiche andere Medien untergebracht sind. Eine Fernsehkamera konnte Aufnahmen machen, wie der Bulldozer ein Auto zermalmte. Dem Video zufolge tötete ein Soldat, der nicht im Dienst war, den Fahrer mit mehreren Schüssen in den Kopf. Angehörige der Streitkräfte tragen in Israel auch ausser Dienst ihre Waffe - eine alltägliche Erinnerung an die Gefahr von Attentaten.
Die 52-jährige Esther Valencia konnte dem Fahrer im letzten Moment zu Fuss entkommen: «Er hätte mich fast erwischt.» Jemand habe sie rechtzeitig weggeschubst. «Es war ein Wunder, dass ich da raus kam», sagte Valencia. In den vergangenen drei Jahren hat es in Jerusalem kaum Anschläge gegeben. Im März stürmte ein ein radikaler Palästinenser ein Priesterseminar und erschoss acht Studenten. Im Gegensatz zu den Palästinensern im Westjordanland geniessen die Palästinenser in Ostjerusalem Bewegungsfreiheit in der Stadt und können auch im jüdischen Teil arbeiten. Israel nahm den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 ein.
(dapd)

























