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17. März 2008 14:02; Akt: 18.03.2008 08:56 Print
Charles Manson: Neue Leichen im Keller der Killer-Legende
Die Barker Ranch im kalifornischen Death Valley Nationalpark: Jahrzehnte nach der Verhaftung des Killers Charles Manson und seiner «Family» wurden im Wüstensand neue Leichen entdeckt.
Die Barker Ranch war das Rückzugsgebiet von Charles Manson und der «Manson Family», die gemeinsam mehrere spektakuläre Morde begangen haben. Charles Manson sitzt dafür seit 1969 im Gefängnis: Knapp vierzig Jahre danach glaubt die Polizei drei weitere Opfer der Killertruppe gefunden zu haben, die im Wüstensand um die Ranch herum vergraben sein sollen. Bei den Leichen soll es sich um Anhalter und Ausreisser handeln, die die Truppe umgebracht haben soll.
Wer ist Charles Manson?
Charles Milles Manson erlangte durch seine wahnsinnige, kriminelle Karriere zweifelhaften Ruhm. Er wurde 1934 als unehelicher Sohn einer drogenabhängigen, 16-jährigen Prostituierten geboren und verbrachte seine Kindheit bei wechselnden Verwandten und im Erziehungsheim. Mit 16 Jahren wurde er erstmals wegen Diebstahls, Vergewaltigung und Zuhälterei verurteilt und bekam drei Jahre Haft.
Als er wieder herauskam, arbeitete er als Parkplatzwächter, nutzte seinen Job jedoch vor allem, um Autos aufzubrechen. Prompt landete er wieder im Gefängnis. Bei seiner Entlassung 1967 fand er sich im Alter von 32 Jahren in der Hippie-Zeit wieder, schloss sich einer Kommune in San Francisco an und gründete seine durch die Lande tourende «Manson Family», eine Clique von 20 Frauen aus schwierigen Verhältnissen, von denen keine älter als 24 Jahre war. Finanzieren liess er sich durch mitreisende, finanzkräftige Männer.
Nach Musik und Flowerpower kam Grössenwahn und Rassenhass
Sein Wunsch, Musik zu machen, scheiterte trotz zeitweise engen Verbindungen zu Dennis Wilson von den Beach Boys. 1969 veränderte sich der Charakter seiner Family: Seine Mädchen hielt er fortan mit Drogen unter Kontrolle. Gleichzeitig prophezeite er einen Rassenkampf: Die Beatles hätten in ihrem Lied «Helter Skelter» genau das mitgeteilt. Gleichzeitig sagte er voraus, dass die Schwarzen unfähig sein würden, sich selbst zu führen und ihn daraufhin zum Leitwolf machen würden.
Als dieses Ereignis nicht eintrat, ergriff Manson selbst die Initiative. Auf sein Betreiben hin fuhren einige seiner Family-Mitglieder in der Nacht auf den 9. August 1969 zum Haus von Musikproduzent Terry Melcher, der sich zuvor über Mansons Demoband lustig gemacht hatte. Dort befanden sich aber nur Roman Polanskis hochschwangere Ehefrau Sharon Tate mit drei Freunden. Die Eindringlinge töteten alle vier mit Küchenmessern und erwischten auch noch einen Passanten. Mit dem Blut von Schauspielerin Tate schrieben sie das Wort «Schwein» an die Haustür.
Botschaften aus Blut
Zusammen mit einem weiteren Family-Mitglied töteten die Mörder nur einen Tag darauf den Industriellen Leno LaBianca und seine Ehefrau Rosemary. Mit Blut schrieben sie «Helter Skelter», «Tod den Schweinen» und «Leistet Widerstand» an die Wände. Der Ehefrau ritzten sie das Wort «Krieg» in den Bauch. Bereits eine Woche nach dem ersten Mord wurden Manson und seine Family wegen des Verdacht des Autodiebstahls verhaftet, später aber auf freien Fuss gesetzt.
Die Bande zog sich auf die Barker Ranch zurück, wo sie im Oktober 1969 endgültig festgenommen wurde. Alle Beteiligten wurden 1971 zum Tode verurteilt. Weil ein Jahr darauf die Todesstrafe abgeschafft (und 1978 wieder eingeführt) wurde, blieb das Leben der Verbrecher verschont. Im Mai letzten Jahres hatte Manson zuletzt einen Bewährungsantrag gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Bis 2012 ist kein neues Gesuch möglich. Ob das nach den letzten Entdeckungen in Erwägung gezogen würde, ist inzwischen eh unwahrscheinlich…
(phi)

























