Studie

07. August 2008 10:14; Akt: 07.08.2008 10:42 Print

Schweiz muss Benzin verteuernSchweiz muss Benzin verteuern

Teureres Benzin, Senkung des Verbrauchs und strengere Umweltvorschriften. Das fordert die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften. Denn die Erdölknappheit kommt schon bald, wie die Studie der SATW zeigt.

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Immer deutlicher zeichne sich ab, dass die globale Erdölproduktion in absehbarer Zeit ihren Zenit erreichen und danach unwiederbringlich zurückgehen werde, teilte die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) am Donnerstag mit. Es müsse davon ausgegangen werden, dass das globale Fördermaximum innerhalb der nächsten 20 Jahre erreicht sei.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Schweiz laut der SATW überdurchschnittlich stark von Erdöl abhängig. Sie deckt 57 Prozent des Gesamtenergiebedarfs mit Erdöl. Angesichts dieses Umstands solle sich die Schweiz schon jetzt auf mögliche Engpässe bei der Erdölversorgung einstellen und den Verbrauch wo immer möglich reduzieren.

Beim Benzin ansetzen

Massnahmen fordern die Forscher vor allem beim Treibstoff. Während es bei den Brennstoffen bereits heute technisch möglich sei, die fossilen Energieträger im Bereich Raumwärme vollständig zu ersetzen, sei ein vollständiger Ersatz für Benzin und Diesel in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Laut der Studie verbraucht der schweizerische Fahrzeugpark im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viel Treibstoff und könnte in den kommenden Jahren viel energieeffizienter werden. Die SATW schlägt deshalb als verbindliches Ziel vor, den Verbrauch jährlich um mindestens zwei Prozent zu senken, statt jedes Jahr mehr Treibstoff zu verbrauchen.

Hohes Sparpotenzial

Die Studie «Erdölknappheit und Mobilität in der Schweiz» kommt zum Schluss, dass grundsätzlich bis zu 60 Prozent des Treibstoffs eingespart werden könnte. Dazu brauche es aber griffige marktwirtschaftliche Instrumente, hohe Treibstoffpreise und strengere staatliche Vorschriften. Die bisherigen Erfahrungen zeigten nämlich, dass freiwillige Massnahmen und Anreizsysteme kaum Wirkung zeigten.

Die SATW fordert, dass rasch und engagiert gehandelt wird, «damit die vorgeschlagenen Massnahmen nicht erst nach mehreren Jahren spürbare Folgen haben», wie es heisst. Die Studie wird Ende August im Rahmen der Veranstaltung «Mobilität 2030» erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

(dapd)

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  • TE am 05.09.2008 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Tanktouristen

    Werden überhaupt die Tanktouristen und ausländischen LKW´s auch miteinbezogen? Ich selber fahre sehr wenig Auto und habe mir ein viel kleineres zugetan, das auch viel weniger verbraucht. Im Schnitt 4,5 Litter/100Km. Es kann nur was nützen, wenn man Weltweit den Verbrauch senkt und alle etwas tun um

  • rp am 12.08.2008 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    wo bleibt der politische durchbruch?

    voll einverstanden, die erdölära und auch das benzinkutschenzeitalter, wie wir es kennen, geht zu ende. mit euronorm 05 kommen noch sparsamere und umweltfreundlichere autos auf den markt, bereits jetzt gemischte konzepte wie hybrid. märkte haben die politik überholt, wo bleiben wirksame leitplanke?

  • PH am 11.08.2008 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Längst eine strategische Frage

    Russland, Lybien, Kaukasus, mittlerer Osten etc. Wie lange geht es noch, bis unser Parlament und die Regierung klare Etappenziele abstecken, um möglichst wenig von fossilen Treib- und Heizstoffen abhängig zu sein. Das Ansteigen der Erdölpreise signalisiert das Ende einer Area. Handeln bevor zu spät!