Life Sciences

12. September 2017 00:00; Akt: 15.09.2017 08:12 Print

Bier macht Darm stabiler

Bier trinken kann Krankheiten entgegenwirken. Das haben Forschende der Hochschule für Life Sciences der FHNW herausgefunden. (Life-Sciences-Woche, Teil 2/5)

storybild

Wir haben es schon immer geahnt: Bier tut Darm und den Nerven gut. (Bild: Lev Dolgachov)

Fehler gesehen?

Wein hat einen recht guten Ruf. Ab und zu ein Gläschen tue der Gesundheit gut, wird gerne gesagt. Aber Bier? Das gilt nicht unbedingt als gesund. Bis jetzt. Wissenschaftler an der Hochschule für Life Sciences der FHNW haben nämlich gemeinsam mit deutschen Forschenden herausgefunden, dass gewisse Stoffe im Bier die Gesundheit fördern. Und zwar sind das Inhaltsstoffe aus dem Hopfen, sogenannte Prenylflavonoide. Diese Hopfen-Moleküle wirken gleich zweifach.

Zum einen stabilisieren diese Prenylflavonoide die Darmwand. Der Darm hat eine wichtige Schutzfunktion für den Körper. Eine starke Darmbarriere hindert aufgenommene Giftstoffe und Bakterien daran, in die Blutbahn zu gelangen. Zum anderen können die Hopfeninhaltsstoffe bei geschädigten neuronalen Zellen das Nervenwachstum anregen.

Hopfen ist für den Geschmack eines Bieres entscheidend. Dass seine Inhaltsstoffe nun auch positive Effekte besitzen, ist für die Getränkeindustrie Gold wert. Dank dieser Erkenntnis wird der Ruf des Biers verbessert, und auch ein neues Wellnessgetränk mit den Hopfeninhaltsstoffen wäre denkbar.

Stout-Biere enthalten besonders viele gesunde Inhaltsstoffe

Besonders viele Hopfen-Moleküle finden sich in dunklen amerikanische Ale- und Porter-Bieren oder im aus dem angelsächsischen Raum bekannten Stout. Lagerbier oder Hefeweizen enthalten weniger dieser speziellen Stoffe.

Natürlich sollen diese wissenschaftlichen Ergebnisse nicht zu täglichem Bierkonsum oder gar zu Trinkgelagen ermutigen. Aber sie zeigen, dass Neugier und Forschungsdrang zuweilen zu erstaunlichen Resultaten mit grossem Potenzial führen. Und dass auch ein derart weitverbreitetes und traditionelles Getränk noch versteckte Talente hat. Das lernten auch die Studierenden der Hochschule für Life Sciences an der FHNW, die in das Forschungsprojekt involviert waren und viel Praxiserfahrung sammeln konnten. Ob zur Feier des Projektabschlusses mit Bier angestossen wurde, ist nicht bekannt.

Life-Sciences-Woche

Life Sciences sind die Wissenschaften im Schnittpunkt von Natur, Technik, Medizin und Umwelt. In fünf Beiträgen bringen wir euch dieses Forschungsgebiet näher:

1. Optimale Ernährung geht bald viel einfacher

2. Bier macht den Darm stabiler

3. Mit Müll die Welt retten – Altholz statt Erdöl

4. Endlich weniger Tierversuche

5. Den Geheimnissen der Basler Spitäler auf der Spur

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jörg Oberli am 12.09.2017 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Erfreulich!

    Endlich einmal eine gute Nachricht im Zusammenhang Darm/Bier! Ich freue mich schon auf die nächste Stange Gerstensaft ...

    einklappen einklappen
  • Geniesser am 12.09.2017 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Biergesund

    Bier, nun noch mehr Genuss für mich. Prost

  • Lugano-Jürg am 12.09.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schön, schön ...

    ... aber mein Ranzen wird immer dicker von Bier als von Wein.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bierfass am 12.09.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Proscht

    Mir ist das so etwas von egal, wenn da gesagt wird, dass man ein Alkoholiker sei, wenn man jeden Abend sein Feierabend-Bierchen trinkt. Blödes Gewäsch, die Blutkontrollen waren bisher perfekt und nur der Arzt kann dies ja effektiv feststellen, ob Alkoholismus vorliegt. In dem Sinne allen Biertrinkern ein Prost und Gruss.

  • Manfred am 12.09.2017 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Ja diese jungen Menschen haben im Rahmen dieses hochwissenschaftlichen Projekts sicher viel Praxiserfahrung sammeln können; und dies täglich...:-)

  • Imperial IPA am 12.09.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr bitter desto gesuender?

    Wenn es wirklich die 'Hopfen-Molekuele' sind, dann sollten IPAs noch viel gesuender sein als ein Stout.

  • Roman am 12.09.2017 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Prost

    Was will man da noch hinzufügen... Bier stärkt den darm und hinzu wäscht es die nieren aus und die flüssigkeitszufuhr ist auch noch da. Prost zusammen

  • Jörg am 12.09.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Whisky?

    Eine ähnliche Untersuchung bzgl. Whisky würde mich interessieren. Ein ähnliches Resultat täte mich erfreuen.