Life Sciences

11. September 2017 00:00; Akt: 15.09.2017 08:12 Print

Optimale Ernährung geht bald viel einfacher

Ein Tropfen Blut genügt: Ein neuer Test ermöglicht unkomplizierte und günstigere Analysen. Damit können Gesundheitsbewusste jederzeit und ohne Arztbesuch ihre Nährstoffwerte checken. (Life-Sciences-Woche Teil 1/5)

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Ein neuartiges Analyseverfahren erlaubt es jedem, sich optimal zu ernähren. (Bild: Lobanov Dmitry)

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Eine Tablette Vitamin C, ein bisschen Magnesiumpulver. Oder doch etwas anderes? Viele Menschen probieren im Bereich der Nährstoffergänzung einfach herum, ohne die Bedürfnisse ihres Körpers zu kennen. Oft helfen Fitnesstracker oder Apps bei der Kontrolle der eigenen Gesundheit. Doch die Aussagekraft der gemessenen Daten ist begrenzt. Wer präzisere Informationen über seinen Körper möchte, braucht einen Bluttest. Früher hiess das: Arztbesuch, Röhrchen voller Blut, Laboruntersuchung. Aufwendig und kostspielig.

Das kann man entweder hinnehmen. Oder so reagieren, wie es für Wissenschaftler üblich ist: Hinterfragen und tüfteln. So konnten Forschende der Hochschule für Life Sciences der FHNW ein neues Verfahren für die Blutanalyse entwickeln. Tausendmal weniger Blut als mit der klassischen Testmethode wird benötigt, es reicht ein winziger getrockneter Tropfen auf einem Papierstreifen. Und nicht nur das: Das neue Analyseverfahren bestimmt gleichzeitig mehrere Werte. Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren und Aminosäuren – alles wird parallel ausgewertet, deshalb ist diese Methode markant günstiger als bisherige.


Vom Blutstropfen zum Gesundheitstipp in der App

Nach der Analyse des Blutes in einem Partnerlabor bekommt der Nutzer seine Werte auf die App übermittelt. Vitaminmangel, Besonderheiten bezüglich Ernährung und vieles mehr werden so aufgedeckt.

Das Ziel des gesamten Projekts: Gesundheitsbewusste können ihre Nährstoffwerte auf der Basis der aktuellen Wissenschaft und dank verlässlichen persönlichen Daten checken und optimieren. Die App gibt auch spezifische Gesundheitstipps. Geplant ist ausserdem, dass die Nutzer auf Wunsch eine personalisierte Mischung an Pillen oder Brausetabletten mit Nährstoffen erhalten. Die Lancierung von Test-Kit und App soll noch dieses Jahr stattfinden.


Life-Sciences-Woche

Life Sciences sind die Wissenschaften im Schnittpunkt von Natur, Technik, Medizin und Umwelt. In fünf Beiträgen bringen wir euch das faszinierende Feld der Life Sciences vom Labor in den Alltag:

1. Optimale Ernährung geht bald viel einfacher

2. Bier macht den Darm stabiler

3. Mit Müll die Welt retten – Altholz statt Erdöl

4. Endlich weniger Tierversuche

5. Den Geheimnissen der Basler Spitäler auf der Spur

(CP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alerta am 11.09.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar...

    Als würde die Wirtschaft und die Pharmabetriebe wollen, dass wir uns gesund ernähren. Was geschieht dann mit den Milliarden an Medikamenten und dem Überschuss an Fleisch?

    einklappen einklappen
  • Pete G. am 11.09.2017 01:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nötig wofür?

    Eine "personalisierte Mischung an Pillen oder Brausetabletten mit Nährstoffen" ist für einen gesunden Menschen absolut unnötig und reine Geldmacherei! Eine abwechslungsreiche Vollwert- Ernährung mit viel Gemüse reicht absolut aus, um den Körper sämtliche benötigten Stoffe in ausreichender Menge zuzufügen - und dies erst noch in der Form, in der es vom Körper am besten Aufgenommen werden kann.

    einklappen einklappen
  • R. S. am 11.09.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleib beim alten

    Judihui, eine neue Geld Maschinerie wird in Gang gesetzt. Ich nehme meine Nahrung lieber noch konventionell ein, damit ist noch ein Genuss dabei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • erika pfister am 17.09.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    wissen für wen?

    was untersucht wird und welche erkenntnisse wem nützen müsste noch geklärt weden

  • Dani am 11.09.2017 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    alles denaturiert

    ... eher fiction als science. mit einem einzelnen Blutstropfen? Diese sensiblen Messinstrumente müssen erst noch entwickelt werden. Warum geben wir heute für ein komplettes Blutbild ca. 100ml Blut ab? Warum Bluttests und nicht selber Wissen über Ernährung aneignen? Wissen was man braucht und was nicht. Wo man Qualitative Nahrungsmittel erwerben kann. Keine verarbeitete Nahrungsmittel. Weniger tierische Proteine. Weniger Kohlenhydrate. Hochwertige Öle. Buntes Gemüse und Kräuter auf natürlichem Boden gewachsen. Weg von allem denaturierten. Geht mal an die Sonne, oder nehmt Vitamin D.

  • Martin M. am 11.09.2017 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Interessenskonflikt

    Ein Problem sehe ich: wenn die Analyse und dann der personalisierte Pillenmix vom gleichen Lieferanten kommt, besteht da nicht ein Interessenskonflikt? Die Versuchung könnte gross sein Pillen zu verschreiben, die nicht benötigt werden.

  • R. S. am 11.09.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleib beim alten

    Judihui, eine neue Geld Maschinerie wird in Gang gesetzt. Ich nehme meine Nahrung lieber noch konventionell ein, damit ist noch ein Genuss dabei.

  • aw55 am 11.09.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ernährung

    Für eine gesunde Ernährung braucht es keine Wissenschaftler und auch keine Ernährungswissenschaft.