Gastro-Trends

18. April 2017 05:53; Akt: 18.04.2017 05:53 Print

«Burger-Peak haben wir noch lange nicht erreicht»

Basel mausert sich immer mehr zur Hochburg für Burger-, Pizza- und Pasta-Lokale. Der Trend zum schnellen, unkomplizierten Essen hält ungebrochen an.

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Sie spriessen wie Unkraut im Frühlingsbeet: Burger-, Pizza- und Pasta-Lokale gibts in Basel heute an jeder Ecke. Und stetig eröffnen neue Restaurants in der Stadt, die die italienischen Speisen und das Flaggschiff der US-Küche an den Konsumenten bringen wollen. Beim Spaziergang vom Bankverein in die Innenstadt offenbaren sich gleich drei Baustellen, wo sich Hungrige künftig den Bauch vollschlagen können.

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Stripped Pizza nennt sich der Laden in der Aeschenvorstadt. Laut Website gibt es bereits eine Filiale in Zürich. Ein Blick auf die Karte lässt erahnen, dass sich auch Gesundheitsbewusste dort satt essen können: Die Grundlage bilden Teigböden, die aus Vollkorn, Leinsamen und Mehrkorn bestehen. Auch eine glutenfreie Variante gibts. Getoppt wird das Ganze mit ausgefallenen Zutaten wie Kichererbsen, Randen-Cashew-Sauce, Granatapfel und Fior di Latte.

Pizza und Pasta punkten mit hoher Marge

Die Gerichte, die in den 60er- und 70er-Jahren mit den italienischen Einwanderern ihren Weg in die Schweiz fanden, haben heute ihren festen Platz in der helvetischen Küche, weiss der Basler Gastronomieexperte Lukas von Bidder. Mit seinem Unternehmen desillusion greift er Gastronomen unter die Schulter und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Ideen. «Pizza und Pasta haben sich völlig eingebürgert», so der Experte.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht seien die italienischen Klassiker eine tolle Sache. «Gleiches Grundprodukt, einfache Produktion, grosse Variation und eine hohe Marge sprechen für die Speisen», weiss der Spezialist.

«Essen nicht im Vordergrund»

Das Franchise-Unternehmen Anton&Konsorten setzt auf besagte Geschäftsidee. In Deutschland existieren bereits zahlreiche Filialen unter diesem Namen und voraussichtlich kommt der Teigwaren-Imbiss auch bald in die Freie Strasse. «Der Geschmack von frischer Pasta ist unverwechselbar», werben die Macher. Ob das Konzept bestehen kann, wird sich zeigen. 2016 mussten die beiden Basler Santa Pasta-Filialen aus wirtschaftlichen Gründen dicht machen.

«Der Gast erwartet ein gastronomisches Gesamterlebnis. Er will mit allen Sinnen etwas erleben, die Konzeptschwerpunkte müssen von der Kommunikation, über das Service-Design bis hin zum Angebot perfekt aufeinander abgestimmt sein», weiss von Bidder. Das Essen selber stehe am Ende nicht mehr im Vordergrund. «Die Mehrheit der Burger-Läden baut auf dieses Prinzip und bringt eine Lebensphilosophie zum Ausdruck.»

Basler Burger-Mania

Die Schweizer Burgerkette Holy Cow eröffnet demnächst ebenfalls eine Filiale. Das Rezept: «GourmetsBurger» aus der Region. Nach Zürich, Lausanne, Genf, Luzern und Winterthur, sollen die Kalorienbomben in naher Zukunft auch am Rümelinsplatz 1 über die Theke gehen.

«Der Burger, einst das Symbol des ungesunden Fast-Foods, hat sich mittlerweile gastronomisch sozialisiert», so Experte von Bidder weiter. Trotz zahlreicher Gastronomen, die auf Patties und Buns setzen, sei die Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende. «Den Burger-Peak haben wir in Basel noch nicht erreicht. Der Trend ist präsenter denn je.»

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dino Schön am 18.04.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Das Zauberwort

    Das Zauberwort heisst "Hohe Marge". Ihr esst gefälligst den Frass, mit dem wir am meisten Kohle verdienen.

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  • Jens am 18.04.2017 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wurgs

    Ganz ehrlich? Ich kann das Zeug nicht mehr sehen. Es hängt mir zum Hals raus. Immer das gleiche seit Jahren. Ich wünsch mir was Frisches, gesundes zum Mitnehmen und nicht so eine Pampe. Davon wird man nur müde und träge und gesund ist es auch nicht.

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  • Typhoeus am 18.04.2017 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für Runterschlucker

    und Gestresste. Wo bleibt der Essengenuss in Ruhe und ohne Eile. Die Arbeit ist schon stressig genug.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Conny am 18.04.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Habe grad kürzlich mit meinen Basler (und anderen) Freunden über die aktuelle Burger-Restaurant-Invasion diskutiert. Uns hängts allen zum Hals raus. Wenns für die Lokale läuft, gut für sie; ich wünsche mir allerdings wieder etwas mehr Abwechslung und gute saisonale/regionale Angebote.

    • webarch am 19.04.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Conny

      die sättigung ist schneller da, wie es den wirten recht ist. aber dann kann man ja wieder jammern und fadenscheinige ausreden suchen. mittlerweile gibt es mehr als solche. frische, regionale küche gibt es dafür kaum mehr, aber da ist der aufwand viel grösser als das junkfood essen. da braucht es nämlich gute köche und frisches essen.

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  • marko 32 am 18.04.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Artikel

    Diesem Artikel stimme ich zu

  • Traveler am 18.04.2017 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Laut Gastronomie Experten bewegt sich der Trend in Richtung orientalische Küche. Und die Rede ist hier nicht von Kebap oder ähnliches. Die Nachfrage zeigt dass Konzepte wie neni sehr gut funktionieren und sehr nachhaltig und Abwechslungsreich sind. Wie wäre es mit solche Konzepte auch als take away?

  • Oli P. am 18.04.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Food-Trends

    All diese Sachen habe ich schon zu Genüge gesehen, wie wärs mal mit etwas neuem?

  • Cristina am 18.04.2017 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür geh ich nicht nach Basel...

    Wenn ich einen guten, homemade Burger haben möchte geh ich nach Erlinsbach ins Andy's Place! Vielfältige Karte mit TexMex Food, ebenso die Getränke, tolle Location, nette Bedienung und vor allem bezahlbar! Dies alles ist mir die Strecke von Basel her wert und es gibt sogar Parkplätze denn Autofahrer sind willkommen! Da können die in Basel ihren Food mit höchstmöglicher Gewinnmarge selber essen...