Cosplay

21. April 2017 05:46; Akt: 21.04.2017 05:46 Print

«Es ist die schönste Sucht überhaupt»

Am 29. April beginnt in Basel die Fantasy. Unter den zahlreichen Cosplayern ist auch Gina Zhenya (26) aus Diegten.

Gina Zhenya (26) spricht mit 20 Minuten über ihre Leidenschaften und wie sie die Gamer-Szene erlebt. (Video: las)
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Bereits an der Fantasy Basel 2016 2016 begeisterte Gina Zhenya aus Diegten mit ihrem Rotkäppchen-Kostüm und traf ihr Idol, die Cosplayerin Yaya Han. Auch 2017 wird die 26-Jährige wieder mit von der Partie sein.

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«Wer Cosplay macht, der leidet», stellt Gina fest. Einerseits sei es ein emotionales Leiden, weil man nie wisse, wie das Kostüm ankommt. Schliesslich sei Cosplay in Europa nicht so weit verbreitet wie in den USA oder in Japan. Andererseits sei es auch eine physische Herausforderung, drei Tage lang an einer Convention ein Kostüm zu tragen und nicht aus der Rolle zu fallen, egal was einem alles wehtue. «Wenn jemand kommt und ein Foto machen will, muss man posieren und lächeln. Das gehört einfach dazu», so Gina.

Überwindung lohnt sich

Doch am Ende lohne sich alles. «Vor allem die Kinder hatten an der Fantasy eine Riesenfreude an meinem Rotkäppchen-Cosplay. Und dann habe ich noch den Wolf getroffen, mit dem ich für viele Bilder posieren konnte», sagt sie.

Diese Bestätigung ist für Gina entscheidend, wenn es darum geht, das nächste Mal wieder in ein Kostüm zu schlüpfen und eine Rolle zu verinnerlichen. «Es wird zu einer Art Sucht. Aber es ist die schönste Sucht überhaupt», erzählt sie.

Fasziniert vom Verwandeln

«Angefangen hat alles mit meinem Interesse für Animes», erinnert sich Gina. In den japanischen Animationsfilmen würden Emotionen viel intensiver dargestellt als in den westlichen Pendants. «Das Eintauchen in diese Welten gab mir während meiner Kindheit auch viel Halt», sagt sie. Besonders eindrücklich fand sie den Anime «Sailor Moon».

Dabei faszinierte sie der Aspekt der Verwandlung der normalen Schulmädchen in Heldinnen mit mystischen Kräften. Im Hinblick auf ihr Cosplay hat sie das bisher nicht losgelassen. «Du bist stärker, wenn du im Kostüm bist», so Gina.

Eben so gerne begibt sie sich in die fantastischen Welten von Games und streamt ihre digitalen Erlebnisse auf Twitch.tv. Dabei schlüpft sie in eine andere Rolle als Entertainerin und fiebert mit den Charakteren mit. «Das gehört für mich zur Authentizität», erklärt sie.

Sex und Seximus

In der Gamer-Szene sind Frauen immer wieder Sexismus ausgesetzt. Im Extremfall kommt es zu üblen Anfeindungen, wie ein von der «Tageszeitung» aufgegriffener Fall zeigt. «Als Frau wird man oft auf das Äusserliche reduziert und hat mit Vorurteilen zu kämpfen», sagt Gina. Natürlich habe es seinen Reiz, mit gutem Aussehen ein Publikum anzulocken, aber das habe auch seinen Preis: «Irgendwann wird man nur noch als Objekt betrachtet.»

Für sie sei es hingegen wichtig, Fans anzuziehen, mit denen sie über Games und Kostüme diskutieren könne, und nicht über ihr Äusseres. Gleichzeitig müsse sie aber unterhalten können. Deshalb ist Gina so von Lara Croft fasziniert. Die Protagonistin der «Tomb Raider»-Serie ist für sie eine wichtige Figur, weil sie Weiblichkeit und Stärke repräsentiert, intelligent und unabhängig ist, und einen freien Lebensstil pflegt.

(las)