17,5-Mio-Anwesen

16. Mai 2017 05:51; Akt: 16.05.2017 15:21 Print

«Etwas vom Schicksten, was auf dem Markt ist»

Seit vier Jahren sucht die Bäumlihofvilla «Zu den Hirzen» einen neuen Besitzer. Mittlerweile soll es Interessenten geben, berichtet der Makler. Der Preis hat sich mehr als halbiert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im April 2013 machte das Anwesen «Zu den Hirzen» in Riehen Schlagzeilen, weil es als teuerste Villa der Schweiz ausgeschrieben war. Der historistische Bau aus dem Jahr 1892 mit 20 Zimmern auf dem 3,2 Hektaren grossen Grundstück, Gärtnerhaus und einem eleganten Mehrzweck-Pavillon war damals für 39 Millionen Franken ausgeschrieben. Zu diesem Preis fand die Luxus-Immobilie aber keinen Käufer.

Jetzt kümmert sich FSP Fine Swiss Properties um den Verkauf des Geigy-Anwesens. Makler Robert Ferfecki sagt: «Der damalige Preis war utopisch.» Seine Firma wurde damals schon, zusammen mit anderen Maklern, von Eigentümer J. R. Geigy zur Offertstellung eingeladen, lehnte das Mandat aber ab, weil er die angestrebte preisliche Grössenordnung für unrealistisch hielt. Vier Jahre später hat er das Mandat. Der Markt hat ihm recht gegeben. Jetzt liegt die Preisvorstellung für das Anwesen noch bei 17,5 Millionen Franken.

Historisch, aber auf neustem Stand

«Der Verkauf ist heute tendenziell schwieriger als damals», sagt er mit Verweis auf den heute etablierten Steuerdatentausch, die fehlende Pauschalbesteuerung und das gefallene Bankgeheimnis. Es gebe aber Interessenten, jetzt da der Preis plausibel und zeitgemäss sei. «Es ist etwas vom Schicksten, was in der Schweiz auf dem Markt ist.» Der Zürcher Immobilienvermittler kennt den Markt für Luxus-Immobilien in der Schweiz und hatte bereits mehrere aussergewöhnliche Mandate.

Geigy hatte das Anwesen von seinem Vater geerbt und über die Jahre für mehrere Millionen Franken renoviert. «Alles ist kernsaniert und praktisch auf dem neusten Stand», erklärt Ferfecki. Wo früher Hirsche gehalten wurden, liess Geigy den Pavillon bauen. Der Hirschpark wurde 1996 aufgegeben, die Anlage und die Herde hätten erneuert werden müssen. Das Ehepaar Geigy schuf an seiner Stelle einen Ort der Kultur und Begegnung. Der Name Hirzen erinnert an die Hirsche.

Käufer braucht guten Leumund

Die Frage ist, was der nächste Eigentümer mit der extravaganten Immobilie machen wird. Geigy hatte sein Haus geöffnet und den modernen Pavillon, den er errichten liess, für Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt. Er engagierte sich als Mäzen, wie das in Basel zu den Gepflogenheiten der betuchten Familien gehört. Er wünschte sich auch, dass der neue Hausherr zu Hirzen das kulturelle Engagement weiterführt.

«Wie der Pavillon genutzt werden kann, ist in der Tat die zentrale Frage», sagt Ferfecki. Es gebe allerdings keine Kaufauflagen, einzig ethisch-moralische. Es solle niemand mit zweifelhafter Reputation oder extremer Gesinnung sein.

(lha)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tristan72 am 16.05.2017 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaue es mir an ...

    Werd es mir genauer anschauen am Wochenende, weil morgen winken 35.5 Millionen von Swiss Lotto und die werde ich gewinnen :-)

    einklappen einklappen
  • Sophie am 16.05.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeinbildung

    1892 ist nicht im 18. Jahrhundert... Und Barock ist dies auch nicht...

    einklappen einklappen
  • Jeff am 16.05.2017 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hochzeit

    Ich hatte das Privileg, dort mein Hochzeitsfest feiern zu dürfen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Celine B am 17.05.2017 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaufe Gartenhaus

    Kann ich auch nur das Gartenhäuschen kaufen und den Garten mitbenutzen? Um die Gartenarbeit und Instandhaltung soll sich aber der Villenbesitzer kümmern. Ich leere auch den Briefkasten bei Abwesenheit.

  • Brüngger Janice am 16.05.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top!!!

    Das wär doch was für den nächsten Lottomillionär :-) Sehr sehr schönes Anwesen...

  • Zora am 16.05.2017 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    etwas fehlt mir

    Wo ist denn da der Pferdestall?

  • Nanai... am 16.05.2017 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke, zu gross.

    da hätte ich Angst, mich auf dem Grundstück zu verlaufen :D Und Lust, bis ans bittere Ende massenhaft Kohle für Haus- und Gartenunterhalt auszugeben (denn den schafft kein Normalsterblicher im Alleingang) ist mir auch zu teuer. Da miete ich mir doch lieber ein winzigkleines Inselchen in der Karibik, mit Sonne und Strand, den das Meer selbsttätig putzt. :D

  • Butch am 16.05.2017 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Barock!

    Ein schönes Haus, keine Frage, aber Barock ist es trotzdem nicht. Wohl eher Jugendstil, wenn es denn überhaupt einen Baustil hat. Würde es trotzdem nicht kaufen für 17 Millionen.