Erfolgreiche Jungunternehmerin

09. Juli 2018 05:52; Akt: 09.07.2018 10:19 Print

Junge Schneiderin wird für ihren Mut belohnt

Tanja Oehl ist erst 23 Jahre alt und führt bereits seit fünf Jahren ihr eigenes, neuerdings preisgekröntes Unternehmen. Neben Mut und Willenskraft brauche es vor allem Herzblut, sagt sie.

Im Juni zügelte Jung-Unternehmerin Tanja Oehl mit ihrem Atelier in die Elisabethenstrasse in Basel. (Video: sis)
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Die Baslerin Tanja Oehl gewann Ende Juni den 1. Prix BÂLEnce, der vom Gewerbeverband Gruppe23 geschaffenen Auszeichnung, die vorbildlich engagierte Unternehmer würdigt. Seit fünf Jahren schon führt die junge Frau erfolgreich ihr eigenes Schneideratelier Couture Stilvoll – und das, obwohl man ihr von der Schneiderlehre abriet.

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«In der Schule sagte man mir, ich könnte Probleme haben, eine Stelle zu finden, und würde eher wenig Geld verdienen», erinnert sich Oehl. Doch sie liess sich nicht entmutigen und zeigte, dass es doch geht. Inzwischen wurde sie gar von der E.E. Zunft zu Schneidern aufgenommen. «Das ist eine grosse Ehre», so die junge Unternehmerin.

Erste Aufträge im Alter von zehn Jahren

Ihr Talent als Schneiderin entdeckte die 23-Jährige früh. Als Neunjährige nähte sie ein Bettchen für ihren Hund. Ein Jahr später bekam sie ihre erste Nähmaschine geschenkt und widmete sich gleich ersten Aufträgen: «Ich habe für eine Frau Hundebettchen genäht, die sie dann später wiederum verkauft hat. So habe ich mir mein Sackgeld aufgebessert», erzählt sie.

Entgegen allen gut gemeinten Ratschlägen begann sie mit fünfzehn Jahren die Ausbildung zur Schneiderin. «Ich bin meiner Leidenschaft gefolgt und habe die Lehre durchgezogen», so Oehl. Mit 18 bekam sie nach erfolgreichem Abschluss die erste Festanstellung. Durch diese Sicherheit wagte sie einen ersten kleinen Schritt in die Selbstständigkeit.

«Fasnacht ist mir eine grosse Stütze»

Fünf Tage die Woche arbeitete sie in einem Stoffladen, zusätzlich öffnete sie an einem freien Tag ihr eigenes Atelier im Baselbiet. «Ich wollte mal schauen, wie das funktioniert und ob mir das überhaupt gefällt.» Und weil es ihr so gut gefiel, zog sie mit ihrem Atelier bald in die Basler Innenstadt, arbeitete daneben weiterhin zu 40 Prozent in einem Stoffladen. Auch das lief gut, nur der Standort im dritten Stock war nicht ideal. Jetzt habe sie ein Schaufenster und Laufkundschaft an der Elisabethenstrasse 15.

«Man muss schon kämpfen und jeden Monat aufs Neue schauen, aber wenn man etwas wirklich möchte, schafft man es auch», erklärt sie. Mut, Willenskraft und vor allem Herzblut seien wichtig. Angst aber habe sie nicht. Mit der Ungewissheit müsse man aber leben. Am schlimmsten sei der Sommer, weil da alle in den Ferien seien.

Danach kämen wieder mehr Kunden, und im Winter sei sie mit dem Nähen von Fasnachtskostümen sowieso gut beschäftigt. «Die Fasnacht ist meine grösste Stütze.»
Basler Jung-Unternehmerin mit Preis ausgezeichnet

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacqueline am 09.07.2018 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    flissigs Schniderli

    Kann nur gratulieren. Diese junge Frau hat es bewiesen. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Bravo

    einklappen einklappen
  • De Max am 09.07.2018 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig!

    Ich bewundere solche Menschen!

  • Lia 36 am 09.07.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewundernswert...

    Schön wenn sie sich so verwirklichen kann. Alles Gute weiterhin, mit vielen freundlichen Kunden...

Die neusten Leser-Kommentare

  • René G. am 09.07.2018 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Bravo Tanja! Wir hoffen, dass du mit deinem Enthusiasmus, Mut und Selbstvertrauen weit kommst. Die Schneiderzunft gratuliert dir.

  • Anerev am 09.07.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wow Hut ab

    Hut ab. Wow ich weiß was es heißt als Schneiderin. Gratuliere

  • Alle Achtung am 09.07.2018 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufswunsch

    Zum Glück gibt es noch junge Menschen, die Ihre Ausbildung auf Grund der Freude und nicht nach dem Einkommen wählen. Dass man sie von ihrem Berufswunsch abbringen wollte, sagt genug aus. Toi toi toi - mach weiter so!

  • Jakob B. am 09.07.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Daumen nach oben

    Was mich immer erstaunt, ist das es Leute gibt die den Daumen nach unten geben. Was sind das denn für Versager selber. Neidisch oder gefrustete Seelen ? Ich jedenfalls finde solche Geschichten einfach nur gut in unserer trostlosen Welt.

  • fischli am 09.07.2018 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, weiter so !

    Ein wunderschöner Beruf. Diese junge Frau wird es noch weit bringen. Opernhaus, Schauspielhaus national und international brauchen solche Künstlerinnen.