Basler Jihadist

01. August 2016 12:14; Akt: 01.08.2016 12:14 Print

«Mir wäre ein Todesurteil hier lieber»

Der 24-Jährige, der sich am Freitag vor dem Appellationsgericht verantworten musste, wurde zu drei Monaten Ausschaffungshaft verurteilt. Er will um keinen Preis zurück in den Irak.

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Im Ausschaffungsgefängnis wurde der Prozess gegen den Jihadisten geführt. (Bild: Keystone)

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Die Niederlassungsbewilligung hatte der Mann bereits im letzten Jahr verloren, weil es Hinweise gab, dass er sich im Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak aufgehalten haben soll. Zudem gab es Hinweise, dass er einer terroristischen Organisation angehörte. Am Freitagnachmittag verurteilte die Ausschaffungsrichterin im Gefängnis Bässlergut den Mann zu drei weiteren Monaten Haft, bis über seine Ausschaffung entschieden wird. In ihren Augen sei das Risiko einer Entlassung des gebürtigen Irakers zu gross, wie «Onlinereports» berichtete. «Diese Gefahr reicht, Sie weiter in Ausschaffungshaft zu belassen», so die Richterin an der Urteilsverkündung.

Laut Onlinereports habe der Angeklagte während der Anhörung geschickt auf Baseldeutsch argumentiert. Er betonte, dass er im Irak verfolgt würde und nicht in sein Heimatland zurück könne. Ausreisen sei daher keine Option. «Mir wäre ein Todesurteil hier lieber», sagte er. Gehe es nach ihm, würde er bei seinem Onkel in Deutschland leben. Laut dem Leiter der Abteilung Zwangsmassnahmen Migrationsamt steht es dem Beschuldigten frei, einen Staat zu suchen, der ihn aufnehme.

Die Entscheidung über die weitergehenden rechtlichen Schritte wird nun von den kantonalen Behörden getroffen. Eine Beschwerde des 24-Jährigen gegen den Wegweisungs-Entscheid des kantonalen Amtes für Migration ist noch hängig.

(jd)