Film aus Basel

18. März 2014 13:03; Akt: 19.03.2014 15:47 Print

«Neuland»: Ganze Welt in einem Klassenzimmer

von Paula Jezkova - Die Dokumentarfilmerin Anna Thommen (32) begleitete zwei Jahre lang die Integrationsklasse Basel. Ihr Film «Neuland» zeigt Jugendliche, die für ein Leben in der Schweiz kämpfen.

Der Film Neuland zeigt Jugendliche aus verschiedenen Teilen der Welt, die versuchen sich ein neues Leben in der Schweiz aufzubauen.
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Die Idee zum Film hatte Thommen vor vier Jahren.«Ich konnte mir damals nicht viel unter Integration vorstellen und fragte mich, wie es wohl ist, in ein neues Land zu kommen», erzählt sie. Die Baselbieter Filmemacherin hat während zwei Jahren die Integrationsklasse Basel mit der Kamera begleitet. Ihr Werk «Neuland», das am Donnerstag im kult.kino Atelier um 18.30 Uhr Premiere feiert, zeigt auf direkte und unverschönte Weise, was es heisst, sich integrieren zu müssen.

Im 93-minütigen Dokumentarfilm sind Jugendliche aus aller Welt zu sehen. Sie versuchen, sich ein eigenständiges Leben in der ihnen noch unbekannten Schweiz aufzubauen. Thommens Film verzichtet auf eine Erzählstimme und Interviews. Die Bilder sprechen für sich – dies kommt beim Publikum gut an. In den letzten Monaten gewann Anna Thommen verschiedene Auszeichnungen, wie beispielsweise den Baselbieter Förderpreis oder den Prix du Public der Solothurner Filmtage.

Eine neue Perspektive auf die Welt

«Die Jugendlichen haben in ihrem Leben schlimme Dinge erlebt und standen vor einer neuen Herausforderung. Dies beeindruckte mich sehr», sagt Thommen. In «Neuland» konzentrierte sie sich speziell auf drei Protagonisten: auf Ehsanullah aus Afghanistan, auf Nazlije aus Albanien und auf den Lehrer Christian Zingg. Sie alle verbindet ein starker Wille und eine grosse Portion Hoffnung.

«Es war teilweise schwierig, mich völlig von den Menschen abgrenzen zu können.» So entstanden während der Dreharbeiten Freundschaften zwischen der jungen Mutter und den Filmdarstellern: «Ich habe von den Jugendlichen viel über andere Kulturen gelernt. Die Welt erscheint mir noch viel bunter und vielschichtiger als vorher.»

An der Premiere von «Neuland» sind neben der Regisseurin auch der Lehrer Christian Zingg und zwei ehemalige Schülerinnen dabei.

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