Basel

31. März 2011 23:03; Akt: 31.03.2011 21:13 Print

«Sicherheit war ungenügend»

Nach dem dreisten Diamantenraub an der Baselworld sind sich die Experten einig: Die Steine tauchen nie mehr auf.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Mittwoch wertet die Staatsanwaltschaft die Videoaufnahmen der Diamantenhalle an der Baselworld aus – mit einem ersten kleinen Erfolg: «Wir haben Teile der Tätergruppe auf den Bildern erkannt», sagt Kriminalkommissär Markus Melzl. Bereits wurde die Fahndung über Interpol eingeleitet. Für Experten steht aber fest: Die Sicherheit war ungenügend. «Die Vitrinen waren mit einfachem VSG-Glas geschützt – das ist kein Einbruchschutz», sagt Martin Winckel vom Internationalen Juwelier-Warndienst. Die Täter müssten Profis gewesen sein: Für den Diebstahl solch grosser Diamanten müsse man über den entsprechenden Background verfügen. «Die Täter müssen einer organisierten Gruppe wie Pink Panther an­geschlossen sein, um die Ware verkaufen zu können», so ­Winckel.

Allerdings dürften die Diamanten in ihrer ursprünglichen Form unverkäuflich sein, weil sie zertifiziert sind. «Damit lässt sich die Identität eines Steins zu 99,9 Prozent bestimmen», sagt Daniel Nyfeler, Direktor des Gübelin Gem Lab. Gewicht, Schliff, Fluoreszenz – alles sei darin dokumentiert. «Meistens werden gestohlene Steine darum neu geschliffen oder in mehrere zerkleinert, auch wenn sie dabei an Wert verlieren», so Nyfeler. «Dann findet man die Steine nie wieder.» Oft erhalte der Diamant dann eine neue Expertise, lande wieder im Handel und bringe viel Geld ein. «Er hat ja fast nix gekostet», so Winckel.

(dd/lha/20 Minuten)