Strafgericht BL

23. August 2017 17:10; Akt: 23.08.2017 17:10 Print

Notorischer Elsässer Raser aus dem Verkehr gezogen

Ein unverbesserlicher Verkehrsrowdy (23) stand vor Gericht. Trotz laufendem Verfahren wegen mehrfachem Rasen hatte er sich zudem auf Kokain und Alkohol hinters Steuer gesetzt.

storybild

Die Dreierkammer des Baselbieter Strafgerichts verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe. (Bild: Kanton Baselland/Tom Bisig)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Angeklagte gab Richter Daniel Ivanov am Mittwoch am Strafgericht in Muttenz sichtlich nervös Red und Antwort. In seinem geleasten BMW war er zwischen Mai und Juni 2016 drei Mal erheblich zu schnell in Radarkontrollen gefahren.

Laut Anklage handelte es sich bei einer der Geschwindigkeitsüberschreitungen um einen besonders krassen Fall, der mit einem tödlichen Unfall hätte enden können. Bei Laufen überholte der 23-Jährige ausserorts einen Lastwagen und überschritt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der Sicherheitsmarge von 4 km/h um 66 km/h. «Ich habe gewusst, dass es auf dieser Strecke einen Radar hat, aber es war mir egal», so der der im Elsass wohnhafte Portugiese. Er habe einfach schnellstmöglich zu seiner Mutter ins Spital gewollt.

Nach Partynacht geblitzt

Auch bei den beiden weiteren angeklagten Fälle habe er willentlich zu fest das Gaspedal gedrückt, gestand er unter Tränen. Beide Male sei er nervös und abgelenkt gewesen und wollte in kürzester Zeit sein Ziel erreichen. So fuhr er auf der A1 nach einer Partynacht 37 km/h und auf Stadtgebiet 27 km/h zu schnell. «Ich dachte es sei ein Spiel. Ich war sehr jung», antwortete er dem Gerichtspräsidenten, auf die Frage, ob er sich der Konsequenzen nicht bewusst gewesen sei.

Zudem gab er zu, dass er auf einer Kreuzung in Basel einem Polizeiauto den Vortritt nicht gewährte, so dass dieses abbremsen musste, um eine Kollision zu verhindern.

Kokain und Alkohol im Blut

Beim Angeklagten handelte es sich sowohl in den Augen des Richters als auch der Anklage um einen besonders lernresistenten Fall. Denn obwohl er bereits Post von der Polizei nach Hause geschickt bekommen hatte und ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wurde, hielt er sich weiterhin nicht an das Gesetz.

Im September geriet er nach einer durchzechten Nacht um 7 Uhr in eine Polizeikontrolle – mit rund einem Promille Alkohol und Kokain im Blut. «Bei ihnen hat man das Gefühl, kaum sind sie bei der Staatsanwaltschaft aus der Türe raus, gehen sie Alkohol und Drogen konsumieren und setzen sich nach 27 Stunden ohne Schlaf hinters Steuer», rügte Ivanov den Elsässer.

Der Führerausweis wurde ihm nach dieser Kontrolle in der Schweiz aberkannt. In Frankreich ist er jedoch nach wie vor gültig. Er überlasse der das Fahren nun jedoch seiner Freundin – zu gross sei die Angst vor Radarkontrollen, so der Angeklagte.

Urteil abgemildert

Die Dreierkammer verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten mit einer dreijährigen Probezeit. Das Urteil liegt unter dem vorgeschlagenen Strafmass der Staatsanwaltschaft. Diese wollte den Beschuldigten bei einer teilbedingten Strafe von 18 Monaten sechs Monate hinter Gitter wissen.

(jd)