FC Basel und FIFA 17

23. Januar 2017 17:08; Akt: 24.01.2017 09:13 Print

Gibt es bald Profi-Gamer im FCB-Trikot?

Der FC Basel prüft, im Sommer professionelle Gamer unter Vertrag zu nehmen. Die E-Sport-Szene floriert unterdessen seit Jahren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In einem Interview mit der «Basellandschaftlichen Zeitung» spricht Martin Blaser, Leiter der FCB-Marketingabteilung, von den Plänen, im E-Sport aktiv zu werden. Der elektronische Sport umfasst die professionelle Seite des Gamens. Die besten Spieler treten einzeln oder in Teams in Ligen und Turnieren gegeneinander an. Das zunehmend publikumsträchtige Feld zieht seit Jahren Sponsoren und Zuschauer an. Bald könnte der FC Basel seine eigenen Gaming-Profis in der Fussballsimulation FIFA 17 von Electronic Arts (EA) stellen.

Umfrage
Zocken Sie das neue FIFA 17?
48 %
7 %
30 %
15 %
Insgesamt 1474 Teilnehmer

«Seit Dezember 2016 prüfen wir im Zusammenspiel mit einem jungen Berater, der selber im E-Sport als Gamer tätig war, mögliche Aktivitäten beziehungsweise Felder, die wir ab 1. Juli 2017 eventuell bearbeiten wollen», so Blaser gegenüber der Zeitung. «Wer das Thema E-Sports verfolgt, weiss, dass man die Augen vor diesem Markt nicht verschliessen kann», begründet er. Im Gegensatz zu anderen Vereinen werde der FCB nicht in Fantasy-Games einsteigen. Auch beim Schiessen will sich der FCB auf Tore beschränken: «Aus meiner Sicht hat der FCB im Bereich Shooter-Games sicher nichts verloren», so Blaser.

130 Millionen Umsatz

E-Sport ist ein lukratives Geschäftsfeld. Laut einer Schätzung des Geschäftsprüfungsunternehmens Deloitte wird die Branche in drei Jahren in Deutschland 130 Millionen Umsatz jährlich erzielen. Während die Sportart Nummer Eins in Europa nach wie vor der Fussball ist, haben schon einige Klubs den Wink der Zeit erkannt und sich in den elektronischen Sport gestürzt. So haben der FC Schalke 04 und der Paris Saint-Germain FC seit 2016 ihre eigenen Teams, die in der obersten europäischen «League of Legends»-Liga (European Challenger Series) Wettkämpfe bestreiten. Auch der FC Luzern ist bereits auf den Zug aufgesprungen.

«Es ist ein spannendes Themenfeld, das man prüfen muss», sagt FCB-Sprecherin Andrea Roth auf Anfrage. Der Verein wolle sich diesem Markt nicht verschliessen. Während die bis zu sechsstelligen Preisgelder der Turniere für den FC Basel eher Wechselgeld sind, dürften vor allem die grossen Zuschauerzahlen attraktiv für das Vereinsmarketing sein. Das Finale der «League of Legends»-Weltmeisterschaft zählte laut Entwickler Riot Games um die 36 Millionen Zuschauer. «Im Juli entscheiden wir, ob wir das Projekt weiterverfolgen», so Roth.

Für EA hat das ganze nur Vorteile

EA, die Entwickler und Publisher von FIFA 17, kann es nur freuen, dass Fussballklubs in den digitalen Wettkampf einsteigen. «Das Medieninteresse wird grösser», sagt Christian Knoth, ehemaliger deutscher FIFA-Nationalspieler und E-Sports-Redaktor. So würden sich neben den Profis auch mehr Laien für das Spiel interessieren, wenn ihre Lieblingsvereine dort aktiv sind. Damit stiegen auch die Preisgelder: «Letztes Jahr winkten für den ersten Platz am FIFA Interactive World Cup noch 20’000 Dollar. Dieses Jahr ist es schon zehnmal so viel», sagt Knoth.

Der Nachteil für die bereits etablierten E-Sports-Teams sei nun laut Knoth, dass es sich schwieriger gestaltet, die talentierten Spieler zu halten. In dieser Hinsicht ist es wie im realen Fussball. «Wer ein gutes Angebot eines solchen Teams bekommt, wird sich gut überlegen, dieses auszuschlagen», erklärt er. Zudem hofiere EA die von Fussballklubs organisierten Teams dieses Jahr gar mit einem eigenen Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft. «Für EA ist das gutes Marketing, das die eigenen Bemühungen hervorragend unterstützt.»

(jd/las)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gamer am 23.01.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    lausiger Artikel

    Lustiger Artikel, LOL soll also ein Shooter Game sein? und CS:GO ein Moba? Scheint als hätte weder dieser Autor noch der super e-Sport Berater vom FCB eine Ahnung von e-Sports. Der Rubel rollt bei LOL, DOTA & Overwatch.. mit FIFA wird niemand reich. Die Strategiespiele sind ein e-Sport Nischenprodukt da Singlegame und weit geringere Gewinnerprämien da kleinere Fanbase. Ausnahme Südkore, die leben e-sport in einer anderen Dimension aus.

    einklappen einklappen
  • E-Sports Noob am 23.01.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Marketing?

    Klar, als Fussballverein sollte man in Fifa einsteigen, macht ja auch Sinn... Nur... wenn man im E-Sports wirklich erfolgreich sein will, dann sollte man in erfolgreiche Spiele investieren. Fifa ist für Youtube gemacht nicht für E-Sports, möchten wir wettkämpferischen Fussball anschauen, dann schauen wir echten Fussball. LoL, CS:GO, Dota 2 oder Starcraft 2 da total auszuschliessen wäre die dümmste Idee, nur so als kleiner Tipp von einem leidenschaftlichen E-Sportler ;).

    einklappen einklappen
  • notYou am 23.01.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Information?

    Mit Fifa kommt man nicht weit.. Csgo oder Dota und LoL wären bessere optionen

Die neusten Leser-Kommentare

  • franz peter am 28.01.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer auf schlau machen

    ich spiele selber FIFA und ich bin gut aber ich verstehe nicht die hater kommentare aber mit fifa spielen im leben wird man nie etwas grosses erreichen CsGo ist besser und leute suchen da gute spieler

  • Castro am 24.01.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Sportler

    Super wurde auch langsam Zeit. Ich wär sofort dabei! Wan gibt es den die ersten qualifikations turniere?

  • jasii93 am 23.01.2017 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fcsg

    tja der fcsg hats ja bereits vorgemacht. da kommen noch diverse nachreiter :)

  • Stev am 23.01.2017 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sogar der FC St. Gallen...

    ... besitzt ein E-Sport abteil, und zwar nicht mal ein schlechtes ;-)

  • nissin am 23.01.2017 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Unbekannt

    Da wäre dann der FC Oeri bzw. die FC Oeri-Spieler mit einer unbekannten Situation konfrontiert: Der Schiri und das Momentum wären dann für den Gegner...