Gewalt im Basler Nachtleben

29. März 2017 16:55; Akt: 29.03.2017 16:59 Print

«Ab 2 Uhr beginnen viele Clubgänger zu stänkern»

Die Basler Kriminalstatistik widerspiegelt ein teils von Gewalt überschattetes Bild vom Nachtleben. Zwei Club-Betreiber und ein Türsteher berichten aus ihrem Alltag.

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258 Prozent mehr schwere Körperverletzungen weist die Basler Kriminalstatistik 2016 gegenüber dem Vorjahr aus. Beat Voser, Chef der Basler Kriminalpolizei, lokalisierte das Problem im Nachtleben: Fast alle Gewalttaten würden sich in diesem Umfeld abspielen. «Das Partyvolk kommt bereits unter Drogen- und Alkoholeinfluss in der Stadt an. Je verladener die Leute, desto tiefer die Frustrationstoleranz», sagt er. Und je später die Stunde, desto häufiger die Zwischenfälle.

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Der Fame Club am Claraplatz etwa geriet letztes Jahr mehrmals in die Schlagzeilen. Seit drei Wochen ist er unter neuer Führung. «Bei uns hat sich die Situation grundlegend verändert», sagt Club-Betreiber Sascha Szilagyi. So wurde etwa das Sicherheitspersonal komplett ausgewechselt und die Einlasspolitik verschärft. «Beim Opening vor zwei Wochen haben wir etwa 200 Leute nicht reingelassen», erzählt er. Die Devise laute: Probleme sollen vom Club ferngehalten werden. Bis jetzt funktioniere das: «Wir hatten seither keine Vorfälle mehr.»

Betrunkene müssen draussen bleiben

Probleme mit gewaltbereiter Kundschaft kennt auch Claudio Rudin vom Balz Club im Steinenbachgässlein. Gröbere Zwischenfälle seien aber ganz selten. «Dann holen wir auch die Polizei dazu», sagt er. Ein zunehmendes Gewaltpotential im Nachtleben, wie es die Polizei beobachtet, stellt Rudin nicht fest, sagt aber auch: «Wir achten sehr darauf, wen wir bei uns reinlassen. Wer betrunken ist, bleibt draussen.» Es sei auch wichtig, dass genügend Sicherheitspersonal im und vor dem Clubpräsent sei.

Auch Rudin legt Wert auf Professionalität und gute kommunikative Fähigkeiten bei den Türstehern. Diese hätten auch ein Gespür für potentiell gewalttätige Gäste. «Wir bekommen dafür auch gute Feedbacks von den Gästen», sagt er.

«An der Heuwaage ist die Hölle los»

Für Mike Thoma, der mit seiner Sicherheitsfirma Pro-Tect seit vielen Jahren vor den Türen der Basler Nachtlokale steht, ist die Kriminalstatistik keine Überraschung. «Kontinuität bei der Einlass-Politik ist das A und O», sagt er. Sein Team ist unter anderem vor dem Paddy Reilly's Pub stationiert – und Thoma weiss: «Bei benachbarten Lokalen an der Heuwaage gehören Ausschreitungen zum Programm.» Das Problem liege bei den häufigen Besitzerwechseln. «Die neuen Betreiber bringen ihr unseriöses Sicherheitspersonal mit. Diese Wechsel sind nicht gut für die Tür-Politik. Bei denen ist Woche für Woche die Hölle los.» Ein Wochenende ohne Polizei und Sanität habe Seltenheitswert.

«Fakt ist: Ab 2 Uhr stehen viele Clubgänger betrunken vor uns und beginnen zu stänkern», sagt er weiter. Personen, die regelmässig in Basel unterwegs seien, kennen die Gepflogenheiten des Nachtlebens und wissen sich meist besser zu benehmen als Auswärtige. «Die Ländler machen tatsächlich häufiger Theater», weiss Thoma. Die Kunst sei es, potentiell aggressive Personen auszusortieren und ihnen den Einlass zu verwehren. «Der Punkt ist: Wann ist ein Mensch zu betrunken und gefährdet die Sicherheit? Der Grat ist schmal.»

(lha/jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miggeli am 29.03.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Basel ist nicht mehr schön

    In Basel getrauen sich viele nicht mehr in den Ausgang, welche ich kenne wegen dem Lämpe sueche und den Raubüberfällen

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  • Nico am 29.03.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich dachte die Jugendkriminalität

    sei dermassen stark zurück gegangen? Sehr wahrscheinlich werden Gewaltdelikte jetzt nicht mehr erfasst..

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  • Blatti am 29.03.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fame...

    Schon im Vorgängerclub des Fame gab es da regelmässig Ärger... ist da nichts neues.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heieieii am 02.04.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jöööö!

    Ich find sie härzig, diese Mannen mit ihren finsteren Blicken in SamichlausPose... nun jedem seinen Job zu dem er sich hingezogen fühlt.

  • Nachtschwärmer am 31.03.2017 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Hause

    Es war schon immer so, dass die Nachtschwärmer ab Mitternacht nicht mehr wussten wie sie sich zu benehmen haben. Daher spätesten ab 02.00 Uhr den Nachhauseweg unter die Füsse nehmen.

  • Elysia.c am 30.03.2017 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Professionell?

    Dieser mike thoma wollte mich mal ohne grund nicht in den club lassen, trotz ticket und alle meine 5 freunde schon. Hat mich vom platz verwiesen Ob das professionell war, wage ich zu bezweifeln.

  • G.A am 30.03.2017 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt im Nachtleben

    Habe nicht gewusst, dass es wegen des Alkohols nur im Club Probleme gibt!!

  • Diego am 30.03.2017 04:52 Report Diesen Beitrag melden

    nix neus

    Geht mal nach Luzern ins El Carton dort laufen jedes Wochenende Wetten, wann die Polizei und der Krankenwagen vorfährt.