Achterbahn-Betreiber

30. Oktober 2017 19:33; Akt: 30.10.2017 19:48 Print

«Die Notbremsung wurde perfekt ausgelöst»

Nach dem Zwischenfall auf seiner Achterbahn schildert Betreiber Lutz Vorlop seine Sicht der Dinge. Die Anlage habe perfekt funktioniert.

Achterbahn-Betreiber Lutz Vorlop schildert, wie es zum Unglück gekommen ist. (Video: jd)
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Die Basler Staatsanwaltschaft hat bezüglich den beiden Unfällen am Samstagabend auf der Achterbahn Rock & Roller Coaster und dem Karussell Round up Rounder zwei Verfahren eingeleitet. «Von der Achterbahn wurde Material vom Bremssystem sichergestellt», so Kriminalkommissär Peter Gill. Am Sonntagabend nahm die Achterbahn ihren Betrieb wieder auf. Lutz Vorlop (58), der bereits in der siebten Generation Achterbahnen betreibt, erklärt, wie es zu dem Unfall gekommen ist.

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Haben Sie nach den beiden Unfällen an der Basler Herbstmesse Angst, auf Bahnen zu gehen?

«Aufgrund eines defekten Bremszylinders ist automatisch die Notbremsung ausgelöst worden», so Vorlop. «Diese hat bestens funktioniert.» Dadurch seien zwei Wagen miteinander kollidiert. «Wir warnen unsere Besucher stets, dass sie sich festhalten sollen.» Es habe sich nicht um einen Auffahrunfall gehandelt. Vorlop fügt an: «Der Aufprall war überhaupt nicht hart.» Ein Augenschein an den Wagen zeige, dass keinerlei Spuren zu sehen seien. Dennoch: Beim Unfall wurden fünf Personen verletzt, eine von ihnen musste ins Spital.

«Leute wirkten stabil»

«Die Leute haben, bis auf eine ältere Frau, alle stabil gewirkt, als sie die Bahn verlassen haben», so Vorlop. Sie seien vor allem unter Schock gestanden, hätten jedoch keine sichtbaren Verletzungen davon getragen.

Bei vielen Messebesuchern bleibt ein unbehagliches Gefühl. Am Montagmittag wurde die Achterbahn dann auch nur zögerlich besucht. Dennoch: 56 Prozent (Stand Montagabend) der Umfrageteilnehmer auf 20 Minuten wollen sich den Spass trotz Unfällen nicht verderben lassen und haben keine Angst vor dem nächsten Bahnen-Besuch.

«Intensive Tests»

Die Messe Basel sorge bereits für eine maximale Sicherheit, so Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing Basel-Stadt. «Wir führen jeweils vor Messebeginn eine zusätzliche TÜV-Prüfung vor Ort durch», sagt sie. Es handle sich um intensive Tests, bei denen sich die Verantwortlichen alles ansehen, auch unter die Bahnen kriechen, um jegliche Risiken aus der Welt zu schaffen.

«Dank unserer sehr hohen Anforderungen an die Sicherheit sind wir bis zu diesem Samstag glücklicherweise von Unfällen verschont geblieben», so Horvath. Welches Experten-Team die Bahnen vor Ort in Basel prüft, werde nicht dem Zufall überlassen. «Es handelt sich um eine Ausschreibung, bei der sich alle Anbieter bewerben können, die nach Euro-Norm prüfen dürfen.» Dieses Jahr war der TÜV Thüringen zuständig. Wer die Tests im kommenden Jahr durchführen werde, sei noch nicht bekannt.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freenky am 30.10.2017 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kan passieren, kein Weltuntergang

    Also sowas ist überhaupt nicht schlimm, als Autofahrer oder Fussgänger lebt man gefährlicher als auf einer Kirmes.. Ist alles halb so wild.. Und wer bessoffen auf die Bahn geht und sich dann nicht an die Regeln hält.. Tiaa selberschuld!!

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  • Hunne am 30.10.2017 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht die Bahnbetreiber Schuld

    Schuld sind heutzutage viel zu oft die Jugendlichen, die keine Grenzen kennen und nicht wissen wie sich benehmen. Mit solchen Leuten habe ich wenig bis kein Mitleid.

  • B. Lederman am 30.10.2017 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Selbszgewähltes Risiko

    Wer A sagt muss B sagen. Wer das riskante Vergnügen liebt muss mit Folgen oder Vorfällen rechnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • diogeness am 31.10.2017 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr neben der Messe

    Die Messeplätze mit ihren Bahnen sind nicht so gefährlich, da dort kaum Veloraser gibt. Also aufgepasst beim Verlassen der Herbschmäss.

  • Klara Miesch am 31.10.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    völlig übertrieben

    Es wurde kein "Verfahren eingeleitet". Sondern eine Untersuchung. Das ist nicht dasselbe. Die Untersuchung wird feststellen, dass eine Materialermüdung die Störungsursache war. Etwas das überall vorkommt. Wieso dieses Riesentheater.

  • Simba74 am 30.10.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn sie perfekt funktioniert.....

    ....wäre es nicht zum Unfall gekommen. Wir wollten auch drauf am Samstag abend. Jetzt lassen wir es sein....

  • RFK am 30.10.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist gefährlich!

    Unfälle passieren leider, ob zuhause, auf der Strasse oder in der Achterbahn. zu 99,9% ist immer ein Mensch daran schuld. Jedes Produkt wird von Menschenhand gefertigt, wo Menschen arbeiten entsehen fehler. Manchmal ist es fremdverschulden und manchmal eigenverschulden. gute Besserung den beteiligten!

  • Thomas Jauslin am 30.10.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ah so...

    Wenn alles so perfekt war, warum gab es denn Verletzte?

    • Baba das Original am 31.10.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn

      sich jemand im Auto nicht anschnallt und bei einer Vollbremsung verletzt, wer ist dann verantwortlich= Der Autobauer? Der Fahrer? der welcher sich nicht angeschnallt hat ?

    • Lauch am 31.10.2017 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Selber schuld

      Na weil man sich wahrscheinlich nicht an die Regeln gehalten hat (z.B. naheliegend in diesem Fall: vermutlich Hände rausgestreckt anstatt festgehalten)

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