Schock im Zolli

19. März 2014 09:57; Akt: 19.03.2014 15:58 Print

Reptil verschluckte Stecknadel – notoperiert

von Mirjam Rodehacke - Eine Krokodilschwanzechse hat beim Fressen eine Stecknadel verschluckt. Wegen akuter Lebensgefahr wurde sie von Tierarzt Christian Wenker operiert.

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Im Terrarium der Chiniesischen Krokodilschwanzechse wurden Stecknadeln dazu verwendet, kleine Futterstücke auf einer Baumrinde aufzuspiesen. Am 24. Januar jedoch war die Nadel nach der Fütterung nicht mehr auffindbar. Tierpfleger Kevin Schaffner suchte das ganze Terrarium ab, konnte die verlorene Nadel aber zunächst nicht finden, wie Zoo-Tierarzt Christian Wenker dem «Migros-Magazin» berichtete.

Schliesslich fiel der Verdacht auf die Krokodilschwanzechse selbst. Die darauffolgende Röntenaufnahme bestätigte die Annahme: Im Magen des nur 39 Gramm schweren Tiers lag die verlorene Nadel. Um zu verhindern, dass der spitze Fremdkörper schwerwiegende Probleme verursacht, musste die Krokodilschwanzechse sofort operiert werden.

Nadel könnte die Haut durchstechen

Wenker leitete darafhin sofort die Narkose ein. Mittels Magenspiegelung und einer feinen Greifzange versuchte der 45-Jährige die Stecknadel herausziehen, doch es gelang nicht. Auch die Chance, den Fremdköper auf natürlichem Weg zu entfernen, war nicht möglich: «Die Nadel ist zu gross, als dass sie mit Kot ausgeschieden werden könnte, und die Echse zum Erbrechen bringen, wäre wahrscheinlich zu riskant gewesen», erklärte der Tierartzt.

Wenker suchte sich deshalb einen anderen Weg: Nachdem er den Stecknadelkopf an der Bauchwand ertastet hatte, machte er einen kleinen Schnitt durch die Haut und die Gewebeschichten bis in den Magen. So konnte die Nadel schliesslich herausgenommen werden. «Hätte die Nadel nicht rechtzeitig entfernt werden können, hätte sie wahrscheinlich die Haut durchstochen und schwere Verletzungen verursacht», erklärte Wenker die Dringlichkeit.

Futter wird nun in Schale serviert

Die Krokodilschwanzechse erholte sich vom Eingriff laut Wenker schnell und gut: Fünf Tage später konnte sie bereits wieder gefüttert werden. «Damit so etwas nicht mehr passiert, werden bei der Fütterung die Stecknadeln nun durch eine Futterschale ersetzt», so Wenker.