Schweizer Musikszene

30. November 2017 09:53; Akt: 30.11.2017 09:53 Print

Hier ist die Band-Dichte am höchsten

Eine Studie des SRF besagt, dass Basel die meisten Bands pro Kopf hervorbringt. Laut Experten liegt das aber nicht wie darin behauptet am Geld.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Basel gibt es auf 1000 Einwohner 3,84 Bands – ein beeindruckender Wert, den die Basler Musikszene auf die Beine stellt. Und einer, der sonst nirgends in der Schweiz erreicht wird, nicht einmal in Städten wie Zürich und Genf. Das zeigt eine Studie von SRF Data. Der Kanton Basel-Stadt schwingt hinsichtlich Band-Dichte obenaus, Genf folgt auf Platz 2 mit 3,37 Bands (siehe Bildstrecke). Zürich fällt mit 2,17 Bands pro 1000 Einwohner deutlich ab und liegt noch hinter Bern mit einem Schnitt von 2,30 .

Umfrage
Hören Sie gerne Musik aus der Region?

Die Studie basiert auf der SRF-eigenen Musikplattform Mx3.ch, auf der Schweizer Bands ihre Songs hochladen können und damit ihre Chancen erhöhen, national bekannt zu werden – etwa durch Airplay auf den SRF-Radiosendern oder durch Veranstalter und Plattenlabels, die in der Musik-Fundgrube stöbern.

Bands zieht es in die Städte

Wie hat es Basel-Stadt an die Spitze der Schweizer Musikszene geschafft? Die Studie findet in der kantonalen Kulturförderung die Begründung dafür, dass in Basel Bands wie Pilze aus dem Boden schiessen. Zwar sind die Kulturausgaben pro Kopf schweizweit am höchsten – «ein Zusammenhang zwischen dem Geld, das in die Kulturförderung gesteckt wird, und der Anzahl Bands ist aber nicht gegeben», sagt Tobit Schäfer, Geschäftsführer des RFV Basel. Dieser Meinung ist auch Philipp Schnyder, Leiter des M4Music-Festivals, das Nachwuchsbands aus der ganzen Schweiz fördert und mit dem Mx3-Musikportal zusammenarbeitet.

Möchte eine Band von städtischer Kulturförderung profitieren, müsse sie sich auch einer Stadt zuordnen, selbst wenn die Mehrheit der Bandmitglieder im kantonalen Umland lebe, so Schnyder. Daher komme es auch, dass die Anzahl Bands in Basel in der Studie wohl ein wenig zu hoch ausfalle, jene im Kanton Basel-Landschaft hingegen leicht zu tief. Schäfer bestätigt diese Annahme. Trotzdem ist und bleibt Basel die Nummer 1, sind sich beide einig – diese Verzerrung falle nicht stark ins Gewicht.

Kreatives Studium fördert Musikschaffen

«Ein Grund für die vielen Bands in Basel ist neben der Musik- und Medienszene auch die Bildung. Eine Stadt, in der viele Studenten leben, ist ein fruchtbarer Nährboden für Musikschaffende – gerade, wenn kreative Studiengänge wie Musik und Kunst angeboten werden», so Schnyder. Demgegenüber fielen Städte wie St. Gallen mit einem eher einseitigen Studienangebot ab. Die Ostschweizer Stadt weist denn auch bloss 1,56 Bands pro 1000 Einwohner auf.

Die Gelder der Kulturförderung würden erst viel später ins Spiel kommen, sagen beide Experten. Nämlich dann, wenn es für eine Band darum gehe, sich zu vermarkten und professionell zu werden. Dafür sind die Gelder laut Schäfer aber umso wichtiger: «Mit Plattenverkäufen verdienen die Bands immer weniger Geld, die Kulturförderung wird deshalb immer wichtiger».

«So viele Bands international auf Tour wie nie»

Laut Schäfer fliessen lediglich 0,7 Prozent der kantonalen Kulturförderung in den RFV. «Trotzdem hat sich die Musikszene beider Basel in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Zurzeit sind so viele Bands aus der Region international unterwegs wie noch nie zuvor.» Beispiele sind We Invented Paris, Schammasch oder Zeal & Ardor. Auch beim M4Music ist Basel jeweils stark vertreten. Die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und die Förderung lokaler Bands funktioniere bestens, so Schnyder. «Basel ist ein gutes Pflaster für Schweizer Musik», so seine Bilanz.

(daf)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rönz am 30.11.2017 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität

    Wie so oft gilt wohl kaum die Quantität sondern die Qualität!

  • Sven Andersson am 30.11.2017 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Stadtkanton

    Als Stadtkanton, dessen ländliches Einzugsgebiet grösstenteils aus den Nachbarkantonen AG, BL und SO besteht, ist das auch nicht verwunderlich. Die jungen Musiker zieht es eher in die Stadt, das passiert auch in Zürich. Weil es sich dort aber Grossteils um innerkantonale Landbevölkerung handelt, sinkt somit zwangsläufig ihr Wert pro Kopf, was in BS nicht passiert. So kritisch sollte man seine eigene "Statistik" schon hinterfragen.

    einklappen einklappen
  • mako am 30.11.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang nicht gegeben

    Da lach ich. Eine Zusammenhang mit der Kulturförderung ist nicht gegeben. Na klar. Oder meinten sie nur mit dem Geld das in die Kulturförderung fliest. Bringt dann das Geld nichts in Sachen Kulturförderung. Kulturbewusstsein kann durch Förderung beim Menschen in seinem Alltag platziert werden. Solche Menschen sind dann auch mehr an Kultur interessiert. Reines Marketing.

Die neusten Leser-Kommentare

  • eleven am 30.11.2017 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    So ist Basel

    Weil es dort am meisten Töchterchen und Söhnchen gibt, welche nicht arbeiten müssen, sondern von den wohlhabenden Eltern - die logischerweise SP wählen - sind.

  • Sven Andersson am 30.11.2017 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Stadtkanton

    Als Stadtkanton, dessen ländliches Einzugsgebiet grösstenteils aus den Nachbarkantonen AG, BL und SO besteht, ist das auch nicht verwunderlich. Die jungen Musiker zieht es eher in die Stadt, das passiert auch in Zürich. Weil es sich dort aber Grossteils um innerkantonale Landbevölkerung handelt, sinkt somit zwangsläufig ihr Wert pro Kopf, was in BS nicht passiert. So kritisch sollte man seine eigene "Statistik" schon hinterfragen.

    • Balois am 30.11.2017 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sven Andersson

      Einerseits verstehe ich Ihren Einwand, anderseits wird er im Artikel verneint. Was nun?

    einklappen einklappen
  • rocky am 30.11.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    coole bands

    ich finde es anmassend hier bands zu beurteilen weil das keinem zusteht. die CH hat auch eine grosse historie wie yello, celtic frost, young gods, px pain, stephan eicher etc...

  • mako am 30.11.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang nicht gegeben

    Da lach ich. Eine Zusammenhang mit der Kulturförderung ist nicht gegeben. Na klar. Oder meinten sie nur mit dem Geld das in die Kulturförderung fliest. Bringt dann das Geld nichts in Sachen Kulturförderung. Kulturbewusstsein kann durch Förderung beim Menschen in seinem Alltag platziert werden. Solche Menschen sind dann auch mehr an Kultur interessiert. Reines Marketing.

  • Musik-Journalist coxy. am 30.11.2017 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH-BANDS.

    die meisten ch-bands sind in der tat nix wert -- ausser krokus, gotthard & shakra. aber gruppen wie pegasus, lovebugs oder gewisse mundart formationen sind nicht das gelbe vom ei...obwohl patent ochsner/züri west sehr erfolgreich sind. alles nicht meine welt! die mit abstand aber total am unnötigsten sind pegasus. wieso sie relativ viele auftritte, besonders auch auf open airs, haben, ist mir unbegreiflich. das ist nur schrott.

    • Tina am 30.11.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Tauch mal in die Tiefe ein

      Die "meisten" CH-Bands als wertlos zu bezeichnen und sich dabei nur auf "bekanntere" Künstler zu fokussieren ist ein wiederspruch in sich. Es gibt durchaus sehr viele begabte schweizer Künstler, welche nicht so in der Öffentlichkeit stehen wie die von Ihnen genannten Musiker. Es lohnt sich, auch mal in die Tiefe zu gehen und unbekannte Bands oder Musiker zu unterstützen.

    einklappen einklappen