Blutige Tradition

10. Oktober 2017 10:20; Akt: 10.10.2017 17:51 Print

Sissacher schlachten an Metzgete öffentlich Säue

In der Baselbieter Gemeinde Sissach werden an der Metzgete Ende Oktober zwei Säue mitten im Dorf geschlachtet. Nun regt sich Kritik.

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«Hautnah miterleben, wie zwei Schweine geschlachtet und verarbeitet werden» kann man an der Sissacher Metzgete, die am 28. Oktober stattfindet. Mit der öffentlichen Schlachtung «soll die Hausmetzgete, wie sie früher Tradition war, wieder in Erinnerung gerufen werden». So wird der Event vom Dorfmetzger auf einem Flyer beworben. Vom Bolzenschuss bis zur fertigen Wurst können Schaulustige dem blutigen Spektakel beiwohnen.

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Daran finden nicht alle Gefallen. Der ehemalige Pfarrer von Rothenfluh Lukas Baumann kritisierte die Veranstaltung in einem Leserbrief der Sissacher Volksstimme als «entwürdigende Veranstaltung». Das öffentliche Töten von Tieren zur Belustigung des Volkes sei grausam und gehöre ins letzte Jahrhundert. Er forderte die Organisatoren gar auf, die Veranstaltung abzusagen.

«Das hat nichts mit Realität des Schlachtens zu tun»

Mit dieser Haltung steht Baumann, der als «Chüngelipfarrer» in der Regionalpresse zu Prominenz gelangte, nicht allein da. Beim Schweizer Tierschutz ist man fassungslos. «Für mich klingt das Ganze nach einem Gag, der nichts mit der Realität des Schlachtens zu tun hat», sagt der Geschäftsführer Hansueli Huber gegenüber der «Basler Zeitung». Es sei ja zu begrüssen, wenn sich die Leute mit den Hintergründen der Fleischproduktion auseinandersetzten, aber eine solche Show-Metzgete trage kaum zur Aufklärungsarbeit bei.

«Alternativen zur Fliessband-Schlachtung aufzeigen»

Die Organisatoren wehren sich gegen diese Vorwürfe. «Wir wollen die Leute nicht belustigen, sondern aufzeigen, dass es zum Schlachten am Fliessband humanere Alternativen gibt und ein Schwein nicht nur aus Filets und Schinken besteht», erklärt Mitorganisator Heiner Oberer in der BaZ. Er betont zudem, dass alle Anforderungen des Tierschutzes erfüllt seien, ein Tierarzt vor Ort sei und der Anlass von den kantonalen Behörden abgesegnet wurde.

Pfarrer Baumann überlegt sich derweil, die Metzgete mit einer Protestaktion zu begleiten.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leode am 10.10.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Schlachtung kein Fleisch

    Zuerst kommt die Schlachtung, erst nachher die Fleischpackung in den Laden. Zuerst wird gemolken, erst nachher gibt es Joghurt. Immer.

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  • Grosi59 am 10.10.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metzgete

    Natürlich, der ehemalige Pfarrer von Rothenfluh muss sich hier in Szene setzen! Er und seine Frau hielten die Kaninchen im Sitzungszimmer des Pfarrhauses, wo dann die Renovation von den Steuergelder getätigt wurde. Bei so einem schrägen Weltbild wundert mich nichts mehr. Jedem Fleischesser ist es klar, dass seine Schnitzeli nicht an den Bäumen wächst. Auf jedem Hof wurde gemetzget und Blut- und Leberwürste frisch zubereitet. Vom Beten hats kein Fleisch am Knochen und somit nichts auf dem Teller.

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  • Van den Andern am 10.10.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem?

    Also wo ist das Problem? Jeden Tag werden tausende Schweine geschlachtet ohne dass ein Hahn danach kräht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • coldasgold am 10.10.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Von diesen Sissachern hätte ich auch nichts anderes erwartet...

  • H. Isabelle am 10.10.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute sache

    Eine belustigung, auf keine weise. Alle die es interessiert sollten es wertschätzen an einem solchen wissen von einem metzger teilhaben.. man kann ein schwein human metzgen dies padsiert alle tage. Für alle köche und weitere personen die in der lebensmittelbranche arbeiten ist das sehr lehrreich und spannend.

  • L.S am 10.10.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich..

    Ich bin gegen die Schlachtung von Tiere, aber esse trotzdem Fleisch.

  • Ursula Gräter am 10.10.2017 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tierleichen auf der Strasse

    Niemand muss heutzutage Tiere essen...und unendliches Leid verursachen...während immer mehr Studien auf die Assoziation von Krebs,Nierenleiden und Stoffwechselerkrankungen mit dem der Fleischkonsum verbunden ist hinweisen...ein furchtbares Leid für Tiete..und Menschen

  • Beni S. am 10.10.2017 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Recht so! Die Leute sollen sehen, woher ihr Fleisch in den Kühlregalen der Grossverteiler stammt! Ich bin übrigens begeisterter Fleischesser. Mich nervt nur die Gleichgültigkeit einer Erdenbewohner, wo eigentlich ihr Essen herkommt. Hauptsache im Regal der Grossverteiler.