Basel

27. Juni 2012 20:31; Akt: 27.06.2012 20:36 Print

Volk soll über Öffnungszeiten befinden

von Lukas Hausendorf - Der Grosse Rat will am Samstag verlängerte Ladenöffnungszeiten. Linke und Gewerkschaften ergreifen das Referendum.

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Detailhändler wünschen eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten am Samstag, die Gewerkschaften und linke Politiker sind dagegen. (Bild: lha)

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Basler Detailhändler sollen am Samstag bis 20 Uhr geöffnet haben dürfen: Dafür sprach sich der Grosse Rat gestern mit 47 gegen 41 Stimmen aus. Eine gesetzliche Grundlage erhielten auch die zwei Sonntagsverkäufe im Advent. Maximal zwei weitere verkaufsoffene Sonn­tage sind nur zu besonderen Anlässen möglich.

Die Ratslinke hatte vehement gegen die von der Wirtschafts- und Abgabekommission vorgeschlagene Liberalisierung opponiert: Diese gehe zu Lasten der Arbeitnehmer. «Die Probleme des Detailhandels werden damit nicht gelöst. Der Hund liegt nämlich im Euro begraben», so SP-Fraktionssprecherin Christine Keller. Die Bürgerlichen sehen die längeren Öffnungszeiten aber durchaus als Mittel gegen den Einkaufstourismus. «Wir brauchen gleich lange Spiesse wie das Umland», sagte CVP-Präsident Markus Lehmann.

Schritt in die richtige Richtung

Der unter Umsatzschwund leidende Basler Detailhandel nahm den Grossratsbeschluss erfreut zur Kenntnis. «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Migros- Basel-Chef Werner Krättli. Die Freude könnte aber nur von kurzer Dauer sein: Linke und Gewerkschaften werden das Referendum ergreifen, womit es zur Volksabstimmung über die verlängerten Ladenöffnungszeiten kommen wird. In Zürich und Luzern scheiterten entsprechende Vorlagen jüngst an der Urne.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • El Grazo am 28.06.2012 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    siehe coop gundeli

    Naja ich denke die Nachfrage wäre da. War gerade letztes weekend am Samstag abend im Coop auf der Gundeldinger Seite beim Bahnhof SBB (auch Sa offen bis 21h) und verdammt wars dort voll.... logisch wenn sonst nix mehr offen hat...

  • Verärgerter Konsument am 28.06.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich konsumentenfreundliche Zeiten!

    Hoffentlich sind die Basler weltoffener als die bornierten Luzerner und Zürcher. Diese haben den Konsumenten leider klar Bevormundet. Es sollte jedem Ladenbesitzer freigestellt werden, ob er konsumentenfreundliche Öffnungszeiten haben will oder nicht. Der heutige Konsument will Einkaufen, wenn er dazu Zeit hat und nicht wenn ein völlig veraltetes Gesetz es ihm vorschreibt. Es müssen ja nicht alle Läden immer offen sein, aber die Lebensmittel sollte man auch nach einer Nachtschicht um 3 Uhr Morgens einkaufen können. Das schafft auch zusätzliche Arbeitsplätze, da Schichtbetrieb gearbeitet wird.

  • Angela Lorenz am 28.06.2012 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig?

    Gut das es in Zürich und Luzern schon gescheitert ist. Ich muss nicht Link oder Grün sein um zu wissen das in dieser immer werdende Hektik, die wir Alltag nennen, Man sich zwischendurch ein Auszeit gönnen sollte (auch gezwungenermass), und NICHT shoppen gehen sollte was zur Erholung und Entspannung NICHTS beiträgt.

  • René Zwicky am 27.06.2012 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann alles übertreiben

    Wer selber einmal im Verkauf tätig war, kann diese Oeffnungszeiten am Samstag bis 20.00 Uhr nicht gutheissen. Der Samstag ist doch für viele Menschen DER Tag/Abend um in den Ausgang zu gehen oder ein Fest zu feiern etc. Bis das Verkaufspersonal zu Hause ist (müde und genervt von mühsamen Kunden/-innen), sich geduscht und für den Ausgang parat gemacht hat, ist der Samstagabend fast gelaufen. Deshalb am Samstag um 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr offen, dann können alle (mit oder ohne Familie) den Samstagabend geniessen. Die Kunden sollen gefälligst ihren A.. lupfen und ihre Einkäufe früher tätigen.

  • Jackmans am 27.06.2012 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das geht in keinen Sack mehr

    Wie sollen verlängerte Öffnungszeiten überhaupt kompensiert werden, wenn immer mehr Stellen im Detailhandel abgebaut werden und die verbliebenen Angestellten die anfallenden Arbeiten der Entlassenen auch noch übernehmen müssen, obwohl längst auch noch Personalstunden radikal abgebaut werden. Diese Logik passt doch in keinem Sack mehr, aber immer mehr Angestellte leiden unter dieser Willkür der Teppischetage, die doch nur den Profit sieht, nichts anderes. Schliesslich erlebe ich das jeden Tag!

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