Radicalis

10. März 2017 05:46; Akt: 10.03.2017 05:46 Print

Sie bringen die Basler Künstler gross raus

Zwei der grössten Basler Agenturen fusionieren. Zusammen betreuen sie 55 Bands und arbeiten hart am internationalen Erfolg von Basler Künstlern wie Zeal & Ardor.

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Basler Bands sind immer häufiger international auf Achse und sprengen den Rahmen der lokalen Szene. Erfolgsstorys wie jene der Pop-Preis-Gewinner Serafyn oder jüngst Zeal & Ardor wären nicht denkbar ohne gut vernetzte Akteure im Hintergrund. Zwei der aktivsten Player in Basel schliessen sich jetzt zusammen. Die beiden Agenturen Reelmusic und Radicalis treten neu als Radicalis auf. Zusammen betreuen sie 55 Bands, ein Grossteil davon aus Basel, aber auch internationale Acts sind darunter. Radicalis dürfte damit neu die grösste Management-Agentur in der Schweiz sein.

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«Wir bewegen uns schon länger im gleichen Feld, hatten ähnliche Künstler und oft auch die gleichen Partner im Ausland», sagt Dominic Stämpfli, Gründer von Radicalis. Der Zusammenschluss sei fast schon ein logischer Schritt. Dieser hat aber auch mit dem Wachstum der beiden Agenturen zu tun, das auch Abbild des Erfolgs der lokalen Szene ist. «Wenn man eine gewisse Grösse erreicht und weiter wachsen will, braucht es andere Strukturen», erklärt David Burger, der Reelmusic gründete.

Netzwerk ermöglicht internationale Karrieren

«Nur mit dem Bündeln der Kräfte und Kreativität kann man sich als Agentur und Label im internationalen Geschäft behaupten», sagt Chrigel Fisch, der beim Popfördernetzwerk für den Business Support zuständig ist. Davon wird auch die lokale Szene profitieren. Der Erfolg von Künstlern wie Mantocliff, Debrah Scarlett oder Zeal & Ardor ist eng an das Schicksal von Radicalis geknüpft. «Eine gut arbeitende Agentur maximiert das Potential ihrer Bands», sagt Burger. Er geht sogar noch weiter. Die zunehmende internationale Anerkennung des Basler Musikschaffens wäre ohne professionelles Management im Hintergrund kaum möglich, ist er überzeugt.

Das neunköpfige Pop-KMU Radicalis ist heute weltweit vernetzt und hat Partner in Berlin, London und New York. «Wir arbeiten schon sehr lange an diesem Netzwerk, dass solche Erfolgsgeschichten wie Zeal & Ardor überhaupt erst möglich macht», so Burger. Jean Zuber, Leiter von Swiss Music Export pflichtet dieser Aussage bei. «Wir sind grundsätzlich froh um jedes starke Label in der Schweiz, vor allem wenn es so international aktiv ist wie Radicalis. Das bringt Vorteile für Schweizer Künstler, die dann mit ihrem lokalen Label eine internationale Karriere starten und durchziehen können», erklärt er.

Ohne Fördermittel kaum möglich

Dieser Erfolg ist aber stets auch mit einem finanziellen Risiko verbunden. Beiden Agenturen wurden schon mehrfach Fördermittel zugesprochen, etwa vom RFV oder dem Migros Kulturprozent, das am Mittwoch bekannt gab, Radicalis mit 10'000 Franken zu unterstützen. «Pop-Förderung ist essenziell», sagt Stämpfli. Burger wünschte sich auch, dass business-seitig mehr gezielte Fördermittel gesprochen würden. «Wir investieren viel für unsere Künstler, auch privates Kapital.» Und das unter schwierigen Bedingungen. Hat ein Künstler Erfolg dauere es oft mehrere Jahre, bis der Break-Even erreicht sei.

Für die lokale Szene ist die Fusion auf jeden Fall eine gute Nachricht, ist Chrigel Fisch überzeugt. «Die neue Radicalis GmbH ist ein hungriges, gut vernetzte und top aufgestelltes Kreativunternehmen, das Basel einen Schritt weiter bringt zur international respektierten Music City.»

(lha)

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