Demo

23. April 2015 05:46; Akt: 23.04.2015 12:49 Print

Mit Vuvuzelas und Glocken gegen Scientology

Die Gegner des Scientology-Kirchen-Ablegers in Basel werden die Eröffnung des Prestigebaus lautstark begleiten. Die Demo ist minutiös durchorganisiert.

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Am Samstag weiht Scientology in Basel die erste Schweizer «Ideal Org» ein. Dafür hat die Sekte ein grosses Bürogebäude an der Burgfelderstrasse im Iselin-Quartier gekauft. Kritiker der Sekte gehen an jenem Tag auf die Strasse und werden ihrem Unmut freien Lauf lassen. «Wir werden die Eröffnungsfeier nicht sang- und klanglos hinnehmen und ordentlich Präsenz markieren», so Thomas Erlemann, der die von der Polizei bewilligte Demonstration geplant hat. Alle Involvierten seien in den Startlöchern und bereit, ordentlich Krach zu machen. Denn am Samstag wollen er und seine Unterstützer mit ordentlich viel Lärm Gehör verschaffen.

Als er vor zehn Monaten davon Wind bekommen habe, dass sich Scientology in seinem Wohnquartier niederlassen werde, begann Erlemann die Antibewegung zu organisieren. «Das ist ein Fulltimejob», den er mit Humor und voller Hingabe meistere. «Wenn es um diese Sache geht, bin ich verrückt», gesteht Erlemann. Mit Vuvuzela und Kuhglocke im Gepäck wird er mit den restlichen Demonstranten während der Kircheneinweihung auf die Pauke hauen: «Bringt Trompeten und Megafone mit und stellt eure Musikboxen an die offenen Fenster», verkündet er auf allen Kanälen.

Anreise mit ÖV, Schlafen im Zelt

Die minutiös geplante Gegenveranstaltung hat sich rasant im Netz verbreitet. «Rund 6000 Personen unterstützen mich auf Facebook», sagt er stolz. Dort ist der genaue Ablaufplan für die Demonstration einzusehen. «Kommt mit Bus oder Tram und verhaltet euch ruhig und gelassen», ruft er via Socialmedia auf. Mit guten Ratschlägen steht er auswärtigen Gästen zur Seite: Zeltplätze würden in Familiengärten in der Umgebung zur Verfügung stehen.

Nebst den zahlreichen Programmpunkten, etwa den Auftritten von Sektenexperten und ehemaligen Scientology-Mitgliedern, stellt Erlemann auch «eiserne» Regeln auf. Niemand solle sich maskieren oder gar Waffen auf sich tragen. «Zum Beispiel Laser und so ein Mist», fordert er klipp und klar. Alle Anwesenden sollen sich an die Anweisungen der Polizei halten. Schliesslich soll der Protest am Nachmittag friedlich und lustig über die Bühne gehen.

1500 geladene Scientology-Gäste

Trotz tausenden von unterstützenden Kommentaren und den Sympathisanten, darunter die Reformierte Kirche Basel und die Piraten-Partei, rechnet Erlemann lediglich mit 500 Demonstranten. An der parallel stattfindenden Eröffnungsfeier der Scientologen würden mindestens 1500 geladene Gäste erwartet, hiess es von Seiten der Organisation:«Wir sind eng mit der Polizei in Kontakt, die sicherstellt, dass von der Demo keine Probleme entstehen und von Seiten der Demonstranten keine Ausschreitungen stattfinden», so Jürg Stettler, Sprecher von Scientology Schweiz.

(jd)