Muttenzerkurve

26. April 2017 15:12; Akt: 26.04.2017 18:47 Print

SBB gibt wegen Boykottaufruf nach

Hardcore-Fans des FCB drohten damit, mit einem fahrplanmässigen Zug zum Auswärtsspiel in Luzern zu fahren, weil der Fan-Zug zu spät verkehrte. Jetzt lenkt die SBB ein.

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Die Muttenzerkurve wollte einen Extrazug, der extra früh in Luzern ankommt. Die SBB lehnten zunächst ab - und lenken nun nach einer Drohung der Basler Fans doch ein. (Bild: Keystone)

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Am Freitag um 19.45 Uhr spielt der FC Basel beim FC Luzern – und wenn die Basler punkten, sind sie vorzeitig Meister. Die Basler Fans wollen deshalb mit einem Grossaufmarsch nach Luzern kommen.

Ursprünglich bot die SBB ihnen dazu einen Extrazug an, der um 18.34 Uhr in Luzern ankommen sollte. Das war den FCB-Fans zu spät: Sie verlangten, dass der Extrazug mindestens 90 Minuten vor Spielbeginn in Luzern eintreffen solle, damit man beim Fanmarsch ins Stadion nicht hetzen müsse. Die SBB lehnten dies zunächst ab. Die Hardcore-Gruppierung Muttenzerkurve rief darauf zum Boykott des Extrazuges auf: Die mehreren hundert Fans sollten zusammen mit den «normalen» Passagieren einen Regelzug nehmen, der mitten im Pendlerverkehr schon um 18.05 Uhr in Luzern eintrifft.

SBB macht Sicherheitsgründe geltend

Nun lenkt die SBB ein. «Die SBB hat aus Sicherheitsgründen und wegen des Boykott-Aufrufs des Extrazuges durch einen Teil der Basler Fans entschieden, die Ankunftszeit des Extrazuges in Luzern auf 18.10 Uhr vorzuverlegen», teilte die Bahn mit. Denn der Regelzug sei bereits stark ausgelastet. Der Extrazug fährt in Basel um 17.10 Uhr ab.

Dies ist laut SBB auch für die Luzerner Polizei in Ordnung. Diese hatte die Auflage gemacht, dass der Extrazug nicht vor 18 Uhr in Luzern ankommt.

Kurve zieht Boykott zurück

Weiter schreibt die SBB: «Wir zählen auf die Vernunft dieser Basler Fussballfans, ihren öffentlich proklamierten Boykott-Aufruf zurückzuziehen.»

Das tut die Kurve tatsächlich. In bestem Baseldeutsch schreiben sie auf ihrer Website: «Die verantwortlige Stelle hän sich doch no könne druff einige, e Extrazug mit ere friehnere Aakunftszit als ursprünglig plant zur Verfüegig z stelle. Mir wärde drum nid dr zerscht aakündigti Regelzug, sondern dr neu aagsetzti Extrazug näh.»

SBB fürchtet keinen Präzedenzfall

SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte auf Anfrage, die Vorverlegung des Extrazuges nach dem Boykottaufruf bleibe «eine klare Ausnahmesituation». Diese sei den Umständen geschuldet: «Grund ist die Konstellation der speziellen Anspielzeit am Freitagabend und der Wichtigkeit des Spiels, da Basel Meister werden kann. Es ist weniger ein Einlenken, sondern vielmehr haben Sicherheitsbedenken Ausschlag für unseren Entscheid gegeben.» Das Spiel wird ist am Freitag terminiert, weil am Samstag in Luzern der Stadtlauf mit zehntausenden Teilnehmern stattfindet. Zudem ist derzeit auch die Luga auf der Allmend.

Pendler müssen mit Verspätungen rechnen

Eine Ausnahmesituation soll es vor allem auch darum bleiben, weil es für die SBB-Passagiere wegen der vorverlegten Abfahrt des Extrazuges zu Konsequenzen kommt: Die angepasste Fahrzeit des Fan-Zuges lässt sich laut SBB nicht ohne Einschränkungen für den übrigen Fahrplan realisieren. Mehrere Fernverkehrszüge und S-Bahnen werden Verspätungen erleiden. Auf Unterwegsbahnhöfen wird es zudem für Kunden regulärer Züge zu Gleiswechseln kommen.

Die SBB wendet sich nun direkt an ihre Kunden: «Die SBB ist sich bewusst, dass die neuen Fahrzeiten des Extrazuges in der Hauptverkehrszeit direkten Einfluss auf die Pünktlichkeit anderer Züge haben werden und bedauert dies. Die SBB dankt allen Kundinnen und Kunden für ihr Verständnis.»

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • paco am 26.04.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Die Schweizer Fussballszene ist nich nie so tief gesunken wie aktuell. Nicht nur die Basler, aber die stechen wieder einmal heraus. Und das Problem, man kommt mit Drohungen noch weiter. Hallo Schweiz.

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  • Stevi football am 26.04.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gahts na

    Dan schickt auch gleich in jeden Wagen einen Aufseher damit der welcher die Notbremse zieht auch gehörig an die Kasse kommt. Und alle Pendler sollen sich dan Ihre Verspätung bezahlen lassen von diesem. Unglaublich was hier alles gemacht wird für die Randalierer.

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  • Lukas, Meyer am 26.04.2017 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anspielzeit ändern

    Warum ändert man nicht die Anspielzeit auf 21:00?? Verstehe nicht warum die SBB das Problem lösen muss und nicht die SwissFootballLeague??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fabio am 27.04.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Der Fussball were Toll alles machen chaoten kapput traurig alle Fans in gleichen Top...Werfen gibt auch andere.

  • Spooky am 27.04.2017 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpressball

    Lasst diese Menschen nicht mehr in Gruppen reisen! Dies ist nichts als ein peimitiver Mob, den man endlich stoppen muss! Mit Sport umd Fussball hat das nichts zu tun. Unterbindet endlich solche Vorgänge! Stoppt diesen Pseudo-Fussball"fan-"Haufen bliztartig!

  • Fridolin am 27.04.2017 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpresser

    Liebe SBB Ich würde den Zug mit den Erpressern in die Pampa fahren lassen und dort stehen lassen bis das Spiel zu ende ist.Da die Erpresser die Eisenbahnwagen Demolieren weil sie nicht mehr fahrtauglich sind sollen sie nach Hause laufen. Tipp an die SBB nehmt Wagen die demnächst Verschrottet weden.

    • Andy am 27.04.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fridolin

      Hört doch auch alles was d SBB macht nicht liber Extrazug als Regelzuge Sicherer.

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  • Reto am 27.04.2017 03:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    ...die Stadien sind mit Steuergelder finanziert: Macht sie zu! Das hat nichts mehr mit Sport zu tun!

    • Kai am 27.04.2017 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Falsch es sind nicht alle Stadien mit Steuergelder finanzier.

    • filip am 27.04.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kai

      ja und die zuschauer zahlen auch steuern.. der club zahlt steuern. je mehr fans desto mehr einnahmen für staat und kanton

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  • Ann am 27.04.2017 01:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armselig

    Ist es eigentlich nicht mehr möglich sich normal zu verhalten als Fan? Wenn ihr nicht macht wie wir das wünschen dann machen wir eben das wie es uns passt. So getäubelt haben meine Kinder mit 6/7 Jahren. Das ganze drifftet immer mehr zu einem Schmierentheater und Erpressung um den Fussball ab. Sehr schade und am Ende leiden die echten Fan's darunter.