Strafgericht Basel-Stadt

27. Oktober 2017 12:45; Akt: 27.10.2017 12:50 Print

Fame-Schläger bekommt Landesverweis

Wegen schwerer Körperverletzung hat das Strafgericht am Freitag eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einen Landesverweis gegen einen vorbestraften Ungaren (19) ausgesprochen.

storybild

Am Strafgericht Basel wurde am Freitag das Urteil verkündet. (Archivbild) (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 13. Mai wurde in den frühen Morgenstunden ein 24-Jähriger von einem 19-Jährigen an der Ecke Clarastrasse/Claragraben niedergeschlagen und schwer verletzt. Das Opfer leidet noch heute an den Folgen der Gewalt, da es beim Sturz auf den Boden ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Der körperlichen Auseinandersetzung war eine Konfrontation vor dem Club Fame vorausgegangen.

Am Freitag gab das Strafgericht Basel das Urteil gegen den 19-jährigen Täter bekannt. Er wurde der schweren Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit anschliessendem Landesverweis von fünf Jahren verurteilt.

Unklare Details, klare Folgen

Der Richter hielt fest, dass die genauen Details des Vorfalls nicht geklärt werden könnten. Die Strafverfolgungsbehörden hatten es versäumt, rechtzeitig die Überwachungsvideos des Fame zu sichern, bevor diese überspielt wurden. Somit standen diese nicht als Beweismittel zur Verfügung.

Aus Zeugenaussagen rekonstruierte das Gericht aber die Lage: Das Opfer habe lediglich in angetrunkenem Zustand Zigaretten vom Täter schnorren wollen – zuerst vor dem Club und dann hinter der Clarakirche. Bei der zweiten Begegnung habe der Täter unvermittelt und für das Opfer unvorhersehbar zugeschlagen. Gleichzeitig habe er die schweren Folgen der Gewaltanwendung in Kauf genommen und den 24-Jährigen zurückgelassen. Das Gericht stellte ebenfalls fest, dass die vom Opfer erlittenen Verletzungen unmittelbar lebensbedrohlich waren. Es befindet sich nach wie vor in der Rehabilitation.

Keine Zukunftsperspektive

Zusätzlich zur Freiheitsstrafe wurde vom Gericht auch ein Landesverweis ausgesprochen. Der 19-jährige Täter, der seit fünf Jahren in der Schweiz lebt, muss nach Ungarn zurück. Der Richter attestierte ihm mangelnde Integration und Bereitschaft, seine wirtschaftliche Situation zu verbessern. Zudem war der Täter bereits vorbestraft und verbrachte während eines Jugendstrafverfahrens zwei Monate in Haft. Er stelle also weiter eine Gefährdung für Ordnung und Sicherheit dar.

Unter diesen Umständen dürfe er trotz Freizügigkeitsabkommen ausgeschafft werden, so der Richter. Aufgrund seiner schlechten Zukunftsperspektiven in der Schweiz verschlechtere ein Landesverweis seine Lage nicht, hiess es in der Urteilsbegründung weiter. Ob der Täter in Berufung geht, ist noch unklar.

(las)