Clubsterben

17. Februar 2015 16:39; Akt: 17.02.2015 17:31 Print

Auch Zukunft der Kuppel steht in den Sternen

Die Umgestaltung des Grünraums rund um die Kuppel hat schon begonnen. Zum geplanten Neubau des Basler Konzertlokals hört man aber noch nichts Konkretes.

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Die Kuppel steht unter Zugzwang: ohne Geld für den Neubau muss sie dicht machen. (Bild: Digitalbs)

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Das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zoo wird zur Parkanlage aufgewertet. Bereits letzte Woche wurden 30 Bäume gefällt, um Platz für den entstehenden Park zu schaffen. Mittendrin steht das Konzertlokal Kuppel, das bis 2017 der Umgestaltung weichen muss.

Bis dann hat der Gastrounternehmer Simon Lutz Zeit, Geld für den Neubau seines Lokals in der Nähe des bestehenden aufzubringen. Die Summe ist happig: 7,5 Millionen Franken soll das Gebäude, das an einen Brotkorb erinnert, kosten.

Die Zeit drängt

Lutz ist vorsichtig und wagt sich mit seiner Aussage nicht zu weit auf die Äste hinaus: «Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich über meine Pläne informieren», sagt er und will keine Angaben zum Verlauf seines Projekt preisgeben. Das Gleiche hörte man bereits vor einem Jahr. Knapp zwei Millionen Franken wurden ihm bereits vom Kanton zugesprochen, da dieser Proberäume für den Rockförderverein im Neubau unterbringen will.

Die Zeit drängt für Lutz. Thomas Gerspach von der Stadtgärtnerei, der sich um die Grünplanung des «Nachtigallenwäldeli» kümmert, sagt: «Die Ersatz-Kuppel muss bis Anfang 2017 stehen.»

Garage muss schliessen

Ein Club wird jedoch mit Sicherheit von der Bildfläche verschwinden müssen. Im Lokal Garage gehen Ende Jahr für immer die Lichter aus. «Aus baulichen Gründen wird es nicht mehr möglich sein, den Betrieb weiterzuführen», so Lutz. Somit ist die Garage nebst Nordstern und Hinterhof das dritte Lokal, das sein Zuhause verliert.

Das parteiunabhängige Komitee «Kulturstadt Jetzt» will aber trotz Hiobsbotschaften nicht klein beigeben. «Nur weil drei Clubs schliessen, werden die Jungen und Wilden nicht einfach zu Hause sitzen bleiben», sagt der Geschäftsführer Claudio Miozzari. Es werden sich alternative Orte zum Feiern finden lassen, so etwa der Hafen.

Das Thema sei jedoch nicht gegessen und eine Interpellation werden wahrscheinlich folgen. «Es ist eine Frage der fehlenden Wertschätzung, wenn staatliche Institutionen ohne mit der Wimper zu zucken kulturelle Betriebe aus ihren Liegenschaften rausschmeissen», so Miozzari.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arthur Cohn am 17.02.2015 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung bis zum bitteren Ende

    Irgendwann wenn die grossen Immoplayer die ganze Stadt "aufgewertet" haben und nur noch teure Wohnungen und internatinale langweiler Ketten das Stadtbild prägen, dass die Stadt nicht mehr lebt sondern ein morbides Getho ist. Hoffentlich gibt es bald eine junge Generation, die sich ihre Freiräume ohne zu fragen wieder nimmt. Anscheinend braucht es ca. alle 20 - 30 Jahre eine Jugenrevolte um die Libendikeit einer Stadt zu erhalten. Stellt Euch mal vor 68, 80 und die 90er Unrihen hätten nicht stadtgefunden. Um 23 Uhr wär Lichterlöschen, wer Jeans trägt und Coca-Cola trink ist staatsgefährdend.

  • Michael Notter am 17.02.2015 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade. Aber es überrascht mich nicht. in der schweiz ist spass ganz allgemein inzwischen weitgehend unter strafe gestellt oder der teuerung zum Opfer gefallen. R.I.P.

  • suezaa am 17.02.2015 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autsch

    Ach bin ich froh, konnte ich all die coolen Clubs in meinen 20er noch erleben! Die Hälfte gibts schon nicht mehr..Presswerk, NT- Areal, das Zelt etc. Damals auch noch zu leistbaren Preisen. Die Jungen von heute tun mir schon etwas leid..Müssen alle baldnach Zürich um anständig Party zu machen.. Tja, bin ich froh isteine Party phase vorbei ey!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sionel am 18.02.2015 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    Basel nimt euch mal ein bei spiel an München emaliger kunspark ost das jetzt Kuktfabrick heist die hab es geschaft 35 clubs für jeder was da bei I'm emaligen pfanni Ariel zu Schafen und das seit 20 joor. Basel als industri Stadt solte doch in der lage sein so was endliches zu Schafen lehre gebeude gibtes genug und arbeitsplätze würde es auch Schafen

  • kurt am 18.02.2015 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die jugend ist selbst schuld

    wir alle waren mal jung. wir alle wissen also wie es mal war. doch genau deshalb wissen wir auch das sich die zeiten verändert haben. den mädels werden k.o. tropfen verabreicht und jungs müssen aufpassen nicht abgestochen zu werden. irgendwie macht "ausgang" keinen spass mehr. und die clubbetreiber bleiben auf den schäden von vandalen sitzen. früher sah es in den wc anlagen jedenfalls nicht so aus wie heute.

  • Gerd Meister am 18.02.2015 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Planung

    Verbannt alle Lokale irgend wo in ein Industriegebiet aber denkt an die Sicherheit. Eine Frau Nachts alleine mitten im Rheinhafenareal oder.... Da wo es andauerdn Schlägereien und Überfalle gibt. Ein solches Lokal gehört mitten in die ausgestorbene Stadt dann kommt wieder etwas leben hinein nicht so wie heute

    • Franziska Müller am 18.02.2015 06:56 Report Diesen Beitrag melden

      Super

      Ja das find ich auch die Stadt heute schon kein Leben mehr dann muss man nicht auch noch die Clubs aus der Innerstadt verbannen. Hinterher fragt man sich dann wieso die jungen alle nach Zürich oder sonst wo hin gehen. Die Stadt Basel geht langsam zu grunde !

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  • TILT am 17.02.2015 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause ists am Wohlsten...

    ... Ob's nun an den Nichtraucher liegt die zuwenig ausgeben, die Getränke und Eintritte zu teuer sind, oder einfach die tolle Gesellschaft dran schuld ist, die wir inzwischen haben ?.... Wer weiss... aber Zuhause ists mir inzwischen am wohlsten & Sparen kann ich auch noch :D

    • R.M. am 17.02.2015 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau so ist es

      Bravo TILT,ich könnte es nicht besser formulieren!

    • werner dahinden am 18.02.2015 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      basler

      v.a für die hohen Steuern... in zürich zahlt man die hälfte wie z basel und kann die andere in ausgang investieren. deshalb gehts den zh clubs gut

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  • Glaibasler am 17.02.2015 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt traurig

    Aber zum Glück ziehe ich jobbedingt 2016 nach Zürich... In Basel ist die Luft offenbar draussen...