EuroAirport Basel-Mülhausen

28. Dezember 2016 15:19; Akt: 29.12.2016 08:18 Print

Drohne kollidiert fast mit Easyjet-Maschine

Im Juli flog eine Drohne im Abstand von nur zehn Metern am einem Flugzeug vorbei. Der Fall wurde erst jetzt publik.

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Beim EuroAirport Basel-Mülhausen ist es im Sommer zu einer Fastkollision eines Easyjet-Flugzeugs mit einer Drohne gekommen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) fordert in ihrem summarischen Bericht nun Massnahmen, um die Sichtbarkeit unbemannter Fluggeräte zu verbessern.

Der «schwere Vorfall» hatte sich am 14. Juli 2016 während eines durch das Instrumentenladensystem (ILS) stabilisierten Anflugs auf die Piste 33 des Basler Flughafens ereignet, wie es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht heisst. Die weisse Drohne mit roten Lichtern kreuzte den Flugweg über der Stadt Basel in einer vertikalen Distanz von rund 10 Metern.

Nach dessen Sichtung in der Nähe des Stadions Schützenmatte sei der Flugbesatzung keine Zeit verblieben, dem sich nur langsam oder gar nicht bewegenden Objekt auszuweichen. Der Kommandant meldete die Fastkollision dem Platzverkehrsleiter des Flughafens Basel.

Zweiter Vorfall im März

Wie die SUST in ihrem Bericht weiter schreibt, war es am Flughafen Basel-Mülhausen bereits am 10. März 2016 zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ein Linienflugzeug flog im Endanflug auf die Piste 15 nur knapp an einer Drohne vorbei.

Seit 2014 haben gemäss SUST die gemeldeten Vorfälle mit unbemannten Fluggeräten in der Schweiz deutlich zugenommen. Waren es zwischen 2010 und 2013 rund fünf Ereignisse pro Jahr, stieg die Zahl der Vorfälle 2014 auf 15. Im Jahr 2015 gab es 22 gemeldete Ereignissen.

2016 waren bis Ende August 28 Vorfälle registriert. Fast die Hälfte davon wurden als «schwere Vorfälle» eingestuft. Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) werden in der Schweiz rund 20'000 Drohnen für den privaten und kommerziellen Einsatz betrieben.

Kollision «nur eine Frage der Zeit»

Weil unbemannte Fluggeräte mehrheitlich nur visuell und nicht anhand von Kollisionswarngeräten erfasst werden, sei eine Kollision mit einem Verkehrsflugzeug in geringen Flughöhen «nur noch eine Frage der Zeit», heisst es im Bericht weiter. Wegen ihrer Dimension könnten vor allem Multikopter einen beträchtlichen Schaden an einem Triebwerk anrichten oder einen Brand auslösen.

Die SUST fordert in ihrem Bericht daher die schnelle Umsetzung vom zielführenden Massnahmen. Aus Sicht der Flugsicherheit würden dazu insbesondere Massnahmen zählen, welche die Sichtbarkeit unbemannter Fluggeräte sowohl für direkt Betroffenen als auch für Drittpersonen wie etwa die Flugsicherung ermöglichen. International werde etwa eine Transponderpflicht diskutiert.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Louis H am 28.12.2016 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transponder? Nein!

    Falsch, Drohnen benötigen keinen Flugtransponder! Jedem Drohnenpilot muss klar sein, dass im Umkreis von 5km rund um Flughäfen nicht geflogen werden darf. Wird diese Regel eingehalten, gibt es keine Probleme. Ich bin selber begeisterter Besitzer einer Drohne. Leute, die in einer Abflug- oder Landezone eines Flughafens ihre Drohne fliegen lassen, gehören gebüsst.

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  • zoki plavsic am 28.12.2016 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    drohne

    Sobald das erste Flugzeug abstürzt, werden Massnahmen seitens Behörden und Hersteller getätigt. Bis dann gilt die Naivität der Verantwortlichen.

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  • Hene am 28.12.2016 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortunglos

    Laut Unfallbericht sah der Pilot die Drohne bei einer Flughöhe von 2100 Fuss AMSL. Das wären dann etwa 640 Meter über Meer, ergibt über 300 Meter über Boden! Und das in einer Kontrollzone (CTR) eines Flughafens! Lieber Drohenpilot, du schadest mit deinem Handeln allen Modellfliegern und Drohnenbauern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BVBkusi am 28.12.2016 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow sind helle

    Nur eine frage der zeit???haha als die drohnen aufkamen wusste ich das wird schneller escalieren wie uns lieb ist.auch wenn sie nicht schlecht sind es ist die dämlichste erfindung der heutigen zeit um wieder eine waffe mehr unter die leute zu bringen.weiss viele denken der übertreibt,nein sicher nicht-bin nur realist.

  • Betty 0711 am 28.12.2016 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht so!

    Die Drohne war ganz schön hoch... Ob das Absicht war?!? Ganz ehrlich, wenn man nicht mit der Materie vertraut ist, kauft man sich einen Flugsimulator. Kann man in aller Ruhe ungestört üben. Wenn was schief geht, wird niemandem geschadet.

  • Sensenmaa am 28.12.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört mal

    mit dem Drohnen bashing auf.

  • Hs am 28.12.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehört verboten

    Genau wie die drohne die über leibstadt kkw flog ! Sollte verboten werden

  • Gott vergibt, Django nie am 28.12.2016 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen abschiessen ?

    Darf man eigentlich Drohnen über dem eigenen Grundstück abschiessen?

    • Peter Müller am 28.12.2016 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Elektromotorischer Impuls

      Sofern das benutzte Projektildas eigene Grundstück nicht verlassen kann. Also nichts für Feuerwaffen, sondern für Elektronik ;-)

    • Martial2 am 28.12.2016 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott vergibt, Django nie

      Selbstverständlich, alles was sich bewegt auf dem eigenen Grundstück, darf man vernichten, ausser Menschen natürlich !!

    • Xeno72 am 28.12.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott vergibt, Django nie

      An sich ja, allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Waffe legal ist (oder sich nicht erwischen lassen). Der Luftraum über Ihrem Grundstück gehört Ihnen, soweit Sie ihn tatsächlich nutzen können.

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