Solarenergie

02. Juni 2017 05:50; Akt: 02.06.2017 05:50 Print

Kleingemeinde im Jura überstrahlt die Schweiz

Die 130-Seelen-Gemeinde Mettembert bei Delémont liegt bei der Pro-Kopf-Produktion von Solarstrom das 75-fache über dem Schweizer Durchschnitt. Das hat einen Grund.

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Mettemberg ist ein kleines jurassisches Dorf 35 Kilometer südwestlich von Basel – eine Kleinstgemeinde ohne eigene Web-Präsenz. Aber es ist das Solar-Vorzeige-Dorf schlechthin. Vermutlich weist es sogar die höchste Pro-Kopf-Leistung der Schweiz aus – verlässliche Daten, die einen abschliessenden Vergleich mit anderen Schweizer Gemeinden zulassen gibt es nicht. Mit einer Pro-Kopf-Leistung von 1000 Kilowattstunden pro Jahr übertrifft Mettembert den Schweizer Durchschnitt (13 kWh) um das 75-fache.

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Bis vor wenigen Jahren war Mettembert noch im photovoltaischen Steinzeitalter. Doch 2014 liess sich Dirk Junghans mit seinem Solar-Unternehmen Taiga Elements in der Gemeinde nieder und brachte die Bewohner auf den Geschmack. «Ich habe mir selbst eine Anlage auf das Dach gebaut. Dann wollte der Nachbar auch eine und so ging das dann weiter», erzählt Junghans.

Boom auch ohne Fördermittel

Mettemberg ist keine Öko-Kommune, die Dorfbewohner können aber rechnen: «Die reduzieren ihre Stromrechnung», sagt Junghans. Manche würden ihre Stromrechnung bis auf Null bringen, die meisten decken mindestens die Hälfte ihres Eigenbedarfs mit einer Photovoltaik-Anlage. Das rechnet sich, auch ohne Subventionen: In der 123-Seelen-Gemeinde gibt es kein kommunales Förderprogramm und auch vom Kanton fliesst kein Geld. Solar-Unternehmer Junghans stört das nicht: «Die Anlagen sind auch so wirtschaftlich.»

Photovoltaik-Pionier

Ein Ende des Solar-Booms in Mettemberg zeichnet sich in noch nicht ab. «Es gibt noch mehr als genug Dächer im Dorf», sagt Junghans. Der 50-Jährige Unternehmer gehört zu den Photovoltaik-Pionieren. Seit Anfang der 90er-Jahre ist er in diesem Geschäft aktiv. Anfangs noch in Berlin als Berater und Bastler, dann vertiefter er sein Wissen an der Technischen Universität Berlin und am Institut für Erneuerbare Energien in Moskau. Nach längerer Tätigkeit bei Alstom ist er seit 2005 ausschliesslich im Solarbereich tätig. Und wie Mettemberg beweist, ist er auch als Botschafter der grünen Energie erfolgreich.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klarer Standpunkt am 02.06.2017 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer rechnen kann...

    Die Anlagen sind auch ohne Fördergelder und Subventionen wirtschaftlich. Nun kommen die Gegenargumente wie z.B. die Sonne mit ihrer Wintermüdigkeit. Im Gegensatz zu den AKW ist Solarstrom mindestens auch eine super Übergangslösung.

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  • Typhoeus am 02.06.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solar Energie nicht nur

    Erdwärme im Überschuss. Man muss sie nur nutzen.

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  • Borki vom Wald am 02.06.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holz wäre gute Lösung

    In unseren Wäldern wachsen jährlich 5 Mio Festmeter Holz nach, die nicht genutzt werden. 1Festmeter Holz hat die Energie von 200 lt Heizöl. Holz ist schon gespeicherte Sonnenenergie , kann gefahrlos gelagert werden, verschandelt keine Landschaften und gibt keine gefährlichen Abfälle. Aber es profitieren nicht die "richtigen" dabei. Darum will die schweizerische Politik diese Energie nicht. Ganz anders in Österreich, da wird mit Holzheizkraftwerken Winterstrom produziert. Nur die Schweizer lassen den eigenen Rohstoff verrotten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Borki vom Wald am 02.06.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holz wäre gute Lösung

    In unseren Wäldern wachsen jährlich 5 Mio Festmeter Holz nach, die nicht genutzt werden. 1Festmeter Holz hat die Energie von 200 lt Heizöl. Holz ist schon gespeicherte Sonnenenergie , kann gefahrlos gelagert werden, verschandelt keine Landschaften und gibt keine gefährlichen Abfälle. Aber es profitieren nicht die "richtigen" dabei. Darum will die schweizerische Politik diese Energie nicht. Ganz anders in Österreich, da wird mit Holzheizkraftwerken Winterstrom produziert. Nur die Schweizer lassen den eigenen Rohstoff verrotten

  • Reto Kleinstein am 02.06.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Rechnet sich eben nicht ...

    Die Amortisierungszeit unserer neuen 40 Panel Solaranlage ist 18 Jahre. Erst dann gibt es Gratis Strom. Fakt also; keiner der Solarbesitzer hat nun " Gratis " Strom es ist einfach quasi voraus bezahlt. Erst nach Amortisierung und auch nur wen die Anlage dann noch gut ist (den man hat auch noch 0.5% Leistungsabfall pro Jahr der Paneels die dazu kommen durch Alterung) macht also in 18 Jahren 9% weniger Strom Produktion. Schreibt Fakten keine Märchen, man macht das der Umwelt zuliebe, nicht weil es sich rechnet.

    • toni am 02.06.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Fakten?

      Das sind vielleicht deine "Fakten", aber mit allgemeinen Fakten musst du halt dann doch vorsichtiger sein. Im Schnitt rechnet sich eine Solaranlage deutlich schneller, ca. nach 10 Jahren (aber da spielen derart viele Faktoren eine Rolle, dass ist also nur der SCHNITT). Der Leistungsabfall ist auch meist geringer, von wo nimmst du diese "Fakten"? Deine letzte Aussage kann ich zwar unterstützen, aber natürlich ist es schön wenn beides zusammen aufgeht, und das tut es im Normalfall!

    • Nobody am 02.06.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Fakt

      Wir werden so oft von den Politikern und Wirtschaftsbossen belogen, das man nichts mehr glauben kann. Es werden nur die Informationen weiteregegeben, die einem passen.

    • LLLL am 02.06.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto Kleinstein

      Herr Kleinstein, sie sind kein Einstein. Rechen Sie mal richtig. Ihre Anlage hat einen gewissen Betrag gekostet, dann haben sie sicher auch die Einmalzahlungen beansprucht und Steuerliche Vergünstigung zudem hat ihre Liegenschaft nun einen besseren Verkaufswert. Alles in Allem haben Sie heute bei den Sparzinsen relativ schnell Gratisstrom. Denn sie haben auch noch Einsparungen bei der Netznutzung und bei und bei. Bitte alles berücksichtigen. Ich habe selber eine 70m2 PV Anlage und zudem noch Solarwärme mit der Thermischen Anlage. Jahresproduktion total 15'000kWh.

    • LLLL am 02.06.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nobody

      Deshalb sollte man mit denen reden, die damit Erfahrungen haben. Am besten verkauft man etwas, wenn man es selber ausprobiert hat. Das haben die wenigsten Politiker. Die predigen Wasser und trinken Wein.

    • Die Gast am 02.06.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LLLL

      Und wann produzierst Du die (ausser dem heissen Wasser) ? Abends wenn Du Fernsehen möchtest, die Waschmaschine läuft und das Essen brutzelt, oder Tagsüber wenn Du arbeitest? Wir haben kaum Bedarf an Strom zwischen 7 und 18 Uhr selbst unsere Wärmepumpe macht dann Pause.Solange der Strom nicht kostengünstig und umweltfreundlich gespeichert werden kann und keine kostendeckende Preise für die Einspeisung ins Netz bezahlt werden rechnet sich die Anschaffung eben nicht.

    • D.R. am 03.06.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Die Gast

      seit wir unsere Solaranlage haben, läuft z.B die Waschmaschine nicht mehr in der nacht, sondern am Tag... oder der Akku des Rasenmähers wird Tagsüber aufgeladen... es gibt viele Möglichkeiten, die Solarenergie am Tag zu nutzen, wenn dann trotz dem noch Energie übrig bleibt, so wird sie ins Netz eingespeist. Dafür gibts Geld und die Anlage ist schneller amortisiert

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  • Typhoeus am 02.06.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solar Energie nicht nur

    Erdwärme im Überschuss. Man muss sie nur nutzen.

    • Giussi am 02.06.2017 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Wenn nur die Erdbeben in Basel und St. Gallen nicht gewesen wären.

    • Nobody am 02.06.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      Hitzeklau beim Heizer

      Das wollte ich auch sagen. In Basel rüttelte und schüttelte es ganz schön. Ewige Erdwärme? Wenn wir diese alle abzapfen, gefriert die Hölle ;)

    • Mina am 02.06.2017 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nobody

      Ich habe keinen einzigen 'Rüttler' in Basel gespürt. Ihre Aussage: Rüttelte ganz schön - einfach übertrieben. Wurden Ihnen die dadurch entstandenen Schäden vergütet?

    • LLLL am 02.06.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Sicher wäre Erdwärme auch ok, dies wird sich aber wegen den hohen Kosten und Bewilligungen für die Tiefenbohrungen nicht bezahlt machen. Früher probierte man es mit Erdregister, dafür war nach kurzer Zeit der Rasen kaputt. Somit muss die Wärme aus grosser Tiefe gewonnen werden, damit sie keine Schäden verursacht. Dass ist bei der Sonne das optimale, man kann sie nutzen ohne das man Einbussen hat, sie scheint deswegen nicht weniger warm.

    • Typhoeus am 02.06.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LLLL

      Geothermale Energie mit grossen Gewinn kommt, ist nur noch eine Frage der Zeit, innerhalb der nächsten 10 Jahre. Dann kann man die scheusslichen Windmühlen entsorgen.

    • Typhoeus am 02.06.2017 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Giussi

      Das waren Mikrobeben, und Basel war der falsche Ort

    • Typhoeus am 02.06.2017 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nobody

      Dafür haben wir aber 3.5 Milliarden Zeit.

    • Typhoeus am 02.06.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LLLL

      Wenn wir keine billige Energie mehr haben, gehen Bewilligungen extrem schnell. Dann jammern zuerst die Grünen.

    • DaSt am 02.06.2017 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Das Beben am 8. Dezember 2007 hatte eine 3.4 auf der Richterskala, war deutlich spürbar,hat zu kleineren Schäden geführt und war damit alles andere als Mikro! Es folgten weitere Erdbeben mit mehr als einer 3 und bis Heute gibt es Nachbeben.Diese Technologie ist alles andere als harmlos und wir wissen nicht was wir unserer Erde antun wenn wir ihr in grossem Stil Wärme entziehen! Beim AKW kennen wir wenigstens das Risiko.

    • Typhoeus am 02.06.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DaSt

      Die arme Erde.. ich werde im Traum um sie trauern, nicht aber um die Geothermie.

    • Typhoeus am 02.06.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DaSt

      Dann auf zum Bau neuer AKWs.

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  • Klarer Standpunkt am 02.06.2017 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer rechnen kann...

    Die Anlagen sind auch ohne Fördergelder und Subventionen wirtschaftlich. Nun kommen die Gegenargumente wie z.B. die Sonne mit ihrer Wintermüdigkeit. Im Gegensatz zu den AKW ist Solarstrom mindestens auch eine super Übergangslösung.

    • Roland Müller am 02.06.2017 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      Licht

      Eine moderne Solaranlage funktionniert auch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Das Licht ist entscheidend.

    • Typhoeus am 02.06.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klarer Standpunkt

      Bravo, man muss es nur richtig anpacken.

    • A. Meier am 02.06.2017 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klarer Standpunkt

      Und die nächsten Generationen müssen unseren Atommüll entsorgen, ist das gerecht?

    • LLLL am 02.06.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roland Müller

      Richtig, z.B bei Nebel, ist der Ertrag zum Teil grösser als bei blauem Himmel. Die Zellen werden dann auch weniger warm und haben eine grössere Leistung.

    • Solarkenner am 02.06.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LLLL

      Hallo LLLL Ich bin ein absoluter Befürworter von PV Energie. Aber die Aussage das bei Nebel mehr Strom produziert wird als bei Sonnenschein stimmt schlicht nicht!

    • Cocitoni am 03.06.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klarer Standpunkt

      Aber mann bedenke der Jura hat nicht halb soviel Nebel-Tag wie das Schweizer-Mittelland! Dadurch sicher auch mehr Sonnentag.

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  • burki84 am 02.06.2017 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist subventioniert!

    Die Eigenverbrauchsregelung ist eine Subvention, da man staatlich verordnet weniger zahlt an das Stromnetz zahlt, aber trotzdem voll darauf angewiesen ist. Auch zahlt der Kanton eine Prämie für den Bau aus...

    • Typhoeus am 02.06.2017 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @burki84

      So ? Jeder Anfang ist schwer.

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