Grosser Rat Basel

08. Februar 2017 05:51; Akt: 08.02.2017 09:37 Print

Sie sind die neue Stimme der Jugend im Parlament

Die neugewählten Grossräte Sebastian Kölliker (26, SP) und Pascal Messerli (27, SVP) sind die jüngsten im Saal. 20 Minuten stellt sie im Interview vor.

20 Minuten stellt die beiden jüngsten Grossräte der neuen Legislaturperiode, Sebastian Kölliker (26, SP, links) und Pascal Messerli (27, SVP, rechts) vor. (Video: las/fh)
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Mit 26 respektive 27 Jahren sitzen sie bereits im baselstädtischen Parlament: Sebastian Kölliker (SP) Pascal Messerli (SVP), die beiden jüngsten Grossräte der neuen Legislaturperiode. Beide zeigen sich begeistert davon, dass sich bereits junge Menschen in den demokratischen Prozess einbringen können. Entsprechend motiviert sind sie, ihre Aufgaben im Grossen Rat wahrzunehmen und ihrer Generation eine Stimme in der Politik zu geben.

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Am Mittwoch treten sie als neugewählte Räte in der ersten Sitzung des Parlaments der neuen Amtsperiode ihre Posten an. Noch sprühen die beiden vor Energie. Diese werden sie aber brauchen, denn in naher Zukunft stehen gewichtige Themen auf der politischen Agenda, wie zum Beispiel die mögliche Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III (USR III), wenn diese am Sonntag vom Volk angenommen wird.

Sie sind die neue Stimme der Jugend im Parlament

Klare Ziele

«Wir leben in einer Stadt, der es sehr gut geht», sagt Kölliker. Deshalb müsse man sicherstellen, dass alle am vorhandenen Wohlstand teilhaben könnten. Gleichzeitig spricht er sich für die Innovationskraft der Region aus, die keinesfalls verloren gehen dürfe. «In Basel müssen wir von der Quartierstrasse bis zur Weltpolitik vieles lösen», so Kölliker über die Komplexität der Lage der Stadt.

Für Messerli stehen wirtschaftliche Aspekte ebenfalls hoch auf der Agenda. «Basel ist eine Wirtschaftsmetropole. Wir müssen dafür sorgen, dass es dem Gewerbe gut geht und dass unbürokratisch politisiert wird», sagt er. Die künftigen Herausforderungen sieht er einerseits in Punkten wie der Umsetzung der USR III und der Implementierung des Lehrplans 21, andererseits auch in den SVP-Schwergewichtsthemen Einbürgerung und Sicherheit. Parteipolitisch zeigt er sich pragmatisch: Mit den Asyl-Hardlinern sei er nicht immer einverstanden und wolle stattdessen «Allianzen suchen».

Seit Jahren politisch aktiv

Messerli stammt aus Riehen. Er studiert Rechtswissenschaften an der Universität Basel und arbeitet im Ladenbaubetrieb seines Vaters. Seinen Weg in die Politik fand er, als 2009 das Gemeindespital Riehen geschlossen wurde. «Die SVP hat sich als einzige dagegen gewehrt», sagt er. Als er selber in der Sache aktiv wurde, lernte er Exponenten der Partei kennen und wurde noch im selben Jahr Mitglied. Beeindruckt habe ihn vor allem SVP-Stratege Christoph Blocher, der trotz einer oft isolierten Position Mehrheiten errungen habe.

«Ich wollte mich schon früh artikulieren», erinnert sich Kölliker. 2004 wurde der Basler im Alter von 14 Jahren im Jungen Rat aktiv. Seit 2012 ist er Mitglied des Bürgergemeinderates. Heute studiert er Philosophie an der Universität Basel und arbeitet als Barkeeper im Des Arts. Für die SP hat er sich entschieden, weil er bei Abstimmungen oft gemerkt habe, dass er sich gleich entschieden hätte. «Ihre Politik hat mich überzeugt», so Kölliker über seine Partei.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • berosa am 08.02.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jule

    Ich finde erstaunlich wie oft SP mitglieder Philosophie oder Geschichte studieren.

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  • Roger am 08.02.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Realität verloren

    Das Geld verteilen das sie noch nie mit verdient haben ..... ja unsere SPler. Zum Glück für sie arbeiten die anderen, die sie schon lange nicht mehr wählen.

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  • lisa am 08.02.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    Ich würde es vorziehen, wenn junge Menschen im Mittelstand mal im Grossen Rat wären. Viele Menschen reden vollkommen an der Realität vorbei. Die Mittelklasse, sei es verheiratet, alleinerziehend oder single; werden behandelt wie Tiere und die Menschen die ihr Geschichtsstudium (ohne praktische Erfahrung) werden in den Himmel gelobt. Sagt mal, wer geht den für Euch arbeiten....??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tam_Tam am 09.02.2017 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugend = Pelz?

    Schade dass "die Stimme der Jugend" Sebastian Kölliker es vorlebt, Pelz zu tragen. Er selbst träge eine Canada G. Jacke.

  • Olaf Rustle am 08.02.2017 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klassischer SPler

    Des Artes und Philosophiestudium, da bekommt man den Ernst des Lebens mit...

  • lisa am 08.02.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    Ich würde es vorziehen, wenn junge Menschen im Mittelstand mal im Grossen Rat wären. Viele Menschen reden vollkommen an der Realität vorbei. Die Mittelklasse, sei es verheiratet, alleinerziehend oder single; werden behandelt wie Tiere und die Menschen die ihr Geschichtsstudium (ohne praktische Erfahrung) werden in den Himmel gelobt. Sagt mal, wer geht den für Euch arbeiten....??

  • Brandon am 08.02.2017 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde ...

    Ich finde es gut, dass junge Menschen für die Politik interessieren und aktiv sind. Was aber der Trend ist bei diesen, dass die meisten einem Studium nach gehen oder angehende sind. Was einigen dann fehlt ist die Erfahrung über einen längeren Zeitraum 100% Anstellungszeit bevor diese das Studium beenden. Dadurch fehlt vielen diese Erfahrung. Weil Teilzeit Anstellung ist etwas anderes als eine 100% Anstellung. Je nach dem gehen diesen auch Jobs nach, die sie durch sogenannten Vitamin B erhalten haben, anstatt die erste Erfahrung ohne diese zu erhalten. Aber es gibt immer ein dafür und dagegen.

    • Claudio am 08.02.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Diese 100% sind ein kultureller Dinosaur

      Ich bin mitte Dreissig, teuer ausgebildet, arbeite 80% und in den restlichen 80% mache ich (bereits) eine 4 jährige Weiterbildung damit ich in Zukunft nicht von einer Maschine wegrationalisiert werde. Meine 60% nicht-Freizeit, nicht-Ferien, nicht-Familie tauchen in keiner Statistik auf. Aber ich arbeite "nur" 80%. Jetzt soll ich mich auch noch schämen dafür?

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  • ch-Bürgerin am 08.02.2017 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Junge ins Parlament

    Bravo Basel, schickt noch mehr alte Politiker in Pension. Schliesslich müssen ja auch die Jungen in den nächsten paar Jahren in unserem Staat überleben. Täte übrigens in Bundesbern auch gut, die alte Garde zu ersetzen. Was wollen denn die Alten noch? Die Welt verändern? Schaut Euch mal in anderen Staaten um, da geht nur mit alten Politikern nichts mehr und mit Jungen NOCH nicht viel. Übrigens, ich bin bald 70 und geniesse es, nicht mehr MACHEN zu müssen.