Belchen-Tunnel

21. Juni 2017 18:41; Akt: 21.06.2017 18:41 Print

Bohrmaschine frass sich 3,2 km weit ans Licht

Um Punkt 14.43 Uhr wurde am Mittwoch der Sanierungstunnel durch den Belchen auf der A2 am Nordportal durchschlagen. Das Bauwerk verschlang 500 Millionen.

Punkt 14.43 Uhr ist am Mittwoch der Sanierungstunnel durch den Belchen auf der A2 am Nordportal durchschlagen worden. Video: Tamedia/SDA
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72 Wochen nach dem Andrehen am Südportal bei Hägendorf SO hat die grösste je in der Schweiz eingesetzte Tunnelbohrmaschine mit dem Durchstich Eptingen BL erreicht. Die dritte Röhre durch den Belchen soll 2021 in Betrieb gehen, damit die bestehenden Tunnelröhren danach nacheinander saniert werden können. Seit Februar 2016 frass sich die 2000 Tonnen schwere Maschine 3,2 Kilometer weit durch den Berg. Der Durchstich erfolgte nun rund drei Monate früher als damals erwartet.

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«Ausbezahlt hat sich die vorgängige umfassende Erforschung des Gesteins im Belchen», sagte Baustellenleiter Sergio Massignani bei der Durchstichsfeier am Nordportal. Zudem konnte dank Vorbohrungen frühzeitig auf Gesteinsveränderungen reagiert werden. Dennoch hätten geologisch bedingte Unterbrüche insgesamt rund anderthalb Monate Zeit gekostet.

Tunnel kostete 500 Millionen Franken

Mit dem nun erfolgten Durchstich wurde gemäss Bundesamt für Strassen (Astra) ein bedeutender Meilenstein beim Tunnelbau erreicht. Direktor Jürg Röthlisberger dankte bei der Feier den Mineuren für ihren Einsatz. Anwesend waren nebst Beteiligten unter anderem auch die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro und ihr Solothurner Amtskollege Roland Fürst.

Tunnelbohrmaschine frisst sich ans Licht

Nach dem Ende des Ausbruchs – insgesamt werden rund 550'000 Kubikmeter Ausbruchsmaterial erwartet – wird der Sanierungstunnel im Rohbau fertiggestellt. 2018 soll mit den Installationen der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung begonnen werden. In Betrieb gehen soll der rund 500 Millionen Franken teure Autobahntunnel im Jahr 2021, ebenfalls etwas früher als ursprünglich geplant.

Sanierung ohne lange Staus

Danach sollen ab 2022 die beiden aus den 1970er-Jahren stammenden alten Tunnelröhren nacheinander totalsaniert werden. Jeweils eine der beiden bisherigen Röhren ist während der Sanierungsarbeiten befahrbar, so dass in Nord- und in Südrichtung wie bisher je zwei Spuren zur Verfügung stehen. Dies soll zu möglichst geringen Verkehrsbehinderungen während der Sanierung führen.

Durch die beiden richtungsgetrennten Doppelspurröhren des A2-Strassentunnels rollen derzeit durchschnittlich 55'000 Fahrzeuge täglich. 11,5 Prozent davon entfallen auf den Schwerverkehr.

Der Belchentunnel ist nicht nur für den Nord-Süd-Verkehr via Gotthard von grosser Bedeutung, sondern auch für den Schweizer Binnenverkehr zwischen dem Raum Basel und dem Mittelland sowie Basel und der Westschweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luzerner am 21.06.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belchen/Gotthard

    Schon interessant wenn am Belchen für die Sanierung ein zusätzlicher Tunnel gebaut wird ohne das es am Schluss zu einer Kapazitätssteigerung kommt dann wird das in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, macht man das gleiche am Gotthard wird so heftig diskutiert als stünde das Ende der Schweiz bevor.

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  • Der Pendler am 21.06.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gubrist

    Und wieso wird die Bohrmaschine jetzt nicht zum Gubrist verlegt? Mit einer TBM erreicht min bis zu 40m pro Tag, mit Sprengen deren 12m!?

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  • JJ am 21.06.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz bleibt Schweiz

    Schön, mal keine Ausländische Flaggen zu sehen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ratmal Werwol am 27.06.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wohin kommt eigentlich das ganze ausgebrochene Material? wer weiss dazu was?

  • Zurigo am 22.06.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bohrer an den GUBRIST

    Hoffe SCHWER das der Bohrer an denn Gubrist verlegt wird... Jede Woche früher desto besser.... Danke VIELMAAAAL Gebet ma Gas

  • Milanello am 22.06.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Effizienz

    Gratuliere zu diesem grossen Ereignis. Was ist jedoch krass finde, dass dieser Tunnel erst im Jahr 2021 in Betrieb geht. Das sind noch 4 Jahre und das Loch besteht bereits?! Dann frag ich mich manchmal schon (nichts gegen die kompetenten Arbeiter) wie langsam die Arbeiten vorangehen? Wir müssen schneller und effizienter werden! Es kann doch nicht sein, dass wir Jahrzehnte für einen kleinen Strassenabschnitt (nicht auf Tunnel bezogen) haben? Eventuell kann mir ja dieses Geschehen erläutern.

    • STRESSundFUN am 27.06.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

      Tiefbau / Hochbau ist schon stressig

      @Milanello Einer der Gründe ist die Arbeitssicherheit, die wird auf manchen Baustellen strengstens eingehalten und deswegen dauern manche Arbeiten länger als andere. In der Schweiz hat die Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle sonst hätten wir täglich mehrere Tote zu verzeichnen wie auf ausländische Baustellen. Und sie wollen das die Bauarbeiter noch effizienter arbeiten? Desto schneller man arbeitet desto mehr Fehler passieren, diese "Fehler" könnten dann tödlich enden.

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  • a.sch. am 22.06.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank an die Arbeiter

    Vielen Dank an die Arbeiter die das verwirklicht haben. p.s. für die Werbung mit Marti Flagge können wir gerne verzichten und kein Schweizer Flagge unglaublich!

  • Pufadus am 22.06.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transjurane nutzen

    Nun fehlt noch eine Autobahn von Basel, via Laufen nach Delsberg. Damit müsste der Verkehr von Basel in die Westschweiz (und umgekehrt) nicht auch über die A2 und A1.