Inferno in Mulhouse (F)

02. Oktober 2017 17:18; Akt: 02.10.2017 17:28 Print

Fünf Tote – Polizei geht von Brandstiftung aus

Vier Kinder und ein Erwachsener sind bei einem Brand in Mulhouse gestorben. Verhaftet wurde ein Mann, der wegen Brandstiftung vorbestraft ist.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Feuer im elsässischen Mulhouse brach in der Nacht zum Montag im Keller eines Sozialbaus im Quartier Bourtzwiller aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich um ein Mädchen (9), einen Jungen (11) und dessen Vater (53) sowie zwei Brüder (6,7).

Beim Brand erlitten acht weitere Menschen Rauchgasvergiftungen. Nach Angaben der Regionalzeitung «L'Alsace» wurden drei von ihnen in kritischem Zustand in Spitäler eingeliefert. Darunter auch ein achtjähriger Junge. Die Feuerwehr rettete mit Drehleitern rund 20 Personen aus den Fenstern ihrer Wohnungen. Im Treppenhaus der Liegenschaft hatte sich starker Rauch entwickelt und den Bewohnern den Fluchtweg abgeschnitten.

Staatsanwaltschaft vermutet Brandstiftung

Das Feuer, das im Keller der vierstöckigen Liegenschaft ausbrach, wurde «mit grosser Wahrscheinlichkeit» gelegt, wie die Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag offiziell bekannt gab. Die Polizei hatte in der Brandnacht um 2.40 Uhr einen 28-Jährigen Bewohner des Hauses einvernommen und in Gewahrsam genommen, wie Staatsanwalt Dominique Alzéari am Montagnachmittag an einer Pressekonferenz sagte. Der Mann sei schon wegen Brandstiftung verurteilt worden.


Der Bürgermeister von Mulhouse, Jean Rottner, war am Montagvormittag vor Ort und versuchte Bewohnern und Angehörigen Trost zu spenden. «Es ist furchtbar, die ganze Stadt ist von diesem Drama erschüttert», sagte er.


Feuerwehr brauchte über eine halbe Stunde

Anwohner der Rue Saint-Nazaire sagten gegenüber France Bleu, dass die Feuerwehr erst 40 bis 45 Minuten nach Ausbruch des Brands angerückt ist. «Sie brauchten enorm lange», so ein Nachbar gegenüber dem Sender. Ein anderer Anwohner sagte gegenüber 20 Minutes Strasbourg, dass die Feuerwehr mindestens eine halbe Stunde brauchte.

Staatsanwalt Alzéari insistierte derweil, dass die Feuerwehr sechs Minuten nach Eingang des Alarms um 23.59 Uhr intervenierte. Über 50 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz.

(lha/sda)