Drogenskandal an Schule

08. August 2017 05:42; Akt: 08.08.2017 15:31 Print

«Dass sie so jung sind, macht mir grosse Angst»

An der Sekundarschule in Gelterkinden dealen bereits Erstklässler mit Drogen. Die Bewohner im Dorf sind beunruhigt.

12-jährige Dealer – die Sekundarschule in Gelterkinden hat offenbar ein Drogenproblem. (Video: rob)
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Unter anderem mit Cannabis, Medikamenten und Kokain sollen bereits 12-jährige Schüler der Sekundarschule in Gelterkinden dealen. Laut der Sissacher «Volksstimme» würden die Erstklässer den Stoff kaufen und an ältere Schüler weiterverkaufen. Schulleiterin Barbara Zwygart bestätigt den Handel und Konsum durch vereinzelte Schüler. Das Problem fiel auf, als Leistung und Präsenz einiger Schüler stark nachliessen. Die Polizei hat im Fall Gelterkinden Kontrollen durchgeführt und Drogen sichergestellt. Sie soll vor rund vier Monaten über die Drogengeschäfte informiert worden sein.

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Drogenspürhunde auf dem Schulgelände

Ein ehemaliger Schüler hat die Entwicklungen in der Sekundarschule hautnah miterlebt. «Vor rund zwei Jahren ist mir erstmals aufgefallen, dass immer mehr gekifft wird auf dem Areal», so der 15-Jährige. Die Schulleitung habe jedoch erst vor einem halben Jahr reagiert. Es habe vermehrt Abmahnungen gegeben, einzelne Schüler seien von der Schule verwiesen worden. «Auch ist die Polizei mit Drogenspürhunden auf dem Schulgelände unterwegs gewesen», erzählt er.

Ein Mädchen, dass noch auf die Sekundarschule geht, bestätigt dies: «Die Hunde sollen mehrmals auf dem Areal gewesen sein. Ich habe sie einmal gesehen.» Für die 14-Jährige sei besonders der Schulweg ein Ärgernis. «Dort wird gekifft, geraucht und getrunken.» Prekär sei die Situation auch beim Bahnhof: «Wer sagt, er gehe zum Bahnhof, meint damit: Ich gehe kiffen.» Doch auch auf dem Schulhof seien Schnapsflaschen gefunden worden. Alkohol oder Drogen habe sie glücklicherweise noch nie angeboten bekommen. «Ich bewege mich nicht in diesem Umfeld»

Seit Ostern ein grosses Thema

«Hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie es heisst», sagt ihre Mutter. Um Ostern herum wurde der Drogenkonsum der Sekschüler zum grossen Thema. Polizei, Jugendstaatsanwaltschaft und Sozialarbeiter seien involviert. Auch habe es in der Schule mehrere Aufklärungs-Gespräche mit den Schülern gegeben, fügt die Tochter an. Die Mutter fürchte sich vor allem vor den Dealern, von welchen die Erstklässler die Drogen beziehen und wiederum verkaufen. «Sie sind das grösste Problem und meine grösste Sorge.» Sie betont jedoch, dass es kein neues Problem ist: «Schon vor 20 Jahren gab es Orte, die ich aus ähnlichen Gründen gemieden habe.»

Eine 29-Jährige junge Mutter zeigt sich schockiert ob den Ereignissen: «Dass so junge Kinder involviert sind, macht mir grosse Angst.» Es sei klar, dass Drogen immer ein Thema sein werden. Doch dass bereits 12-Jährige damit zu tun haben, sei «verrückt». Sie sei froh, dass die Schule und die Behörden mittlerweile etwas dagegen unternehmen. «Mal schauen, wie erfolgreich die Massnahmen längerfristig sein werden.»

(rob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick71 am 08.08.2017 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss ja alles immer schneller gehen...

    Mit 7 einen iPhone, mit 8 PlayStation, mit 9 Computer, mit 10 sex vidéo auf Handy, mit 11 oder 12 dealen und dann schwanger werden!? Wo geht die Jugend? Wo bleibt Erziehung?

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  • Goon am 08.08.2017 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieferant

    Von irgendwoher bekommen sie den Stoff. Dort muss man ansetzten.

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  • DschungelBalu am 08.08.2017 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Der Bahnhof ist leider ein grosser Treffpunkt in Geltetkinden für kiffer. Doch geht mal Abends oder am Weekend auf das Parkingdach der Migros, auch dort sitzen die jungen Leute und kiffen/saufen sich die Birne voll und danach zerstören Sie was denen gerade im Weg ist. Alkohol, Drogen, Gewalt Was ist bei diesen jungen Leuten falsch gelaufen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maybebaby am 08.08.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde sagen...

    ...den Kindern ist langweilig, sie wissen anscheinend einfach nicht, was mit sich anfangen. Zudem ist die elterliche Fürsorge wohl eher legere gehalten. Möchte den Teufel nicht an die Wand malen - hoffe nur das es mit meinen Kindern mal nicht so problematisch wird.

  • Andy Honegger am 08.08.2017 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Schule

    Es ist definitiv ein Problem der Schule, hier treffen sich ja die Kinder. Die Wurzel des Problems liegt aber in den Elternhäusern.

  • mySenfy am 08.08.2017 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso beschleicht mich das Gefühl, dass es

    nur noch "schlimmer" kommen kann! Bin ich inzwischen Realist?

  • Broetli am 08.08.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gab es doch schon immer

    Auch vor 20 Jahren konnte man an meiner Oberstufe Tabak und Cannabis kaufen.

  • Benny am 08.08.2017 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbilder

    Das muss die schöne neue Welt sein, von dennen uns die drogenkonsumierenden Vorbilder wie C. Wermuth und T. Funiciello immer erzählen.