Basler Online-Auktion

09. Oktober 2014 06:13; Akt: 09.10.2014 06:13 Print

Skillharbour sucht Talente zum Tausch

von Dominique Artacho - Bei der Basler Sharing-Plattform Skillharbour können Mitglieder auf einfache und unterhaltsame Art ihre Fähigkeiten gegen jene von anderen austauschen – völlig kostenlos.

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Ob Kochen, Tanzen, Nähen oder Basteln – jeder Mensch besitzt ein Talent, eine Fähigkeit oder ein spezielles Wissen, das für andere von Nutzen sein kann. Mit dieser Überzeugung gründete Graziella Michel (44) im Januar 2014 in Basel die Sharing-Plattform Skillharbour, auf der Talente zusammengetragen und zum gegenseitigen Tausch angeboten werden – ganz nach dem Motto: «Tu, was du liebst, für Leute die lieben, was du tust».

Die Plattform zählt mittlerweile schon 194 Einträge und rund 400 User, viele davon aus Basel: «Die Leute in Basel sind sehr offen und da Offenheit eine Voraussetzung für den Erfolg des Tauschens ist, bin ich sehr zuversichtlich», erzählt Michel. Sie selbst ist Mitglied von Skillharbour und bietet Strickkurse an. Auch hat sie das Angebot anderer schon in Anspruch genommen und so im Sommer den Flughafen Birrfeld besuchen dürfen.

Sein Wissen weitergeben

Der Basler Unternehmer Remo Uherek ist seit Beginn Mitglied von Skillharbour. Er bietet Jungunternehmern seine langjährige Erfahrung an. «Ich bin selber Unternehmer und war in meiner Anfangsphase auch froh um Unterstützung, deshalb gebe ich Neueinsteigern gerne mein Wissen weiter», erzählt Uherek.

So konnte er auf Skillharbour bereits beim Aufbau einer Online-Plattform mithelfen, auf der die Übermittlung der Post zwischen Deutschland und Russland gesichert werden soll. Selber hat er jedoch noch nicht von den Skillharbour-Angeboten profitiert: «Im Moment sammle ich die Skillhours, um dann bei Bedürfnis ein Angebot in Anspruch zu nehmen.» So würde ihn in Zukunft ein Kochkurs interessieren.

Tausch gegen «Skillhours»

Skillharbour ist gemeinnützig organisiert und basiert auf einem Zeitguthaben, den sogenannten «Skillhours». Das heisst, für eine vollbrachte Dienstleistung von drei Stunden erhält man drei Skillhours, die wiederum für den Bezug einer anderen Tätigkeit eingesetzt werden können.

Somit ist Skillharbour völlig kostenfrei und lebt im Gegensatz zu der Mehrheit der Sharing-Plattformen nicht von den Nutzungsgebühren: «Was wir machen, unterscheidet sich von den meisten Tausch-Plattformen insofern, als wir ausschliesslich Talente und keine Gegenstände tauschen und dies absolut kostenlos», sagt Michel.

Dass die Plattform gebührenfrei ist und auch bleibt, liegt Michel am Herzen: «Es geht nicht um Gewinn oder Gewinnstreben, sondern um die Wertschätzung für die Zeit und die Fähigkeit, die man im Austausch mit anderen Personen erfährt.» Zudem spart man durch das Teilen Geld, schont die Umwelt und fördert die Gemeinschaft. Der soziale Kontakt und das Lebensgefühl ist folglich vordergründig.

Sharing-Plattformen boomen

Wie viele andere folgt Skillharbour dem Trend der sogenannten «Shareconomy» – einer derzeit populären Wirtschaftsdenkrichtung, die nach dem Prinzip «teilen statt besitzen, leihen statt kaufen» funktioniert.

In der Schweizer setzen immer mehr Start-ups auf den Sharing Trend und bieten diverse Online-Teil-Plattformen an. Hierzulande gibt es mehr als 20 Firmen, die sich auf den Tausch von Dienstleistungen oder Gegenständen spezialisiert haben. Jacando etwa vermittelt Nebenjobs, Parku freie Parkplätze und Sharely Gebrauchsgegenstände.