Basel

05. September 2017 17:25; Akt: 05.09.2017 17:26 Print

«Linksextreme Gewalt darf nicht verharmlost werden»

Die Brandserie reisst nicht ab. Linksradikale haben auch noch einen Bohrkran abgefackelt. Sicherheitsdirektor Baschi Dürr nimmt erstmals Stellung.

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In der Nacht auf Montag haben Linksradikale gegen 4 Uhr morgens einen Bohrkran der Implenia, der am Bahnhof Weil am Rhein (D) abgestellt war, in Brand gesetzt. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 20'000 Franken. Am Dienstag bekannten sich Linksradikale auf der Plattform Barrikade zur Tat. Die Serie von Brandstiftungen gegen Firmen, die am Bässlergut-Erweiterungsbau beteiligt sind, reisst also nicht ab. Linksextreme Vandalen wüten offenbar unbehelligt weiter. Wurde die Problematik linksradikaler Gewalt in Basel bislang unterschätzt?

«Nein», sagt Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) entschieden. «Dass Linksextremismus eine Gefahr darstellt, ist schon länger bekannt.» Er verweist darauf, dass es bei Demonstrationen auch immer wieder gelinge, Leute aus dieser Szene festzunehmen. Dennoch macht es den Eindruck, als würde die Staatsgewalt den Attacken machtlos zusehen. Obschon Staatsanwaltschaft und eine Fachrguppe der Kriminalpolizei mit Hochdruck ermitteln.

Der Sicherheitsdirektor ist sich des Ernsts der Lage bewusst. «Linksextreme Gewalt darf nicht bagatellisiert werden», sagt Dürr. Er verweist auch auf die rigide Praxis im Umgang mit besetzten Häusern, die andernorts in der Schweiz weniger strikt sei. Vor zwei Wochen erst wurde die Schwarze Erle beim Badischen Bahnhof geräumt, die als Rückzugsort der linksradikalen Szene gegolten hat.

Unternehmer schweigen zu den Attacken

Mitte August trafen sich Dürr und Baudirektor Hans-Peter Wessels mit den betroffenen Firmen und erteilten Ratschläge. Dabei ging es darum, wie die Baustellen besser geschützt werden können, aber auch, was die Firmen selbst tun können. Etwa die Beschriftung von ihren Autos entfernen. Zudem sei die Baustelle aufwändig gesichert worden, teilt der Sprecher des Baudepartements Marc Keller mit.

Was die Unternehmer von diesen Vorschlägen halten, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Der Bauriese Implenia gibt «aus taktischen Gründen» keine Auskunft. Andere Betriebe teilten mit, sie seien von den Behörden instruiert worden, sich nicht dazu zu äussern. Das sei kein Maulkorb, so Keller. «Zusätzliche Publizität käme letztlich nur den Kreisen zugute, die mit Drohungen und Sachbeschädigungen versuchen, ein demokratisch beschlossenes Bauprojekt zu verhindern.»

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • paul am 05.09.2017 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    zu und wegschauen

    Wieso wird nicht endlich hart durchgegriffen? Man schaut zu und weg! Vermummt=verhaften oder habt ihr Angst dass Kinder von Politikern unter den Masken sind? Die sollen endlich für die Schäden gerade stehen!

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  • Mike am 05.09.2017 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgreiffen

    Es muss endlich richtig durchgegriffen werden. Leider werden die Linksextremen immer noch von der Politik und den Gerichten geschützt. Verteilt Haftstrafen bei jedem Angriff gegen die Polizei etc.

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  • Ein Leser am 05.09.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Linksextreme Gewalt ist gefährlich

    Wer kommt zu dieser späten Einsicht? Linksextreme Gewalt ist einiges schlimmer als Rechtsextreme Gewalt. Nur wird Rechtsextreme Gewalt viel stärker von der Polizei verfolgt. Das finde ich nicht oke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • David am 10.09.2017 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist meine ganz persönliche Meinung.

    Nicht sofort verhaften. Spione ansetzen und das ganze Netzwerk ausspionieren. Das gibt viel bessere Ergebnisse. So können diverse Straftaten aufgeklärt werden. Es braucht nämlich viel, dass es nicht nur bedingt gibt. Was bringt bedingt - nichts. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • Abbas Schumacher am 10.09.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mal richtig einkesseln!

    Und keinen mehr entkommen lassen. Jeder der da geschnappt wird zahlt. Filmt mehr, so kann man auch zuordnen wer was gemacht hat! Geht eine Einkesselung nicht, mit Wasserlöslichen unschädlicher Farbe abspritzen, so kann man sie auch noch etwas später, so mit Farbe gekennzeichnet, auf der Flucht festnehmen.

  • Baselbiet am 09.09.2017 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Basel

    Ob links oder rechtsextrem. Gewalt geht auf gar keinen Fall. Wie damit umgegangen werden muss, sollen andere entscheiden. Wir, die Bevölkerung können nur unseren Unmut äussern.

  • Rico S am 09.09.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Verharmlosung

    Sie wird aber verharmlost. Und das seit jeher. Angeblich verfolge linke Gewalt gute Ziele. Solchen Blödsinn hört und liest man immer wieder.

    • Toni K. am 10.09.2017 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Rico S

      Es wird nicht nur verharmlost , sonder auch finanziert . Man muss erkennen das ein Plan dahinter steht und unsere Regierungen es nicht gut meinen mit uns . Bis die Menschen erkennen das sie über den Tisch gezogen wurden , werden wir entwaffnet sein . Die Neue Weltordnung wird gerade im Eiltempo eingerichtet .

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  • B. Kerzenmacher am 08.09.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdem...

    die Krawallbrüder alles kurz und klein geschlagen haben, darf der Steuerzahler für den Schaden aufkommen. Egal, ob er zu den Reichen gehört oder zu denen, die diese Linksextremen angeblich schützen wollen.