Strafgericht BL

25. August 2017 08:38; Akt: 25.08.2017 08:38 Print

Senior (80) lügt – Prozess wegen Bagatellunfall

Weil er sich weigerte, ein Unfallprotokoll zu unterschreiben, wurde ein 80-Jähriger ein Fall für die Behörden. Am Donnerstag wurde er verurteilt.

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Der Richter glaubte dem Rentner nicht. (Bild: baselland.ch)

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Am Donnerstag sass ein uneinsichtiger Senior vor dem Strafgericht in Muttenz. Nach einem Bagatellunfall wurde der 80-Jährige ein Fall für die Behörden, so die «BaZ». Sein Fall reichte, um drei Bundesordner mit Akten zu füllen.

Die Anklage wirft dem gebürtigen Deutschen vor, sich nach einem Zusammenstoss mit einem anderen Autofahrer geweigert zu haben, das Unfallprotokoll auszufüllen. Stattdessen verliess er den Ort des Geschehens und beleidigte sein Gegenüber. Am Prozesstag schimpfte der Angeklagte den anderen Lenker einen Schwerverbrecher.

Rentner beschuldigt Polizei und Staatsanwaltschaft

Zwei Tage nach dem Unfall erstattete der Rentner bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt. Ein Mercedes sei in sein Auto gefahren und habe danach Fahrerflucht begangen, sagte er aus. Vor Gericht bestritt er diese Aussage jedoch. «Die Polizei lügt wie gedruckt», so der renitente Mann. Während der Verhandlung machte er deutlich, dass er sich als Opfer der Polizei und der Staatsanwaltschaft sieht.

Der Gerichtspräsident betonte in seinem Urteil, dass der 80-Jährige «ganz klar gelogen hat». Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 30 Franken und einer Busse von 640 Franken verurteilt.

(jd)