Händedruck-Verweigerer

19. September 2016 15:43; Akt: 19.09.2016 16:16 Print

Therwiler Schüler müssen Lehrern Hand geben

Schüler an Baselbieter Schulen müssen in Zukunft ihren Lehrern die Hand geben. Eine Beschwerde der Handschlag-Verweigerer wurde abgelehnt.

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Der Schulrat hat Beschwerde der Handschlag-Verweigerer aus Therwil BL abgelehnt.

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Die Verweigerung des Handschlags mit der Lehrerin durch zwei muslimische Schüler in Therwil soll mit Sozialeinsätzen sanktioniert werden. Der Schulrat hat eine Beschwerde der Eltern gegen diese Disziplinarmassnahme abgewiesen, wie die Baselbieter Bildungsdirektion mitteilte.

Die Massnahme verhängt hatte die kommunale Schulleitung nach Abklärungen der Kantonsbehörden. Der Schulrat hat nun die Elternbeschwerde dagegen behandelt und am 14. September abgewiesen. Damit werde das Recht der Lehrpersonen bestätigt, den an manchen Schulen üblichen Handschlag einzufordern.

Die zehntägige Beschwerdefrist gegen den Schulratsentscheid läuft noch, wie es weiter hiess. Nächste Instanz wäre die Baselbieter Regierung. Gegebenenfalls werde sie sich in der Exekutive für die Sanktion und eine konsequente Haltung zum Schulhandschlag starkmachen, lässt sich Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) zitieren.

Bussen bis 5000 Franken

Gschwind stellt zudem eine Gesetzesvorlage in Aussicht, welche die Frage klarstellen soll. Der Entwurf soll im November in die Vernehmlassung gehen. Schulleitungen sollen einschlägige Vorfälle künftig auch dem Amt für Migration melden können. Gschwind wolle gleiche Regeln für alle und dabei auch den Handschlag durchsetzen.

Die Schulleitung der Sek Therwil hatte die beiden muslimischen Schüler zeitweise von der Handschlagpflicht dispensiert. Ein Gutachten der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion taxierte die Handschlagverpflichtung dann aber als zulässig und verhältnismässig, worauf der Dispens aufgehoben wurde.

Der Fall, der auch Jugendanwaltschaft, Kantonspolizei und Amt für Migration beschäftigte, hatte Anfang April über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Das kantonale Bildungsgesetz sieht für solche Fälle Sanktionen vor von Ermahnungen an Erziehungsberechtigte bis hin zu Bussen bis 5000 Franken.

(ij/sda)