Junge Garden

05. März 2017 16:20; Akt: 05.03.2017 16:20 Print

«Cliquen müssen sich für Nachwuchs einsetzen»

Basler Stamm-Cliquen müssen jedes Jahr einen grossen Aufwand betreiben, um den Fortbestand ihrer Jungen Garden sicherzustellen.

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Wenn am Montagmorgen um 4 Uhr die Lichter in der Stadt ausgehen und für viele Basler die «drey scheenschte Dääg» beginnen, werden unter den vielen aktiven Fasnächtlern auch einige Kinder und Jugendliche sein und zusammen mit den Erwachsenen den «Arabi» trommeln und pfeiffen. Bereits im Alter von sechs Jahren können Mädchen und Jungen einer der Stamm-Cliquen beitreten. 41 sogenannte Pfeiffer- und Trommelschulen sind jedes Jahr vor, während und nach der Fasnacht auf der Suche nach neuen Mitgliedern für ihre Jungen Garden. Diese Suche ist nicht immer einfach.

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«Die Fasnacht ist nur eine von vielen Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche hier in Basel», erklärt Pia Inderbizin vom Fasnachts-Comité. «Deshalb müssen die Cliquen immer am Ball bleiben», fügt sie hinzu. Wie in vielen anderen Vereinen müssten sie sich für den Nachwuchs einsetzen, sagt sie weiter. Dabei sei auch das Comité gefordert. «Mit der 1. Lektion bieten wir allen Cliquen jedes Jahr am Wochenende nach der Fasnacht die Möglichkeit, sich zu präsentieren», so Inderbizin. Neben weiteren Veranstaltungen wie der grosse Schulumzug, der alle fünf Jahre stattfindet, gibt es die Fasnachtskiste, mit der die Primarschul-Lehrer seit Januar den Schülern die Fasnacht näher bringen und sie fühlbar machen können.

Alte Traditionen bewahren

Vor allem für die reinen Männer-Cliquen ist es oft schwieriger junge Knaben für das Trommeln und Pfeiffen zu begeistern. «Es benötigt jedes Jahr einen grossen Aufwand, um den Fortbestand unserer Clique sicherzustellen», erklärt Kaspar Schweighauser, Obmann der Jungen Garde Olympia. Mit Flyern und diversen Anlässen wie zum Beispiel dem Olymperli, einer internen Vorfasnachtsveranstaltung, würde die Clique auf das Programm der Jungen Garde aufmerksam machen, so Schweighauser. «Wir hoffen, dass wir so viele Knaben für die Olympia begeistern können», fügt er an.

Thomas Reinhard, Obmann von der Jungen Garde der Basler Bebbi, scheint dagegen weniger besorgt zu sein. In den letzten Jahren sei die Zahl der Neuanfänger stetig gestiegen, sagt er. «50 Knaben sind zurzeit aktiv mit dabei», erzählt er. Ihm gehe es vor allem darum den Jungen die Vorteile der Fasnacht aufzuzeigen und sie so zu einem Beitritt zu ermutigen. «Ist man Mitglied einer Clique, schliesst man einerseits viele Freundschaften, die meist ein Leben lang halten», sagt Reinhard. Andererseits sei man auch Teil einer alten Tradition. Auch die Basler Bebbi würden diverse Events, wie zum Beispiel einen Grillabend im Sommer oder ein zweitägiges Herbstweekend, veranstalten.

Gemischte Cliquen haben es leichter

Im Gegensatz zu den reinen Männer-Cliquen, haben es die gemischten Cliquen etwas einfacher, neue Mitglieder zu finden. «Wir sind in der glücklichen Lage seit 1970 ununterbrochen mit zwei Zügen – den Binggis und der Jungen Garde – an der Fasnacht teilnehmen zu können», so Harald Klepel, Obmann des Nachwuchses der Rätz-Clique. Kinder für die Fasnacht zubegeistern sei seiner Meinung nach nicht schwer. Die Schwierigkeit liege hauptsächlich darin, die Begeisterung für das Trommeln und Pfeiffen über die Jahre vom Eintritt in die Junge Garde bis in den Stamm zu erhalten. Das Erlernen eines neuen Instruments und das regelmässige Üben verlange den Kindern sehr viel ab, sagt Klepel.

(fh)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bebbi am 05.03.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Interesse

    Der Nachwuchs von "Klein- Istanbul " interessiert sich nicht für unsere Bräuche.

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  • D.E am 05.03.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    e Basler Fasnachts Fraueli

    Ich bin 26 und mache schon mein ganzes Leben lang aktiv Fasnacht in Basel. Ich kenne so viele Junge Leute (7 bis 30) die Fasnacht machen. Auch solche die nicht in einer Clique oder Gugge sind.. es gibt auch solche die ein eigenes Schissdräck Zügli machen!! Es gibt Cliquen und Guggen die sicher etwas kleiner sind, dafür gibt es andere die so gross sind, das sie schon 5er Reihe laufen müssen :) Ich sehe nichts vom "MANGELNDEN" Nachwuchs..

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  • plagi am 05.03.2017 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Traditionen

    zum Glück gibt es noch die vielen echtenSchweizer Traditionen, und das schon seit Jahrzehnten. Diese Traditionen machen uns Schweizer wirklich aus und wir sind stolz darauf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rhyfälder am 06.03.2017 00:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bummel Opfer

    Auf das Getrommel und Gepfeife kann ich gut und gern verzichten. Wohnt man in einer Stadt welche dem Bummel zum Opfer fällt weiss man was Sache ist. 4 Sonntage nach der Fasnacht hört man von früh bis spät ohne Unterbrechung dasselbe Getrommel und Gepfeife. Da hofft man das der Nachwuchs ausbleibt

    • Abbas Schumacher am 06.03.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Aber es ist es dann egal wenn auch das Essen in einer Baiz bei euch ausbleibt? Man kann nicht alles haben. Liebe Cliquen, diesem Rhyfälder zuliebe, plant den Bummel doch ins Elsass, dann hat der Nörgeler seine Ruhe!

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  • plagi am 05.03.2017 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Traditionen

    zum Glück gibt es noch die vielen echtenSchweizer Traditionen, und das schon seit Jahrzehnten. Diese Traditionen machen uns Schweizer wirklich aus und wir sind stolz darauf.

  • The Dude am 05.03.2017 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übelst

    Fasnacht interessiert mich gar nicht, aber das schlimmste ist wohl die Baslerfasnacht!! Nur schon dieses üble gepfeiffe dieser ohrtötenden piccolos...

    • plagi am 05.03.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @The Dude

      zum Glück sind nicht alle Fans der Basler Fasnacht.

    • Bebbi 2.0 am 05.03.2017 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Eben...

      Stil kann man nicht erlernen, Stil hat man - und in Basel muss man das nicht lernen, man kann es einfach, von Geburt an!

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  • Rolf Wittwer am 05.03.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Skepsis zur Zukunft.

    Bei einem von Politik und Bestmenschen unterstützten Anteil von 25% Nichtschweizern, wird es in einigen wenigen Generationen vermutl. leider viele traditionelle Anlässe wie eben z.B. die Fasnacht in Basel/Luzern usw. nur noch in wesentlich kleinerem Rahmen geben. Auch christl. Feiertage u.v.m. laufen Gefahr, abgeschafft und ersetzt zu werden. Woanders wird dies akribisch geplant, bezahlt und seit längerem "erfolgreich" in Szene gesetzt. Wohin geht die "Reise" - oder wird's ein "Höllenritt"?

    • Bebbi 2.0 am 05.03.2017 22:28 Report Diesen Beitrag melden

      Wer keine Ahnung hat...

      Gerade die Basler Fasnacht, wo die Population grad mal so locker innerhalb von drei Tagen aufs doppelte anwächst... (wo gibts das noch?) Man muss nicht "Ur-Bebbi" sein, um mitmachen zu dürfen, aber ein bisschen gMV darfs schon sein. Die Basler Fasnacht wird nie aussterben, dafür sorgen die Bebbi bestimmt!

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  • D.E am 05.03.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    e Basler Fasnachts Fraueli

    Ich bin 26 und mache schon mein ganzes Leben lang aktiv Fasnacht in Basel. Ich kenne so viele Junge Leute (7 bis 30) die Fasnacht machen. Auch solche die nicht in einer Clique oder Gugge sind.. es gibt auch solche die ein eigenes Schissdräck Zügli machen!! Es gibt Cliquen und Guggen die sicher etwas kleiner sind, dafür gibt es andere die so gross sind, das sie schon 5er Reihe laufen müssen :) Ich sehe nichts vom "MANGELNDEN" Nachwuchs..

    • C.C. Tambour am 10.03.2017 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D.E

      Sie haben leider keine Ahnung: ein pasr wenige Cliquen werden immer grösser derweil andere den Stammstatus verlieren, mit anderen fusionieren um zu überleben oder ganz verschwinden. Und viele Junge wollen den Aufwand nicht mehr auf sich nehmen in einer Clique am Sujet zu arbeiten. Lieber einfach ein Kostüm anziehen und mit einer Trommelgruppe auf die Gasse gehen. So siehts aus!

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