Strafgericht BS

21. September 2017 05:58; Akt: 21.09.2017 05:58 Print

Horror-Taufe – Vater geht im Rausch auf Mutter los

von Adrian Jäggi - Am Tauftag der gemeinsamen Tochter verprügelte ein 40-jähriger Dominikaner in der Wohnung seine Partnerin unter Alkohol und Drogen. Er muss ins Gefängnis.

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In der Kirche St. Marien fand die Taufe statt. (Bild: RKK BS)

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Die Taufe ihrer gemeinsamen Tochter im Juni dieses Jahres werden der Angeklagte und die Mutter des Mädchens nie vergessen. Aber nicht, weil es ein fröhliches Fest war, sondern weil sie zu einer Taufe des Grauens wurde und mit einem Gewaltexzess endete. Der 40-Jährige sitzt seit jenem Sonntag in Basel in Sicherheitshaft – die Frau leidet laut ihrer Anwältin an Schlafstörungen, Albträumen und hat als Folge der Schläge ihres Partners eine Narbe im Gesicht.

Vor dem Strafgericht wurde gestern ausserdem bekannt, dass der Mann wegen häuslicher Gewalt und Alkoholmissbrauchs in Spanien bereits drei Vorstrafen hat. Den Kontakt zu seiner spanischen Familie und den beiden Kindern dort ist abgebrochen. Auch seine slowakische Partnerin in Basel machte gestern vor Gericht klar: «Ich kann nicht mehr mit ihm zusammenleben.»

Gefährlicher Cocktail

Unklar ist, was und wie viel der Beschuldigte über den ganzen Tag trank. «Ich hatte bereits am jenem Morgen angefangen», sagte der 40-Jährige mit Wohnsitz in Spanien. Laut einem Gutachten hatte er bis zu 1,9 Promille intus. Zudem rauchte er noch vor der Kirche Marihuana, später zog er sich eine Linie Kokain rein.

Nach der Kirche wurden die Feierlichkeiten in einem Restaurant fortgeführt. Dort pöbelte der Angeklagte seine Partnerin an und beleidigte sie mehrfach. Die Slowakin ging darum zusammen mit einem befreundeten Paar in ihre Wohnung und verbot ihrem Partner, auch dorthin zu kommen.

Wütend rief der Angeklagte seine Partnerin mehrmals an, was diese bewog, das fünf Monate alte Mädchen in die Obhut ihrer Mutter zu geben.

Eskalation in der Wohnung

Kurz darauf tauchte der jähzornige Dominikaner prompt auf. Er warf das iPhone seiner Partnerin ins WC und beschimpfte sie als «Schlampe» und «Hure». Er legte sich auch mit dem befreundeten Paar an und schrie laut der Staatsanwaltschaft mit einem Rüstmesser in der Hand: «Ich bringe euch alle um.»

Der Angeklagte bestritt gestern, dies gesagt zu haben. Unbestritten war, dass er seine Frau mehrfach mit der Faust und der flachen Hand schlug und es zu einer Keilerei kam, in die auch das befreundete Pärchen involviert war. Dieses verliess daraufhin die Wohnung. So blieben der Dominikaner und die Slowakin alleine in der Wohnung – und die Gewaltspirale drehte sich weiter. Er packte die Babywippe und schlug damit auf seine Partnerin ein. Dasselbe soll er mit einer vollen Babyflasche gemacht haben.

Hilfe dank der Schwester

Schliesslich polterte eine Schwester des Opfers an die Wohnungstüre und verlangte, dass man ihr die Türe öffne. Weil der Angeklagte wieder Drohungen ausstiess, alarmierte sie die Polizei, welche den Mann schliesslich festnahm.

Er sitzt seither in Sicherheitshaft. Die Staatsanwaltschaft plädierte gestern, dass diese forgesetzt wird und forderte eine zweijährige Freiheitsstrafe wegen versuchter schwerer Körperverletzung inklusive Landesverweis für sieben Jahre.

Der Verteidiger hingegen plädierte auf einfache Körperverletzung. Dies hätte zur Folge gehabt, dass der Angeklagte nicht automatisch hätte des Landes verwiesen können. Die Richterin folgte jedoch weitgehend den Anträgen der Staatsanwältin und verurteilte den Mann zu 18 Monaten Freiheitsstrafe wegen versuchter schwerer Körperverletzung. 9 Monate wurden bedingt ausgesprochen mit einer Probezeit von 5 Jahren. Zudem erhielt er 5 Jahre Landesverweis und muss der Mutter seines Kindes eine Genugtuung von 2500 Fr. zahlen.