Basel

08. Mai 2017 09:35; Akt: 11.05.2017 17:26 Print

Wohnraumfördergesetz stellt Airbnb ins Abseits

Das Verwaltungsgericht fällt erstmals ein Urteil zur lukrativen Untervermietung von Wohnungen. Das Wohnraumfördergesetz könnte für Basler Airbnb zum Bumerang werden.

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Das Basler Verwaltungsgericht beschäftigt sich demnächst mit einem Zürcher Geschäftsmann, der in Basel fünf Immobilien über ein eigenes Internetportal zur Kurzmiete anbietet. Die Wohnungen sind, wie die «bz Basel» berichtet, allesamt möbliert und auf Kurzaufenthalte ausgelegt. So finden sich darin Hinweise auf Check-out, WLAN-Passwort, Reinigung und Wäsche. Das Bau- und Gastgewerbeinspektorat rüffelte die gewerbliche Nutzung des Wohnraums im Mai 2015 und verlangte dafür ein entsprechendes Baugesuch.

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Auch die Baurekurskommission beurteilte die Sache gleich. Die Nutzung sei eine baubewilligungspflichtige Zweckentfremdung, die im Widerspruch zum Basler Wohnraumfördergesetz von 2013 stehe. Dieses qualifiziert Hotels und vergleichbare Betriebe als Gewerbe. Vorher wurden Hotels juristisch als Wohnraum beurteilt. Entsprechend unbürokratisch war die Eröffnung eines Bed and Breakfast. Das Wohnraumfördergesetz wollte dem einen Riegel vorschieben. Die kurzfristige Vermietung bringt dem Vermieter oftmals höhere Einkünfte als eine Marktmiete. Damit würde die Wohnungsknappheit in Basel-Stadt weiter angeheizt.

Urteil mit Signalwirkung für Airbnb

Nun muss sich das Verwaltungsgericht des Kantons mit dem Zürcher Geschäftsmann und seinen Wohnungen auseinandersetzen. Das Urteil dürfte Signalwirkung haben für die zahlreichen Airbnbs in der Stadt, schreibt die «bz Basel». Während Messen verdienen sich zahlreiche Privatpersonen nämlich einen ordentlichen Zustupf mit der Vermietung ihrer Wohnung auf Airbnb. Im Sinne des Gesetzes also eine unerlaubte gewerbliche Nutzung.

Auch eine Wirtefamilie bangt

Das Urteil des Basler Verwaltungsgerichts wird auch von der Wirtefamilie D'Amelio mit Spannung erwartet. Die Betreiber der Mel's Bar gerieten im Januar in die Schlagzeilen, nachdem das Bau- und Gastgewerbeinspektorat ihnen untersagte, eine Eigentumswohnung in der Nähe ihres Restaurants als Bed and Breakfast zu nutzen. Auch sie haben den Bescheid an die Baurekurskommission weitergezogen.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sam the man am 08.05.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist möglich

    @Fred Bleuler - schlafen in einem Bett, sich waschen und evtl Frühstücken - wie in einem Hotel, einer Pension oder einer Jugi, wo ist da der Unterschied ? Ein anderer Vergleich - zu Hause habe ich eine Garage aber kein Auto, deshalb biete ich kleine Unterhaltsarbeiten und Repararturen für wenig Geld an... das alles über eine Internetplatform, ist das etwa erlaubt ? PS : Ich habe nichts gegen das Kinderzimmer, das weitervermietet wird weil es leer ist, mich stören die professionellen Anbieter.

  • Meli am 08.05.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kommt drauf an

    Ich finde es völlig okay wenn man während den Ferien oder an ein paar Wochenende im Jahr seine Wohnung Touris gegen Bezahlung überlässt. Was nicht geht ist wenn tolle Wohnungen von gutbetuchten gemietet und dann ganzjährig weitervermietet werden. Damit nehmen sie Einheimischen den Wohnraum weg!

  • Typhoeus am 08.05.2017 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airbnb, beste Alternative

    gegen Arbeitskräftemangel in der Hotellerie und überrissene Preise der Hotels.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Meli am 08.05.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kommt drauf an

    Ich finde es völlig okay wenn man während den Ferien oder an ein paar Wochenende im Jahr seine Wohnung Touris gegen Bezahlung überlässt. Was nicht geht ist wenn tolle Wohnungen von gutbetuchten gemietet und dann ganzjährig weitervermietet werden. Damit nehmen sie Einheimischen den Wohnraum weg!

  • Swen Goldpreis am 08.05.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airbnb vergünstigt Wohnraum

    Wieso sollte Airbnb überhaupt zu Wohnungsknappheit führen? Die Touristen müssen ja irgendwo hin. Wenn die Zwischennutzung in privaten Wohnungen wegfällt, gibt es einfach mehr Hotels, die ebenfalls den Wohnraum verdrängen. Vermutlich ist es sogar so, dass die Gelegentlichvermieter uns vor einer Verteurung des Wohnraums schützen.

  • Thomasz am 08.05.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz im Abseits...

    Super Schweiz, macht nur so weiter und verbietet alles Neue und Innovative. Uber, AirBnB und was als nächstes? Wird WLAN verboten oder das Frauenstimmrecht wieder abgeschafft? Die CH war mal ein global Key Player in Bereichen Innovation und Moderne. Die Erhaltungsmentalität unserer Wirtschaft und Politik ist ruinös. Kein Wunder haben uns mittlerweile Tschechien (Brno) und die Ukraine (Kiev) diese Standortvorteile abgenommen. Wenn das so weiter geht wird dir CH zum ersten 3. Welt Land Europas..!!

    • A. Rösti am 08.05.2017 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomasz

      Lesen sie doch den Artikel nochmal, vielleicht verstehen sie ihn ja im zweiten Anlauf.

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  • Sam the man am 08.05.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist möglich

    @Fred Bleuler - schlafen in einem Bett, sich waschen und evtl Frühstücken - wie in einem Hotel, einer Pension oder einer Jugi, wo ist da der Unterschied ? Ein anderer Vergleich - zu Hause habe ich eine Garage aber kein Auto, deshalb biete ich kleine Unterhaltsarbeiten und Repararturen für wenig Geld an... das alles über eine Internetplatform, ist das etwa erlaubt ? PS : Ich habe nichts gegen das Kinderzimmer, das weitervermietet wird weil es leer ist, mich stören die professionellen Anbieter.

  • Typhoeus am 08.05.2017 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airbnb, beste Alternative

    gegen Arbeitskräftemangel in der Hotellerie und überrissene Preise der Hotels.

    • A.Bösch am 08.05.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      Airbnb Alternative zu Hotels ja ... aber

      Wenn ich mir die Preise der Airbnb's, B&B's speziell in Basel und Umgebung ansehe sind die Hotels nicht viel teurer. Gleich lange Spiesse für alle und somit auch legale Arbeitsverträge, Abgaben, polizeiliche Anmeldung etc.

    • ein Mitleser am 08.05.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Man kann es nicht vergleichen!

      Airbnb ist die neue Schweiz Hotels sind die alte Schweiz. Das eine ist günstig liberal und offen das andere sehr teuer geschlossen und kontrolliert kein Wunder also dass die alte Schweiz sich sofort darauf stürzt und es verbieten will. Etwas stimmt einfach nicht in diesem Land das sich so modern und cool will geben, man sieht es auch gut in der Tourismusbranche.

    • Sam the man am 08.05.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Risiko im Airbnb

      Na klar, alle die "manchmal" in einem Airbnb arbeiten werden deklariert, die AHV wird bezahlt und ein korrekte Lohnabrechnung erhält auch jeder... das ganze fördert die Schwarzarbeit für ungelernte Mitarbeiter. Wie soll ein korrekt arbeitendes Hotel da mithalten können ? Die ganze Infrastruktur zur Sicherheit der Hotelgäste, Brandalarmanlagen und die Hygienekontrollen fallen bei Airbnb's weg... vonwegen gleiche lange Spiesse !

    • Fred Bleuler am 08.05.2017 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Äpfel und Birnen vergleichen.

      @Sam the man: Airbnb ist eben kein Hotel, sondern ein Vermittlungsdienst. Sie wollen etwas vergleichen, das man so nicht vergleichen kann. Aber gut brüllen können sie.

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