Sarah Spale

03. Dezember 2017 18:13; Akt: 03.12.2017 18:25 Print

«Keine Kritik am Dialekt ist das allergrösste Lob»

Für die SRF-Krimiserie «Wilder» musste die Basler Schauspielerin Sarah Spale Berndeutsch lernen. Dafür musste sie ihr Sprachgefühl auf den Kopf stellen.

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In vielen Schweizer Filmen sprechen die Schauspieler so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Nicht so in der neuen Erfolgs-Krimiserie «Wilder» von SRF. Im fiktiven Bergdorf Oberwies sprechen alle Berndeutsch. Auch jene, die nie zuvor so gesprochen haben.

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«Ich habe zuvor noch nie einen anderen Dialekt gelernt», sagt Sarah Spale. Die 37-jährige Baslerin spielt Rosa Wilder, die Hauptfigur der Serie. Das war kein leichtes Unterfangen für Spale, die in aufwändiger Kleinarbeit den Text ihrer Rolle mit dem Dialektcoach Nathalie Claude lernte.

Szenen Wort für Wort seziert

«Die Sprachmelodie des Berndeutschen ist ganz anders», so Spale. Und die Melodie muss sitzen für eine akzentfreie Aussprache. Dafür musste Spale auch ihr Sprachgefühl auf den Kopf stellen. «Wo die Basler runter gehen, gehen die Berner hoch», erklärt sie. Szenen übte sie Wort für Wort mit ihrer Trainerin. «Es ist viel Detailarbeit.» Nathalie Claude hörte ihr über Skype zu und korrigierte sie von Berlin aus. «Sie hört unglaublich gut», sagt Spale.

Ein Dialekt hat viele Parallelen zur Musik. Claude spricht bei den lang gedehnten Vokalen im Berndeutschen von «Bending Notes», die bei typischen Worten wie «Äuää» oder «Moou» zum Tragen kommen. Das Bernern hat zudem auch einen anderen Rhythmus als das Baslern. Der Coach musste Spale manchmal sprichwörtlich bremsen.

Man ist, wie man spricht

Der Schauspielerin ist die richtige Intonation des Berner Dialekts wichtig. «Sprache ist auch die Identität einer Figur.» Und Rosa Wilder ist ein komplexer Charakter. Sie hat eine schwere Vergangenheit, mit der sie als Ermittlerin konfrontiert wird. Sie muss Stärke zeigen und ist zugleich verletzlich. Ihre Persönlichkeit äussert sich auch in ihrer Art des Sprechens. Rosa geht sparsam mit Worten um. «Ich musste mir überlegen, wer sie ist und wie sie spricht», so Spale. Die Baslerin hat die Rolle der Rosa Wilder denn auch massgeblich mitgestaltet.

Der Aufwand lohnte sich. Seit die Erfolgsserie ausgestrahlt wird, wurde der Dialekt von Kritikern nie thematisiert. «Das ist eigentlich das grösste Lob», sagt die Baslerin. Man kauft ihr die Bernerin ab.


Hätten Sie erraten, dass hinter dieser Stimme eine Baslerin steckt? (Video: SRF/Tamedia Webvideo)

(lha)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L.H. am 03.12.2017 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Das hätte ich nicht gedacht. Sogar ich als Bernerin hab ihr das voll abgekauft! Da hat sie einen super Job gemacht. :-)

  • Ella am 03.12.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr cool!

    Erstaunlich einrollen sie den Berner Dialekt hingekriegt hat! Toll! Und überhaupt, Wilder ist eine sehr gelungen Krimi -Serie!

  • Kobi am 03.12.2017 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gemacht-jedoch

    Die Dialekte gehören zu unserer Eigenheit, verkörpern unsere Wesensart. Seien wir Stolz auf diese Vielfalt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert am 04.12.2017 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Ich könnte das nicht!

  • Jack van Law am 04.12.2017 01:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool, die Sarah

    Ich mag sie einfach, die Sarah! Unglaublich sympatisch und natürlich. Hoffentlich sehen wir sie von nun an mehr.

  • Jürg am 03.12.2017 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ehering

    Ja hät ich nicht gedacht. Super Nur sollte sie den Ehering beim Dreh abziehen.......grins

  • Donna M. am 03.12.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dialekt

    Das Berner Dialekt ist für mich das schönste in der Schweiz. Tolle Leistung dieses zu lernen.

  • K-H Felger am 03.12.2017 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    In Ganz Bern hat es keine geeignete Schauspielerin gegeben, die die Rolle auch ohne Vocal-Coach hätte spielen können? Gut zu wissen wofür die Billag-Gebühren ausgegeben werden...