«Cutting»-Tattoo

29. September 2014 06:06; Akt: 29.09.2014 10:38 Print

Blutrünstiger Trend mit Risikofaktor

von Dominique Artacho - Cutting heisst der neuste Trend aus den USA. Das Piercing- und Tattoostudio El Mundo bietet die blutige Prozedur bald auch in Basel an.

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Eine absolute Neuheit kommt aus den USA und entwickelt sich auch hierzulande zu einem Trend. Die Rede ist vom sogenannten Cutting, unter dem man das Schneiden von Ziernarben in die Haut versteht. Die blutige Schönheitstortur darf bald auch in Basel genossen werden. Aber Achtung, das ist nichts für schwache Nerven.

Den Ziernarbenkult bietet El Mundo bereits in Bern an. Nun expandiert das 2003 gegründete grösste professionell geführte Piercing- und Tattoostudio Berns nach Basel. Mathias Schranz (37) eröffnet am 4. Oktober zusammen mit seinem Basler Geschäftspartner Oliver Ane (40) ein Studio in der Elisabethenanlage 25 unweit des Bahnhof SBB.

Wer schön sein will, muss leiden

Beim Cutting wird anstelle eines Farbtattoos das Sujet in die Haut geschnitzt. «Etwas böse ausgedrückt ist es nichts anderes als Menschen zu häuten. Mit einem Skalpell wird ein Sujet in die Haut geritzt und anschliessend werden die zwei obersten Hautschichten entfernt», erklärt Schranz. Durch die Vernarbung bleibt ein lebenslängliches Andenken.

Der Trend ist jedoch umstritten. Selbst Schranz würde sich keine Ziernarbe machen lassen. «Die Prozedur und Abheilung ist sehr langwierig und schmerzhaft. Während der Vernarbung muss die Wunde bis zu drei Mal täglich mit Zitronen-Zucker-Wasser gepeelt werden. Ich bin zu alt, um mir so etwas anzutun», so Schranz mit einem Lachen.

Auch Tatiana Makosz, Fachärztin für Dermatologie in Basel, warnt vor dem neuen Trend: «Das Cutting kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, bakteriellen und viralen Infektionen sowie überschiessender Narbenbidung führen.» Zudem sei diese Art des Tätowierens irreversibel, sprich sie könne nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher empfiehlt es sich, diesen gewagten Schritt im Voraus gründlich zu überdenken, so Makosz.

Schweizweit grösstes Sortiment

Wem das Cutting zu gefährlich ist, findet im zweistöckigen Shop, der zum Studio gehört, die wohl schweizweit grösste Auswahl an Piercingschmuck als Alternative.

So sei auch die Idee entstanden, El Mundo nach Basel zu holen: «Die haben in Bern so viel Schmuck, da dachte ich, das brauchen wir auch hier bei uns», erklärt der gepiercte Ane.