Baustelle

21. Juli 2015 13:29; Akt: 21.07.2015 18:10 Print

160'000 Tonnen Stahlbeton für Biozentrum

Der Neubau des Biozentrums wächst langsam, aber stetig in die Höhe. 327,6 Millionen Franken kostet das wichtige Hochbauprojekt für die Basler Life Science Lehre und Forschung.

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Zwischen dem alten Biozentrum der Universität Basel und dem Kinderspital sind seit fast zwei Jahren Bauarbeiten im Gange. Wo bis vor kurzem noch eine Grube von der Grösse zweier Fussballfelder klaffte, wächst der Turm des neuen Biozentrums von Tag zu Tag. Wenn alles nach Plan verlauft, wird 2016 die Fassade des 73-Meter-Hochhauses stehen. «Wir haben ein sehr, sehr schwieriges Jahr hinter uns», sagt Projektmanager Mauro Pausa vom Hochbauamt während einer Baustellenbesichtigung am Dienstag.

Ein Rekurs gegen die Vergabe der Hochbauarbeiten habe einen Bauunterbruch von mindestens einem halben Jahr nach sich gezogen. Durch die Verzögerung mussten die auf Herbst 2017 geplante Einweihung des Biozentrums um ein Jahr verschoben werden. Im September 2018 wird der Studiengang Life Science die 23'400 Quadratmeter beziehen. Es handelt sich um den grössten Forschungsschwerpunkt der Universität und umfasst all jene Wissenschaften, die sich mit dem Einsatz und der Behandlung von Lebewesen beschäftigen, etwa Molekularbiologie, Biomedizin und Neurowissenschaften.

40 Prozent des Gebäudes sind unter der Erde

Bezüglich Bauarbeiten laufe nun wieder alles «tiptop». «Wir sind sowohl mit den Terminen als auch mit dem Budget auf Kurs», so Pausa. Fast 330 Millionen Franken kostet das Hochbauprojekt, welches zu den grössten in der Geschichte der Universität zählt. Die Grossbaustelle bringe jede Menge Herausforderungen mit sich. So dürfen etwa aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Kinderspital keine allzu grossen Erschütterungen oder Lärm erzeugt werden. «Die Baustelle wird permanent von Messgeräten überwacht. Wenn diese Alarm schlagen, fahren wir mit den Arbeiten runter», erzählt Markus Kreienbühl, Leiter Strategische Immobilienplanung der Universität.

Der Materialaufwand sei schlichtweg enorm. Beton, Eisen und Stahl lassen den Rohbau 160'000 Tonnen wiegen. Um diese Zahl zu veranschaulichen müsse man sich folgendes Bild vor Augen führen: «4'000 Sattelschlepper, wovon jeder 40 Tonnen wiegt, von Basel bis nach Zürich nahtlos aneinander gereiht», so Kreienbühl. Diese Menge an Material wurde auch aus der zwölf Meter tiefen Grube abgetragen. Denn nach der Fertigstellung werden sich 40 Prozent des gesamten Gebäudevolumens im Untergrund befinden. Darunter die Technikzentrale, die unter anderem Lüftungen, Sanitärinstallationen, Elektro- und Kühlelemente umfasst.

Wand für Bauarbeiter mit Höhenangst

Fussgänger sehen nebst den beiden Kränen nicht viel von dem Bauprozess, da eine rote Wand den Blick auf die Arbeiten verunmöglicht. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Sichtschutz, sondern um eine Hilfestellung für die Bauarbeiter. «Die Kletterschutzwand ermöglicht ein Gerüstloses Bauen. Bei Hochhäusern ist das so üblich», erklärt Kreienbühl. Die Wand bringe nebst dem Verzicht auf ein sperriges Gerüst noch einen weiteren Vorteil mit sich. «Viele Bauarbeiter sind nicht schwindelfrei. Dank dem Kletterschutz fühlen sie sich räumlich sicher, obwohl die Arbeiten bereits in luftiger Höhe stattfinden.»

(jd)

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