Pop-Preis-Gewinner Serafyn

12. November 2015 16:05; Akt: 12.11.2015 16:24 Print

«Damit haben wir gar nicht gerechnet»

Serafyn sind Newcomer und seit dem Gewinn des Basler Pop-Preis 2015 die Band der Stunde. Hinter dem raschen Erfolg steckt Spielfreude, aber auch raffiniertes Marketing.

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Vor zwei Jahren kannte ihren Namen noch niemand in Basel. Am Mittwoch wurden sie mit dem Basler Pop-Preis 2015 ausgezeichnet und überstrahlen plötzlich alle. Serafyn kamen aus dem Nichts und avancierten innert eines Jahres zur grössten Basler Pop-Hoffnung. Irgendwie Zufall, irgendwie aber auch nicht.

Sängerin Anna Erhard kam gerade von einer Reise aus Neuseeland zurück, als sie vor zweieinhalb Jahren auf einer Interessensgruppe einer Couchsurfing-Plattform nach Musikern suchte. «Ich machte zuvor nur für mich alleine Musik», sagt die 25-Jährige. Und prompt fand sie ihre heutigen Mitstreiter. Es dauerte nicht lange und das eigenwillig zusammengesetzte Quintett mit zwei Celli, Gitarre, Bass und Perkussion fing an, Strassenmusik zu machen. «So hat alles angefangen, das ist für uns etwas sehr Natürliches.»

Gute Kontakte und ein prominenter Helfer

Quasi von Beginn weg begleitet hat die Geschicke der jungen Band David Burger von Reelmusic, einer kleinen Basler Managementagentur. Er ist ein nicht unwesentlicher Baustein des raschen Erfolgs von Serafyn. «Ich wollte eine Situation kreieren, in der die Band bestmöglich wahrgenommen wird.» Burger erkannte früh, dass die Band sich mit Celli und Kontrabass musikalisch abhebt. «Diese Einzigartigkeit ist ganz wichtig», sagt er. Dank seines Netzwerks konnte er Serafyn in Deutschland und Österreich als Support-Act auf Tour schicken.

So richtig ins Rollen gebracht habe die Band ihre Karriere aber selbst, sagt er. So haben sie ihre Musik auch an bekannte Musiker geschickt. Als der bekannte britische Singer-Songwriter Fink ihren Song «Take To The Skies» auf sozialen Medien teilte, ging er durch die Decke. Im Nu wurde er auf Soundcloud über 150'000 Mal gespielt. «So etwas kann man nicht steuern», sagt Burger. Plötzlich waren Serafyn berühmt, obwohl sie in Basel noch kaum jemand kannte. Ein Internetphänomen.

Ins Studio und zurück auf die Strasse

Es scheint nicht so , als hätte die Band den Erfolg forciert. Der Spass steht im Vordergrund. «Das Leben auf Tour ist für mich sehr speziell. Uns allen gefällt das sehr gut, schliesslich sind wir auch gute Freunde», so Erhard. Dass die gebürtige Churerin, die erst vor fünf Jahren nach Basel zog, so rasch den hiesigen Pop-Olymp erklommen hat, ist eine Überraschung. «Damit haben wir gar nicht gerechnet.» Das Preisgeld von 15'000 Franken kommt für die Band wie gerufen. Im kommenden Jahr soll das erste Album aufgenommen werden – ein kostspieliges Unterfangen.

«Das Geld ist auf jeden Fall gut angelegt bei Serafyn», sagt Burger. Und bereits im April geht es wieder auf Tour und auch auf die Strasse. «Das wollen wir unbedingt beibehalten», sagt Erhard.

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Serafyn – Go Down North (Video: Serafyn)

(lha)

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