Basler Gartenbad Eglisee

10. Juni 2014 20:23; Akt: 11.06.2014 12:44 Print

Eklat in Frauenbad wegen männlichem Bademeister

Frauen unter sich? Nicht ganz: Im Basler «Fraueli» im Gartenbad Eglisee ist zeitweise ein männlicher Bademeister im Einsatz. Das führte am Sonntag zu einem Tumult.

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In der Badi Eglisee stören sich Musliminnen an der Anwesenheit eines Bademeisters im Frauenbad. (Bild: Google Street View)

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«Aus betrieblichen und unterhaltstechnischen Gründen ist es jederzeit möglich, dass sich männliches Badepersonal im Frauenbad aufhält», steht in deutscher und französischer Sprache auf Info-Tafeln beim Eingang des Frauenbereichs im Gartenbad Eglisee. Das behagt nicht allen weiblichen Gästen: Am Pfingstsonntag beschwerte sich eine Gruppe türkischer Frauen beim Bademeister über dessen Anwesenheit und verliess schliesslich die Badeanstalt.

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Leserin Gül K.* aus Birsfelden hatte die Szene beobachtet: «Rund 20 verhüllte Frauen mit Kopftuch hielten sich im Frauenbad auf. Als der Bademeister den Bereich betrat, gingen etwa fünf der Türkinnen auf ihn zu und forderten ihn auf, sich aus dem Fraueli zu entfernen.» Dieser habe ruhig geantwortet, er mache hier nur seinen Job, berichtet die 19-jährige Kauffrau. Daraufhin sei die ganze Gruppe zur Kasse und habe den Eintrittspreis zurückverlangt.

Personal beleidigt

Dabei sei es zu einem kleinen Tumult gekommen, sagt Eric Hardman vom Sportamt, der für die Basler Gartenbäder zuständig ist. «Die Frauen waren sehr unhöflich und beleidigten unser Personal.» Ein Mann sei dazu gekommen und habe den Bademeister mit Ausdrücken bedacht, «die ich hier nicht wiederholen möchte», sagt Hardman. Das Sicherheitspersonal habe den aufgebrachten Badegast schliesslich aus der Anlage entfernt, die Türkinnen seien ebenfalls gegangen.

Leserin K.*, selber Muslimin, kann verstehen, dass sich Frauen durch die Anwesenheit eines Mannes im Fraueli gestört fühlen. «In einem Frauenbad wollen wir schliesslich unter uns sein.» Sie sonne sich manchmal auch oben ohne. «Da brauche ich keinen Mann in der Nähe», sagt K.* Der Bademeister habe sich aber absolut korrekt verhalten. «Das ist sicher kein Spanner.» Er mache ja nur seine Arbeit, meint die 19-Jährige, «genauso wie ein Arzt, der eine Frau untersucht».

Seit Jahren ein Problem

Der Eklat vom Pfingstsonntag ist nicht der erste: «Die Problematik besteht seit Jahren», sagt Hardman. Mehrheitlich seien es muslimische Frauen, die an der Anwesenheit eines männlichen Bademeisters Anstoss nähmen. «Die Stammgäste im Fraueli sind es gewohnt, dass zeitweise ein Mann Aufsicht hat.» Von einem «Kampf der Kulturen», wie die «Basler Zeitung» bereits 2010 titelte, will er aber nichts wissen. «Grösstenteils ist es hier friedlich.»

Dass sich männliches Personal im Frauenbad aufhalte, sei aus zwei Gründen unumgänglich, erklärt Hardman: Erstens befinde sich die gesamte Technik des Gartenbads im Frauenbereich. Die Wartung führten die Schichtleiter aus, «alles Männer». Zudem gebe es Situationen – wenn das weibliche Personal Pause mache oder die Toiletten reinigen müsse – in denen nicht genügend Frauen verfügbar seien, um die Becken zu beaufsichtigen. «Sicherheit ist unser oberstes Gebot. Kein Becken bleibt jemals unbewacht», sagt Hardman.

Alles bleibt beim Alten

Für ihn komme eine Änderung an der schon seit Jahrzehnten bestehenden Regelung daher nicht in Frage. «Frauen, die sich vom Bademeister gestört fühlen, sollen dem Fraueli fernbleiben.» Einzig die Anschläge im Eingangsbereich könnten verbessert werden. «Wir überlegen uns, zusätzlich mit Bildern oder Piktogrammen auf die Anwesenheit männlichen Personals im Frauenbad aufmerksam zu machen.»

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kek Sfresser am 10.06.2014 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    MultiKulti

    funktioniert halt einfach nicht. Seht es doch endlich ein.

    einklappen einklappen
  • real am 10.06.2014 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jammern

    tja liebe frauen denen es nicht passt bleibt zuhause

    einklappen einklappen
  • Alain am 10.06.2014 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Damen nehmen sich zu wichtig

    Ich nehme an, der Bademeister hat zuhause sogar schon eine nackte Frau gesehen. Oder haben sich die Musliminen ihrer eigenen Gedanken, ob des halbnackten Bademeisters, geschämt? Keine Ahnung, die Wege des Herrn sind unergründlich ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel Füllemann am 11.06.2014 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unzufriedene Menschen

    Tja liebe Damen dann bleibt wohl nur eine Möglichkeit. Nicht hingehen oder sich als Bademeisterin bewerben. Ist sicher nicht der best bezahlte Job und sicher aufwändig in der Ausbildung. Aber jedoch rumjammern und andauernd nur verlangen, selbst aber nicht leisten? Peinlicher geht es ja echt nicht. Es steht den lieben Türkinnen frei ebenfalls Bademeister zu werden und so das Personalproblem zu lösen. Oder der männliche kommt einfach nicht mehr. Aber das Gejammer dieser Gruppe würde auch dann noch weitergehen. Unzufriedene Menschen finden immer etwas an dem sie sich stören können.

  • Dick de Jong am 11.06.2014 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    In der Zeit der Gleichberechtigung sollte es überhaupt kein Badi nur für Frauen mehr geben. Ebenso wenig wie Frauenlauf oder Frauenparkplätze. Wir sind alle gleichberechtigt, zum Glück, also muss man solche Institutionen abschaffen. Uebrigens bin ich auch für gleicher Lohn, bei gleicher Arbeit!

  • Chris K am 10.06.2014 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst fragen

    Hätte bei vernünftigen Personen erwartet, wenn sie auf eine männerlose Badeanstalt Wert legen und darauf hingewiesen worden sind, dass teilweise auch männliche Bademeister da arbeiten, dass sie sich vorher telefonisch informieren wer an dem Tag die Aufsicht hat... eigentlich logisch und ganz einfach.

  • Sepp Müller LU am 10.06.2014 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Integration

    Funktioniert scheinbar doch nicht. Am besten klärt man diese Frauen auf: andere Länder - andere Sitten. Wer sich bereits hier an der westlichen Lebensweise stört, der passt wohl eher nicht hierher und wird auch im Alltag viele Probleme vorfinden die sich nicht mit seiner Gesinnung in Einklang bringen lassen. Diesen Mitmenschen empfehle ich die Rückreise in ihr Heimatland. Es hindert sie sicher niemand daran. Dort können sie dann den andersgläubigen Vorschriften machen.

  • Alain am 10.06.2014 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Damen nehmen sich zu wichtig

    Ich nehme an, der Bademeister hat zuhause sogar schon eine nackte Frau gesehen. Oder haben sich die Musliminen ihrer eigenen Gedanken, ob des halbnackten Bademeisters, geschämt? Keine Ahnung, die Wege des Herrn sind unergründlich ;)