Unfall an Basler Herbstmesse

29. Oktober 2017 18:33; Akt: 29.10.2017 21:32 Print

«Das sah aus wie eine Puppe, die da rumspickte»

An der Basler Herbstmesse verunfallte ein junger Mann im Karussell Round up Rounder schwer. Augenzeugen berichten. Messebesucher stellen die Sicherheit der Fahrgeschäfte infrage.

Wie sicher fühlen sich Messe-Besucher einen Tag nach den Unfällen an der Basler Herbstmesse? (Video: rob)
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Am ersten Abend der Basler Herbstmesse ereigneten sich gleich zwei Unfälle: Auf dem Kasernen-Areal versagten die Bremsen der Achterbahn Rock & Roller Coaster – sechs Personen zogen sich Verletzungen zu. Fast zeitgleich wurde ein Mann schwer verletzt, weil er auf dem Karussell Round up Rounder zu Boden geschleudert wurde.

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In den 25 Dienstjahren, in denen er mit seinem Round up Rounder auf Jahrmärkten unterwegs sei, habe er noch nie einen Unfall erleben müssen, sagt der Betreiber Thomas Peter (48). «Der junge Mann war mit einer Clique alkoholisierter Jugendlicher auf der Bahn», erzählt Peter. Die Gruppe habe sich aufgrund des Alkohols «blöd» verhalten. «Er wollte zu seinem Nachbar rüber und liess das Geländer los, dabei hat er sich den Kopf angeschlagen.»

«Sein Gesicht war voller Blut»

Eine Augenzeugin berichtet, der Mann habe zu Beginn der Fahrt einen Handstand in seiner Kabine gemacht. «Er schlug mehrfach auf und es schleuderte ihn einmal ringsum», so die Mutter eines Sohnes. Das Karussell sei eine absolut sichere Bahn, insistiert Peter. «Wenn man sich an die Regeln hält. Der Mensch ist jedoch ein Risiko, das man nicht steuern kann», so der Schausteller.

Eine weitere Augenzeugin hatte während der Unfall-Fahrt unten auf die Taschen ihrer Freunde geschaut, da sie nicht der Typ sei für solche Bahnen. «Alle, die unten standen, waren mega geschockt. Das sah aus wie eine Puppe, die da rumspickte», schrieb sie auf Facebook. Ein weitere Frau kam gerade zur Rosentalanlage, als sie von Sanitätern aufgefordert wurde, Platz zu machen. «Als sie an uns vorbeigingen, sah ich den Verletzten auf der Liege. Sein Gesicht war voller Blut», berichtete sie 20 Minuten.

Messebesucher sind verängstigt

Die Lichter der grössten mobilen Achterbahn, die laut Betreiber jemals in Basel halt gemacht hat, blieben bis am Sonntag um etwa 17.30 Uhr aus. Dann wurde die Bahn nach Sicherheitsabklärungen und einer erneuten TÜV-Prüfung wieder für den Betrieb freigegeben. «Nach dem, was passiert ist, würde ich nicht auf diese Bahn», so die 17-jährige Mercedes del Rio.

Ihre gleichaltrige Kollegin stellt die Sicherheitskontrollen infrage. «Bahnen müssten besser geprüft werden», so Myriam Artero. Denn: Gerade Kinder würden oft Bahnen besuchen. Die Geschehnisse machen den beiden Frauen Angst. Vorerst würden sie es bei ihren Messebesuchen beim Essen belassen.

(jd)