Nach Randale

04. Oktober 2017 17:04; Akt: 04.10.2017 17:04 Print

Baselbieter Gemeinde hat genug von Zürcher Hools

Eine Viertelmillion Franken Schaden richteten FCZ-Chaoten am 23. September beim Bahnhof Pratteln an. Nicht zum ersten Mal. Jetzt hat die Gemeinde genug von Zürcher Krawalltouristen.

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«Eine rote Linie wurde überschritten», sagt der Prattler Gemeinderat Urs Hess (SVP) zur Randale von FCZ-Fans am 23. September. Auf der Rückreise vom Gastspiel in Basel zogen sie in Pratteln die Notbremse und lieferten sich eine Schlacht mit der Polizei. Schadensbilanz: 250'000 Franken. Es ist nicht der erste derartige Zwischenfall mit Zürcher Chaoten in der Vorortsgemeinde von Basel.

Kanton soll handeln

Pratteln fordert deshalb vom Kanton nun ein konsequenteres Vorgehen gegen randalierende Fussballfans in Pratteln. In einer Mitteilung schrieben die Pratteler Behörden: «In Anbetracht der gegebenen Bedrohung und des entstandenen Schadens verlangt der Gemeinderat eine Festnahme bzw. Identifizierung der Personen und deren konsequente Strafverfolgung.»

Hess sagt weiter: «Gegen Vandalenakte kann man sich nicht versichern. Die Leute bleiben auf dem Schaden sitzen. Das wollen wir einfach nicht mehr haben.» In der Mitteilung heisst es weiter: «Der Gemeinderat fordert vom Regierungsrat konzeptionelle Überlegungen, um derartige Ausschreitungen zu verhindern. Er ist überzeugt, dass es zusätzlich zur präventiven Arbeit ein konsequenteres Vorgehen gegen sogenannte Fussballfans braucht.»

Sicherheitsdirektion irritiert

Der Ärger ist gross in Pratteln, das kann auch Roland Walter, Sprecher der Baselbieter Sicherheitsdirektion nachvollziehen. «Wir hätten gerne alle verhaftet, die Situation erlaubte es einfach nicht», erklärt er. Dennoch ist er irritiert über das Vorpreschen des Pratteler Gemeinderats. «Wir haben schon am Sonntag nach dem Einsatz das Gespräch mit dem Gemeindpräsidenten gesucht», so Walter. Hess verteidigt das forsche Auftreten des Gemeinderats. «Wir müssen doch für unsere Bürger einstehen.»

Die Polizei sprach im Nachgang auch von einem erfolgreichen Einsatz ohne Verletzte. Die Priorität der Polizei sei gewesen, die mehreren hundert FCZ-Anhänger, die den Zug verlassen hatten, so rasch wie möglich wieder in den Extrazug zu bewegen, damit dieser weiterfahren konnte. «Für die SBB ist dieser Streckenabschnitt ein Nadelöhr. Die Strecke musste so schnell wie möglich wieder geöffnet werden», erklärt Walter.

Polizei sucht mit SBB nach Lösung

Ihm ist die Problematik aber bewusst. Im Kern geht es am Ende um die Notbremse. «Es ist ein leidiges Thema, wir suchen da mit der SBB nach einer Lösung», sagt Walter. In Muttenz, wo es früher schon zu Scharmützeln zwischen Basler und Zürcher Hooligans kam, löste man das Problem, indem der Extrazug jetzt über den Güterbahnhof umgeleitet wird. Eine Umfahrung von Pratteln via Adlertunnel wäre auch möglich. Dann würden die Chaoten dafür durch Liestal fahren.

Polizei hat Chaoten gefilmt

«Wir haben keine Superlösung», sagt Walter. Er verstehe die Kritik. Solche Szenen wolle niemand. Vielleicht können aber dennoch Randalierer zur Rechenschaft gezogen werden: Die Polizei wertet zurzeit noch eigene Videoaufnahmen vom 23. September aus. «Wir sind sehr daran interessiert, die Chaoten zu identifizeren.»

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 04.10.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Idee:

    Sobald die Chaoten den Zug verlassen haben, den Zug weiterfahren lassen. Den Rest einkesseln und in U-Haft nehmen. Möglichst lange, damit der Arbeitgeber und die Verwandten es mitbekommen. Danach die Schäden und Kosten auf alle Randalierer aufteilen, eine saftige Busse dazu und fertig.

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  • Maddin am 04.10.2017 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stellt das endlich ab...

    Stellt es den Clubs in Rechnung. Dann hörts ziemlich schnell auf.. Es ist ja ein extrazug für den Club, bzw. deren Fans. Also soll auch der Club vollumfänglich für alle Kosten aufkommen!

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  • Bär am 04.10.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    Wie so immer wieder!! Das konnte man nicht vorher sehen!!Es gibt nur ein konsequentes Vorgehen gegen solche Randalierer ,Videobeweise!!! und die dadurch entstandenen Schäden muss von denen bezahlt oder abgearbeiteten werden ohne wenn und aber!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 05.10.2017 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kai erbarme

    Gegen den fcz. Gästesektor zu. Keine Tickets nach zürich geben. Kein Extrazug.

  • Einbuchten am 04.10.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum nicht verhaften?

    Warum sollte man die nicht alle verhaften können, welche randalieren? Ganz einfach einkesseln und ab in die bereitgestellten Polizeitransporter! Dann ein paar Tage U-Haft, damit auch der Arbeitgeber checkt, was für ein toller Angestellter er da hat. Das macht man ein- bis zweimal und dann ist Schluss für immer!

  • Gerd am 04.10.2017 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Vorschlag: Markierungsfarbe!

    Alle Chaoten mit Markierungsfarbe eindecken, welche teilweise mehrere Wochen nicht weggewaschen werden kann! Am besten direkt auf deren Gesichter zielen! Somit wären sie auch Wochen danach Problemlos identifizierbar und könnten der Justiz zugeführt werden. Ich denke kaum, dass diese Leute Wochenlang der Arbeit/Schule unbemerkt fernbleiben könnten, resp. sich vermummt auf die Strassen/zur Arbeit oder Schule getrauen würden!

    • Denker am 04.10.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      sinnlos

      Ausser im Hochsommer ist kein einziges Stück Haut zu sehen, daher sinnlos.

    • Andy yseeland am 04.10.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Gerd

      Gute Idee, geklaute Banknoten werden ja auch eingefärbt. Sollte umgehend geprüft und getestet werden, nächster Termin Freitag in Bern.

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  • Oeri am 04.10.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Aufmerksam gemacht

    Darf ich die Baselbieter Gemeinde auf die eigenen FC Basel-Hools aufmerksam machen, die den Gästesektor im Letzigrund zerfetzten.

    • Basler am 04.10.2017 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      @ Oeri

      Wird im Letzigrund Fussball gespielt ? Ich dachte, das sei ein Leichtathletik Stadion

    • Schlatter am 04.10.2017 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oeri

      Es geht nicht um die Züricher oder Basler sondern um die Chaoten, die Gemeinden und die SBB.

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  • Marc am 04.10.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso so Schwierig?

    Eine Festnahme war nicht Möglich? Alle beteiligten sitzen im Zug fest und können nicht weg... Zug umleiten und die Personalien aufnehmen/ festnehmen. Aber beschädigtes Privateigentum scheint ja nicht wichtig zu sein...

    • Willi Tell am 04.10.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      Lösung

      Den Zug im Bözbergtunnel anhalten, vorne und hinten schliessen und dann räumen. Alle anderen Züge umleiten, Die Personen anhalten, kontrollieren, Personalien aufnehmen und die Kosten (Schaden, Polizeieinsatz BL und AG, Umleitung, Zugausfälle etc.) in Solidarhaftung jedem auferlegen.

    • Zürcher am 05.10.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      unfair

      Es geht um die Chaoten und nicht um alle FCZ Fans. Die meisten, sind einfach Fans, die mit dem Extrazug ans Spiel gefahren sind und die nicht aussgestiegen sind. Also wäre es nicht fair für diejenigen die im Zug geblieben sind, die an dieser ganzen Sache unbeteilligt waren trotzdem zu verhaften.

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