Basel

23. Juli 2017 16:59; Akt: 23.07.2017 16:59 Print

60 Angestellte krank – Bus-Ausfälle bei BVB

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) kämpfen mit vielen Krankheitsausfällen. 60 Angestellte sind zurzeit krank gemeldet, was sogar Bus-Ausfälle zur Folge hatte.

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Claudia Demel, Mediensprecherin der BVB, bestätigt gegenüber «Onlinereports», dass die Ausfälle am 15. Juli gar Auswirkungen auf den Busbetrieb hatten: «Es konnten gesamthaft drei Buskurse nicht gefahren werden», so Demel.

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Die Ausfälle betrafen einen Kurs auf der Linie 3, der Linie 38 und der Linie 35. Durch diese Ausfälle hätten sich die Wartezeiten für die Fahrgäste verlängert.

Krankheit wegen Systemänderung

«Wir sind natürlich bemüht, die Ausfälle von Personal zu minimieren», sagt Demel gegenüber 20 Minuten. Die Mitarbeitenden seien aus ganz unterschiedlichen Gründen krank. Näheres könne sie nicht kommunizieren.

Mit einem Blick auf die Negativ-Schlagzeilen und angekündigte Sparmassnahmen in jüngster Vergangenheit bei den BVB liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei einigen der 60 Krankheitsfälle um eine Protestaktion einzelner Mitarbeiter handeln könnte.

Ein Angestellter der BVB vermutet zudem gegenüber 20 Minuten, dass aufgrund einer Lohn-Systemänderung, die seit dem 1. Juli umgesetzt wird, sich Chauffeure vermehrt krank melden.

Fahrer mehr auf Tramlinien eingesetzt

Personalbedingte Ausfälle solchem Ausmasses hat es laut Demel in letzter Zeit nicht gegeben. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, werden während diesem Engpass Mitarbeitende der BVB, die Tram und Bus fahren können, vermehrt auf den Tramlinien eingesetzt.

Denn: Ein Ausfall eines Tramkurses müsste dem Bundesamt für Verkehr nach Bern gemeldet werden, der Ausfall eine Buskurses jedoch nicht. Der Grund liegt im härter formulierten Eisenbahngesetz, dem Schienenfahrzeuge unterliegen.

37 Kündigungen bis Oktober

Zudem scheinen die BVB von einer Kündigungswelle überrollt zu werden: Interne Quellen sprechen von rund 37 Kündigungen per spätestens Ende kommenden Oktober, so «Onlinereports».

Die BVB bestätigen diese allerdings nicht: «Die BVB erheben nicht systematisch den Eingang der Kündigungen, sondern nur den Zeitpunkt der Austritte», erklärt Demel. Ein Wagenführer bestätigt aber, dass es mindestens fünf «Frustrations-Kündigungen» gegeben habe.

(stv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • toasty am 23.07.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umdenken

    die bvb sollte sich ernsthaft gedanken machen denn glückliches personal gehört immer zu den eckpfeilern eines guten unternehmens.. unzufriedenes personal schwächt einen betrieb jedoch sehr. was läuft falsch?

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  • kuki am 23.07.2017 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlöhne deine Angestellten anständig

    Mein ehemaliger Cheff sagte immer wieder zu mir. Bezahle deine Mitarbeiter anständig und wertschätze, dass Sie Überstunden leisten, dann wirst Du wenig krankheitsfälle haben und wenige Kündigungen. Dies zeigt nur, dass das Unternehmen seine Mitarbeiter schäbig behandelt. Klar bleiben die Leute nicht. Würde ich auch nicht.

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  • ChrisU am 23.07.2017 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow, top management!

    Wieder so ein betrieb, wo das management nicht im geringsten eine gute figur macht. Sei es in der vergangenheit oder aktuell... Unsere führungskräfte müssen dazu lernen... nicht nur immer die mitarbeiter prügeln...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Eglin am 27.07.2017 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung

    Man beachte die Ferien- und Kompensationswut des CEO. Einzigartig.

  • Eeem.. am 27.07.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stress..

    Arbeite auch im ÖV..über 30 Jahre..geniesse immer noch Arbeit und Freizeit..im Gegensatz zu vielen Arbeits Kollegen..einer flickt Autos/Töffli bis spät in die Nacht..der andere macht in zwei Vereinen mit..und der nächste fährt da und dort Aushilfe..etc. aber schuld ist der andere..(weil Geld ist geil..begleitet viele Menschen..)auch sollten die privaten Probleme zu Hause bleiben..

  • Steff am 26.07.2017 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BVB

    1990 habe ich bei der BVB angefangen und wir hatten nie soviel kranke.Das Klima war viel besser. Es gab nicht soviel Vorgesetzte wie jetzt. Wir waren noch nach Depot eingeteilt. Da hattes du deine Ablösung in deiner Nähe. Du konntest Überzeit machen und bekamst 100% extra.Das gibt's jetzt alles nicht mehr. Und dann wird an der Sparschraube gedreht.Darum wundert es mich nicht das viele Krank machen oder werden. Schade die BVB war einmal ein super Arbeitgeber. Ich genieße jetzt meine Pension zurückkehren würde ich nie mehr außer ins Jahr 1990 sofort.

  • Steff am 26.07.2017 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Der einzige Grund warum ich 26 Jahre bei der BVB gefahren bin ist der Lohn.In der Privatwirtschaft bekommst du nicht soviel.

    • Heinz Maier am 26.07.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Steff

      kommt darauf an was sie mit privatwirtschaft meinen. wenn dann müssten sie identische funktionen vergleichen und nicht firmen unterschiedlicher eigentumsverhältnise.

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  • E Bvbler am 24.07.2017 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnoog

    Nach drei Jahrzehnten im Dienst für die Stadt Basel, zu der auch das Tram und der Bus gehört, Herzschmerz! Täglich Druck zu spüren, sich nicht mehr getrauen Entscheidungen zu treffen, Verantwortung nicht mehr wahrnehmen, weg zu schauen, Herzschmerz! Mich graut vor dem Ferienende!

    • Maler50 am 29.07.2017 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E Bvbler

      Sie sollten überlegen den Job zu wechseln.

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